Heute Nacht hat es wieder kräftig gewindet und ganz ordentlich geschneit. Das hatte zur Folge, dass Wilma auf einer Seite komplett im Eispanzer gehüllt war und der Weg zur Toilette mit gut 20 Zentimetern Neuschnee bedeckt war. Nachdem wir uns durch den Schnee gekämpft, lecker gefrühstückt und den Eispanzer beseitigt hatten, konnte es losgehen.
Hier im Süden Islands haben wir noch eine kleine Wasserfallwanderung offen, die wir vor zwei Wochen übersprungen hatten. Bei etwas besserem Wetter mit leichtem Schneefall und wenig Wind machten wir uns auf die Socken. Immer entlang eines Flusses ging es bis zum Brúarfoss. Auf dem Weg begegneten uns noch zwei weitere sehenswerte Wasserfälle. Das Besondere ist hierbei das besonders blaue Wasser, welches sich hier hinunterstürzt. Wenn wir es nicht mit eigenen Augen gesehen hätten, würden wir die Farbe kaum glauben. Und auch die moderate Wanderung von rund 7 Kilometern bereitete uns viel Freude.
Nach der Wanderung hatten wir eigentlich auf einen kurzen Stopp in der nahegelegenen Werkstatt gehofft. Unsere geliebte rechte Seitentür lässt sich seit ein paar Tagen nicht öffnen. Da gestern keine Werkstatt offen hatte, wollte unsere Autovermietung für heute einen Termin klarmachen. Nach einem erneuten Anruf kam dann auch Bewegung in die Sache. Rund eine Stunde später konnten wir Wilma in das Hallentor fahren.
Insgesamt bestätigt sich hier nur der Eindruck, den wir auch auf den Campingplätzen gewonnen haben: Ordnung scheint nicht die Stärke der Isländer zu sein. Neben ein paar verrosteten Karosserien bestand das Innenleben der Werkstatt aus Schrott und Müll. Der aufgeweckte Werkstatt-Hund war jedoch sehr süß und begrüßte uns freudestrahlend.

Eine schnelle Reparatur schien das Unterfangen auch nicht zu werden. Der Mechaniker schraubte ein wenig herum und telefonierte anschließend noch etwas. Ergebnis: In ein paar Stunden sollten wir nochmal wiederkommen, dann könne man es reparieren. Auf Nachfrage zu einer genauen Uhrzeit mussten wir uns mit „in ein paar Stunden“ zufriedengeben.
Mehr oder weniger unzufrieden machten wir uns in der Zwischenzeit auf in Richtung Kerið. Dies ist ein imposanter Vulkankrater, der überraschend viele Menschen anzieht. In mittlerweile wieder stärkerem Schneefall umrundeten wir den Krater und statteten dem Kratersee einen Besuch ab. Interessant an diesem ist die Verbindung zum Grundwasser, aus dem der See gespeist wird. Da es sonst keinen Abfluss gibt, lässt sich anhand der Tiefe des Sees der Grundwasserspiegel ablesen.
Da noch kein Anruf in Sicht- bzw. Hörweite war, versorgten wir uns im nächsten Supermarkt mit Snacks und einer Toilette. Auf dem Parkplatz machten wir uns zudem die übriggebliebene Suppe von gestern nochmal warm.







Mittlerweile war es fast 18 Uhr und unsere Geduld am Abnehmen. Wir beschlossen, nochmal zu der Werkstatt zu fahren. Hier trafen wir den Mechaniker erneut an, der uns nochmal versicherte, dass es heute sicher noch klappen würde und wir auf den Anruf warten sollten.
Naja, was sollen wir sagen: Um 20 Uhr sind wir dann doch auch vom Hof gerollt, ohne Anruf und mit weiterhin verschlossener Tür. Dafür durften wir uns jetzt noch einmal durch einen ordentlichen Schneesturm zum Campingplatz kämpfen, welcher durch das Tauwetter nun einer riesigen Pfütze glich. Schnell gab es noch ein paar Nudeln, ehe wir uns ins Bettchen verkrochen. Das war heute wohl ein gebrauchter Tag. Die Wanderung am Morgen wird uns aber in sehr guter Erinnerung bleiben. Mal sehen, wie es morgen weitergeht.
