Jede Reise kann noch so gut geplant sein, man kann sich etliche Checkliste und Merkzettel erstellen und am Ende fehlt doch etwas. Meistens nur Kleinigkeiten oder ein Detail, doch manchmal haben auch die kleinen Dinge im Leben eine große Wirkung. Aber erstmal von vorn.
Um 06:00 Uhr Morgens weckt uns der Handywecker sanft aus dem Schlaf. Die Vordersitze im Willy sind bequemer als gedacht. Danach geht es auf dem schnellsten Weg zum Hafen. Ja nicht zu spät kommen und die Fähre verpassen. Um 7 Uhr sind wir da, die Fähre geht 10:30 Uhr. Da bleibt noch genügend Zeit für eine kleine Fahrradtour durch die Altstadt von Tallinn. Hier reiht sich ein schönes Haus ans andere. Eine beeindruckend gut erhaltene Stadtmauer um den Kern der alten Hansestadt dient uns als Route zu den unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten: Kirchen, Regierungsviertel und tolle Gassen mit allerhand Gastronomie. Die Straßen sind menschenleer, die Morgensonne lässt alles in einem warmen rot erstrahlen. Langsam wird es aber Zeit die (wieder einmal historischen) Pflastersteinstraßen zu verlassen und die Fährfahrt in Angriff zu nehmen.

Eingecheckt sind wir bereits gestern, die Boardkarten sind auf dem Handy und die Ausweise liegen parat. Ein genauerer Blick auf die Personalausweise hätte uns hier schon die Information gegeben, welche uns nun die Dame am Fähr-Schalter verkündete: der Ausweis ist seit ein paar Tagen abgelaufen. Hier hieß es also erstmal Rückwärtsgang, kurz verdauen und Google nach Lösungen befragen.
Nach drei vergeblichen Anrufversuchen kam dann der Rückruf von der deutschen Botschaft in Tallinn und damit verbunden ein kleiner Hoffnungsschimmer. Man könne uns am Montag einen vorläufigen Reisepass ausstellen (wenn in Dresden auf dem Bürgeramt jemand zu erreichen ist). Jetzt hoffen wir auf die Daheim gebliebenen Landsleute im Dresdner Bürgeramt und das uns dieses Dokument auf die Fähre bringt.
Den Kopf stecken wir nicht in den Sand, dafür unsere Füße. 1,5 Stunde von Tallinn entfernt haben wir uns auf einem großartigen Campingplatz direkt am Finnischen Meerbusen niedergelassen und den Tag am Strand verbracht. Am Horizont erahnen wir bereits finnisches Festland.










