Kurz nach vier Uhr morgens leutete das Klingeln des Weckers unser nächstes Abenteuer ein.

Doch gefühlt befanden wir uns bereits seit einigen Tagen mitten drinn. Die Anreise per Flugzeug stellte uns vor bisher unbekannte Hürden. Waren wir sonst eher bekannt für „lieber etwas mehr“ Gepäck als zu wenig, sind wir nun auf die Vorgaben unserer Airline angewiesen. Fand sich sonst im Auto oder am Fahrrad immer noch ein bisschen Platz für das ein oder andere nützliche Teil, waren wir diesmal seit Tagen mit Gliedermaßstab und Waage am Werkeln. Schlussendlich waren wir mit drei von vier Gepäckstücken am Limit – einmal beim Gewicht und zwei Mal von den Maßen. So begann dieser Tag, wie der gestrige geendet hatte, mit einem mulmigen, aufgeregten Gefühl.

Nach den letzten Aufräumarbeiten und einer kurzen Dusche trotteten wir mit unserem Gepäck die menschenleeren Straßen zur Bahn entlang. Punkt um sechs ging’s mit dem Fernbus, ohne Zwischenstopp, zum BER. Hier konnten wir uns auf die gewohnte Pünktlichkeit der Flixbus-Flotte verlassen. Gegen acht, bei Ankunft am Flughafen, betraten wir nun Reise-Neuland.

Den Schildern folgend, standen wir wenig später im Terminal 2 und vor der ersten Prüfung: Gepäckaufgabe. Eine bereitstehende Waage gab beim ersten fraglichen Koffer Entwarnung: schmale 18 kg. Da wäre also noch was gegangen. Und auch die restlichen Gepäck-Sorgen lösten sich schnell am Check-in-Schalter auf. Unsere Rucksäcke konnten problemlos mit ins Flugzeug genommen werden. Bereits gestern hatten wir uns online eingecheckt, sodass der restliche Prozess ohne Probleme und zügig vonstattenging.

Dank der üppigen Zeitplanung hatten wir vor der Sicherheitskontrolle genügend Zeit, unsere Getränke und einen kleinen Snack zu verspeisen. So gestärkt ging’s also auf zur Prüfung zwei: Sicherheitskontrolle.

Als Flug-Neulinge hatten wir uns intensiv mit den Mitnahmeregeln beschäftigt, ohne wirklich sicher zu werden, wie viele Akkus, Powerbanks und elektronische Geräte man nun mitnehmen durfte. Entsprechend stieg unsere Aufregung in der Warteschlange wieder an. Auch hier erwies sich der eingeplante Zeitpuffer als richtige Entscheidung.

Aber auch die Aufregung und Anspannung beim Sicherheitscheck erwies sich als unbegründet. Alles Handgepäck wurde anstandslos durchgewunken. Lediglich ein Reiseführer aus der Bibliothek wurde noch einmal genauer unter die Lupe genommen. Damit hatten wir die für uns größten Fragezeichen überwunden. In der Wartehalle hatten wir nun noch etwas Zeit für Lese-Unterhaltung.

Kurz vor elf Uhr hieß es dann boarding und wir konnten unsere Plätze im Airbus A320 Neo beziehen. Pünktlich wie der Flixbus rollten wir um 11:30 Uhr zur Startbahn und segelten wenig später über der gerade noch grauen Wolkendecke. Dieser sonnigen Perspektive konnten wir schon jede Menge mehr abgewinnen und bestaunten wenig später die Nordseeküste von oben.

Bild des Tages

Nach guten vier Stunden Flug setzten wir schließlich zum Landeanflug an und betraten wenig später isländischen Boden. Das hatten wir also schon einmal geschafft. Nun ging es für uns in Richtung Hauptstadt Reykjavik mit dem Bus. Von da brachte uns eine nette Taxifahrerin zur Camper-Mietstation. Auch hier hatten wir uns bereits vor einigen Tagen vorbildlich eingecheckt, sodass wir nach ca. 15 Minuten bereits mit unserem Heim für die nächsten drei Wochen vom Hof rollten.

Einen Namen haben wir noch nicht. Aber er hält alles bereit, was es braucht, um hoffentlich gemütlich einmal um die Insel zu tingeln: ein Bett, fließend Wasser, Standheizung, Allrad, Panoramadach und Spikereifen. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Wahl und fühlen uns direkt heimisch.

Den ersten Stopp mit neuem Gefährt legten wir bereits nach wenigen Minuten ein. Der obligatorische Supermarktbesuch stand noch aus. Nur kurz sammelten wir Proviant für die nächsten zwei Tage und blickten nur mit dem Augenwinkel auf die isländischen Leckereien, die uns sicher noch erwarteten. Gegen 17:30 Uhr Ortszeit machten wir uns dann endgültig auf die Reise und ließen die Hauptstadt hinter uns. Ziel war ein Campingplatz am berühmten „Golden Circle“.

Die Straßen waren aufgrund des famosen Sonnenwetters super zu befahren. Nur der Wind und die Spurrinnen zogen merklich an unserem kleinen Bus. Nach 1 1/4 Viertelstunde kamen wir beim ersten Campingplatz an. Außer einem Schild und einem gut besuchten Imbiss gab es hier aber nicht viel zu sehen. Wir entschlossen uns daher für einen alternativen Platz, nur 15 Fahrminuten weiter.

Auch hier war auf den ersten Blick nichts los. Doch nachdem wir der Straße weiter folgten, fanden wir schließlich die Rezeption und einen guten Platz für die erste Nacht. Da es bereits später am Abend war, kümmerten wir uns erst einmal ums Abendessen. Abwasch und Auspacken inklusive Ordnung ins Chaos bringen verschoben wir auf morgen. Und so ging ein erster aufregender Tag zu Ende. Wir waren gespannt, was uns erwartete.

Achso … Ein paar Polarlichter gab’s zum Abschluss auch noch zu sehen…gehört wohl zum Winterurlaub in Island dazu 🤭🥹😍

2 Kommentare

  1. Durch Zufall gestern Abend eine Doku im RBB gesehen: „Island im Winter“. Toll!
    https://www.ardmediathek.de/video/dokumentation-und-reportage/island-im-winter-gluehende-lava-und-ewiges-eis/rbb/Y3JpZDovL3JiYl8wZWY3ZWNjZS0zNmM5LTRlYWMtYmE5NS01NzY2MWI2YjI0ZWVfcHVibGljYXRpb24
    Und ihr habt das Highlight -Polarlichter- gleich am ersten Abend gesehen! Wow.
    Bedenkt, dass man bei dieser Kälte viele süße Kalorien gebrauchen kann. Also Augen auf im Supermarkt!
    Unsere Namensvorschläge für den Bus:
    Darkroom oder
    Sleipnir – benannt nach Odins achtbeinigem Pferd aus der nordischen Mythologie, ideal für ein Fahrzeug, das das Land durchquert.

    Wir freuen uns auf eure nächste Etappe! Liebe Grüße aus der arktischen Heimat!

    1. Hallo ihr Lieben,
      danke für den Doku-Tipp. Wir können uns von der tollen Natur gar nicht satt sehen!

      Um die Kalorienzufuhr braucht ihr euch keine Sorgen machen. Das haben wir im Griff 😉

      Einen Namen für unser Gefährt haben wir jetzt auch schon. Mehr dazu im heutigen Beitrag.

      Liebe Grüße vom Polarkreis.

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