Heute trennen sich die Wege der Bewohner des Ferienhauses. Für ein gemeinsames Frühstück heißt es deshalb zeitig zu Tisch kommen. Um sechs Uhr morgens schmieren wir heute unsere Brote. Kurz nach sieben machen wir drei uns auf in Richtung Süden.
Die slowenische Grenze ist nur rund eine Autostunde entfernt und hat bereits ab Tag eins unser Interesse geweckt. Mit den Erfahrungen aus unserem ersten Besuch in Slowenien sind wir freudig gespannt.
Empfangen werden wir dabei so, wie wir Slowenien auch verlassen haben, mit besten Herbstwetter. Unser erstes Ausflugsziel ist die Schlucht „Pokljuka Gorge“. Der Weg zum offiziellen Parkplatz ist zwar laut Schild nur für „Landowner“ gestattet, in diesem Fall fühlen wir uns einfach mal so und passieren die Straße.
Die Schlucht selbst beginnt zunächst eher flach entlang eines glasklaren Wasserlaufs. Typischerweise ist der Weg gesät mit vielen fast weißen Kalksteinen. Nach einer Viertelstunde führt uns der Weg steil hinauf durch eine beeindruckende Felshöhle mit mehreren Lichtfenstern. Durch ein solches stapfen wir weiter hinauf zum oberen Kamm der Schlucht. Hier scheint nun auch etwas die Sonne durchs Mischwalddach. Damit fallen dann auch die ersten Hüllen: ein warmer Tag kündigt sich an.
Kurz nach dem Wendepunkt des Rundwegs geht es dann rein in einen schmalen Felsspalt, welcher erst auf einer Treppe zwischen den Felsen und später in ein Balkon-Weg an der Felswand mündet. Zu Pfoten liegt uns hier ein riesiger Innenhof umgeben von Gestein. Der Weg hinaus führt abermals zwischen hohe Felswände hindurch, welche das goldene Morgenlicht strömt. Zurück am Parkplatz und nach kurzer Toiletten-Pause (jeder Parkplatz den wir heute besucht haben, war mit einer sauberen Trocken-Toilette ausgestattet) geht die Fahrt weiter.
Nächstes Ziel ist die berühmte Vintgar-Klamm. Mangels Planungssicherheit am Morgen, haben wir uns nicht um einen 20-minutigen Zeitslot für den Eintritt gekümmert. Am Parkplatz wies uns dann der nette Herr drauf hin, dass es hier keine Tickets gibt und diese in vier Kilometer Entfernung erworben werden müssen. Mit dem Wissen um die anfallende Parkplatzgebühr von 10 € entscheiden wir uns den Besuch der Klamm nicht weiter zu forcieren und damit die insgesamt 43 gesparten Euro anderweitig einzusetzen.
Nach kurzer Recherche ist ein neuer Plan geschmiedet und wir wechseln die Talseite. Fast gegenüber befindet sich der „Rekreacijski Park Završnica“. Diese kleine aber sehr gepflegte Parkanlage mit einem hübschen Wehr und türkisblauen Stausee lädt uns zum gemütlichen Picknick ein. Freddy genießt unterdessen das grüne Gras in der Sonne. Nach dem verspeisen der ersten Ration Proviant umrunden wir den kleinen See und kehren gemütlich zum Willy zurück.
Von hier geht es in nur wenigen Autominuten weiter in Richtung Landesinnere. Ziel ist diesmal ein kleiner versteckter Wasserfall namens „Slap Peracica“. Unser Auto stellen wir am Waldrand ab und begeben uns erst einmal steil bergab. Nach 15 Minuten erreichen wir das kleine Idyll mitten im Wald. Rund zwei Meter fällt das saubere Wasser hinunter in ein kleinen See. Ringsherum gibt es reichhaltige Flora mit vielen spannenden Pflanzen. Entlang des kleinen Bachs könnte Freddy wohl den ganzen Tag laufen. Da wir aber nicht wissen, wo das Ganze endet, laufen wir den Bach hinauf zurück zur Straße, an dessen Endet das Auto steht. Wie immer wenn wir uns auf den Rückweg begeben sinkt die Lust unseres Vierbeiners. Darum gibt’s für die bereits geleisteten Meter am Auto für alle einen kleinen Snack.

















