Distanz

118 km

Temperatur

7°C im Schnitt

Höhenmeter

660 hm

Sattelzeit

7:45 h

Heute geht’s aber mal wieder auf das Rad! Die Nacht war ruhig, so ruhig wie lange nicht mehr und so haben wir bestens geschlafen. Einmal verschieben wir sogar den Wecker um eine Stunde nach hinten, so schön ist’s ohne Wind und Regen. Danach bepacken wir so weit es geht die Räder damit es nach dem Frühstück gleich los gehen kann. Doch ein bisschen zögern wir den Start noch hinaus, hat es doch mal wieder angefangen zu regnen.

Bild des Tages

Als dann der Regenrader kaum Besserung verspricht, jedoch eine Wolkenlücke in erreichbarer Nähe anzeigt, brechen wir auf. Wieder werden wir auf den ersten Kilometern ordentlich abgeduscht, erreichen aber zügig das erhoffte Wetterloch ohne Regen. Ohne Niederschlag geht es dann auch gleich viel besser, da auch der Wind fast nicht zu spüren ist. Und so radeln wir seit Tagen mal wieder eine ordentliche Strecke.

Den Großteil dieser Strecke kennen wir natürlich schon, sind wir diese doch bei unserer letzten großen Etappe durch miesestes Wetter gefahren. Jetzt, mit etwas besserer Sicht und in die andere Richtung, gibt es aber wieder viele neue Eindrücke zu entdecken. Die steile Brücke, um die Insel Andøy wieder zu verlassen, ist indess keine große Überraschung, eher eine erwartete Herausforderung. Es sollte aber nicht die letzte sein. Zudem treffen wir heute auf auffällig viele Leidensgenossen und müssen feststellen, dass wir jetzt wohl keine Exoten mehr mit dem Rad sind. Insgesamt 7 weitere Radreisende kommen uns entgegen. Wenig später versorgen wir uns am Straßenrand noch mit ein paar frischen Eiern und sind überrascht, wie gut wir heute voran kommen.

So ist dann das Tagesziel – Einkaufen in Sortland – in realistische Reichweite gekommen. Doch bevor es soweit ist, gibt es noch zwei weitere Brücken zu überwinden. Zudem wird es auch wieder etwas nass von oben und die Kräfte schwinden so langsam. Brücke Nummer 2 des Tages ist da noch eine leichtere Aufgabe, stellt sie sich uns doch nur mit einem leichteren Anstieg in den Weg. Ganz anders die Brücke 3 rüber in die Stadt Sortland: 8 % Steigung und über 30 Meter Höhe gilt es für uns zu überwinden. Da kommen wir nochmal so richtig ins Schwitzen.

Auf der anderen Seite erwartet uns dann aber ein geräumiger, warmer und fast menschenleerer Supermarkt. Hier können wir uns für die nächsten Tage bevorraten und uns ein bisschen aufwärmen. Mal wieder fällt der Einkauf, auf Grund des aufkommenden Hungers, etwas größer aus und bringt unsere Gepäcktaschen an ihre Kapazitätsgrenze. Bis zum ausgemachten Schlafplatz ist es aber nicht mehr weit. Keine 4 Kilometer weiter soll ein Rastplatz sein, welcher zum verweilen einlädt.

Doch leider liegt dieser Platz ungünstig weit oben auf dem Berg und wir schaffen es nicht mit der vollen Beladung hoch. Noch knappe 2 km die schweren Räder den steilen Anstieg hochschieben ist nach 90 km einfach nicht mehr drin. Auf halben Weg brechen wir ab und versuchen unser Glück einfach weiter entlang der Route. Leider wird es nach Sortland erstmal nicht wirklich ländlicher, sondern ein Vorort reiht sich an den anderen. So suchen wir vergebens nach einem Platz, um unser Zelt aufzubauen und die Kilometeranzeige auf dem Tacho steigt und steigt. Ist aber alles halb so schlimm, machen die Beine doch noch ganz gut mit.

Bei einer kleine Recherche-Pause stellen wir fest, dass ein für die nächsten Tage anvisierter Campingplatz nur noch 15 Kilometer entfernt ist – hier soll es neben einer Küche, Duschen und Waschmaschine für schlappe 200 norwegische Kronen inklusive geben. Da brauchen wir nicht lange zu überlegen und machen uns auf den Weg. Diese sind natürlich besonders anstrengend und halten nochmal eine mächtige 30 Meter Brücke für uns bereit. Nach über 115 Kilometern in den Beinen und nach 21 Uhr ist das die wohl größte Herausforderung des Tages. Wir meistern sie und rollen kurze Zeit später auf den Campingplatz. Anmeldung funktioniert alles online und die Küche steht bereit für unser Abendmahl.

Zur Belohnung für diesen Tag haben wir uns für ein drei Gänge Menü entschieden: eine bisschen grünes Blattwerk, Putt i Panne mit Spiegeleiern und Kirsch-Kompott mit Daim-Streusel. Genau das richtige, was wir jetzt brauchten. Eine herrliche Dusche ist der Abschluss dieses anstrengenden, aber schönen Taigs. Morgen machen wir hier wohl nochmal Pause. Es soll regnen. Den ganzen Tag lang.


Tagesausgaben

Campingplatz – 17 €

Verpflegung – 60 €


Etappe

⚠️ Farbe = Geschwindigkeit | Punkte mit Zahl = 5km

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