Snack ist auch das richtige Stichwort für den nächsten Stopp. Aus Erfahrung wissen wir um die guten Backkünste der Slowenen und um die hier ansässige Spezialität: Bleder Cremeschnitte. Also besuchen wir in „Bistrica pri Trzicu“ eine Bäckerei. Leider ohne Cremeschnitte, dafür mit leckeren Börek Kringel, vier verschiedenen süßen Brezel-Teilchen und vier Milchbrötchen ähnlichen Stängeln. Der Cremeschnitte wegen besuchen wir nochmal einen örtlichen Supermarkt. Auf dem Weg fällt der aufmerksamen Beifahrerin dabei das Schild zum Ausflugsziel: „Dovzan Gorge“ auf. Bevor wir uns dahin begeben, werden wir doch noch fündig und packen neben ein paar Keksen für die nächsten Tage auch noch zwei Cremeschnitten ein.
Nun aber weiter hin zur Dovzan Schlucht. Der Weg führt bereits entlang des tobenden Wassers und zum Teil durch den Fels. Wir stellen unseren Willy am Parkplatz ab und machen uns auf den Weg entlang und durchs Flussbett. Imposant fließt das Wasser um die rundgespülten Steine, welche in viele Farben leuchten. Freddy muss die ein oder andere Stufe bzw. Kletterpassage hochgehoben werden, zeigt sich aber als echter Kletterfreund. Erst bei den senkrechten Stiegen auf über 5 Metern ist Schluss mit dem Ausflug. Am Ufer nehmen wir noch das Börek aus der Bäckerei ein und beratschlagen die letzte Station vor Sonnenuntergang.
Dafür wählen wir für die Rückfahrt den Weg über den Loibelpass. An dessen Ende liegt die Grenze zwischen Österreich und Slowenien – versteckt mitten in einem Tunnel. Doch bevor wir da durch fahren, halten wir direkt davor auf einem Wanderparkplatz. Von hier aus starten viele Touren hinauf zu den schroffen, nicht mehr von Bäumen bewachsenen Gipfeln. Mit Blick auf die Uhr und das verfügbare Tageslicht ist das jedoch keine Option mehr. Dafür schlängeln wir uns auf einem schmalen Pfad entlang des Berges – angenehm immer auf der gleichen Höhe. Erst durch einen wunderbaren Mischwald, später an kahlen Berghängen. Ziel sind zwei auf der Karte eingezeichnete Tunnel. Kurz davor werden wir noch einmal durch eine kleine Kletterpassage aufgehalten, welche aber alle an Leine und Stahlseil gesichert passieren.



























Danach gibt es erst einmal ein Relikt der Weltkriegsgeschichte zu sehen. Ein in den Fels gebauter Bunker, hier hat man wohl das Tal überwacht. Ein paar hundert Meter weiter erspähen wir dann auch schon den Eingang zum Tunnel. Ein erster Blick hinein überrascht uns dann doch sehr. Das Ende des Tunnels ist nur in weiter Entfernung zu erahnen. Dazwischen liegt jede Menge Dunkelheit. Nach einen kurzen Moment des Zögerns begeben wir drei uns mit Handyleuchten bewaffnet hinein. Unser Eingang ist ein wenig mit Geröll versehen, weswegen wir geduckt starten, ehe wir bequem und aufrecht durch die Dunkelheit laufen können. Das vermeintliche Ende entpuppt sich dann als Fenster. Der Tunnel geht weitere circa hundert Meter weiter. Hier ergibt sich für uns einen weiteren Weitblick hinein ins Tal nach Slowenien. Was wir auf der Karte fälschlicherweise als zwei Tunnel identifiziert hatten, waren in Wirklichkeit jeweils Anfang und Ende.
Auf dem gleichen Weg geht es dann zurück zum Auto. Mit selbigen starten wir kurz nach Sonnenuntergang in Richtung Hütte. Die anderen Reiseteilnehmer haben den Tag in der Sonne und mit Angeln am See verbracht. Leider gab es keine kolossalen Fangerfolge, weshalb die Bratkartoffeln mit Eiern und frischen Waldpilzen serviert werden. Als Nachtisch gibt es dann die superleckere Cremeschnitte aus Slowenien und natürlich ein Spielchen.

