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Reisen Wander-Herbst in Österreich - 2025

Tag 06 – Rückfahrt am Wasser entlang

Um neun Uhr haben wir uns heute mit dem Vermieter für die Abschluss-Übergabe verabredet. Das heißt, allzu zeitig müssen wir uns nicht aus dem Bett begeben. Zeit für uns, ausgiebig zu frühstücken und gelassen das Gepäck zu packen, gibt es obendrein. 

Während unsere Reisebegleiter direkt gen Norden in die Heimat starten, wollen wir den Tag noch mit einem Ausflug ausfüllen. Doch zunächst machen wir am Fuße unseres Hausbergs in St. Urban Halt und umrunden den spiegelglatten See als ausgiebige Gassirunde für Freddy. Die Laubfärbung hat in unserer Anwesenheit deutlich zugenommen und taucht die Hänge um uns herum mehr und mehr in wunderschöne Gelb-, Rot-, Brauntöne. Nach dem Beinevertreten ist die Fahrgemeinschaft bereit für das erste größere Stück der Rückfahrt. Aber nicht, ohne nochmal am Hof-Laden-Automaten einen Zwischenstopp einzulegen. Hier gelangen noch zwei Knacker und etwas Antipasti-Frischkäse in Kugelform ins Gepäck. 

Bild des Tages

Jetzt heißt es aber erstmal 2,5h Autobahn durch die Alpenrepublik, inklusive der legendären Tauerntunnel. Am anderen Ende erwartet uns dann auch bereits das Salzburger Land mit nassgrauem Nebelwetter. Genau in dieses steigen wir auch wenig später aus für einen Spaziergang durch die Lammer Klamm. Durch eine hohe Felsspalte wird hier tosendes Wasser gepresst. Von den Hängen tropft Tau, Regen und Nebelwasser auf die Wege entlang der Klamm. Ein Schild weist uns darauf hin, dass man die Klamm nicht nur von oben bestaunen kann, sondern dass sie auch mit Kanu oder Schlauboot befahren wird. Allerdings wohl nur mit etwas Übung. Die Lammer Klamm Route ist mit der Schwierigkeit 4 von 6 bewertet, was beim Anblick der Stromschnellen nicht verwunderlich ist. 

Neben viel Wasser gibt es hier im deutsch-österreichischen Grenzgebiet auch deutlich mehr Touristen, welche sich über die engen Pfade bewegen. Für Freddy ist das Ganze keine große Herausforderung. Lediglich die hohe Gitterrost-Brücke möchte man getragen werden. Am Ende mündet das Naturschauspiel in ein gemächliches Flussbett. Wir entscheiden uns hier nicht für den Rückweg über die nassen Holzwege in der Klamm, sondern für den Weg außen herum. Leider gibt es beim ansässigen Gastwirt keinen Kaiserschmarrn, weshalb wir uns für die geschmierten Brote im Auto entscheiden. 

Nach der wunderbaren Pause und gut gestärkt rollen wir schon bald über die Grenze. Kurz vor München empfiehlt uns das Navi eine schnellere Route abseits der Autobahn, zur Umgehung eines Staus. Das klappt bis auf eine kurze Stopp and Go Phase an einer Ampel auch wunderbar. Wieder zurück auf dem deutschen Kulturgut Autobahn, tuckern wir entspannt weiter Richtung Nürnberg. Hier bietet sich mit dem Rhein-Donau-Kanal eine weitere wunderbare Rastmöglichkeit am Wasser. Menschenleer und in ruhiger Abendstimmung werden wir hier von einem Flusskreuzfahrtschiff empfangen. Entlang des Kanals gibt es einen gut ausgebauten Rad und Fußweg, dem wir bis zur Rhein-Donau-Wasserscheide folgen. Markiert ist der Ort mit einem großen, steinernen Monument. 

Auf dem Rückweg wird es bereits dunkel, und unsere Bäuche haben die Schnitten vom Mittag bereits gut verwertet. Ein Anruf in der nächstgelegenen Pizzeria in Allersberg lässt aber auf Besserung hoffen. Und wir sollten nicht enttäuscht werden. Kaum 20 Minuten später duftet es im Willy nach frischgebackener italienischer Pizza. Ebenso schnell ist diese auch schon wieder verspeist. Die Pizza Ciao Ragazzi in Allersberg können wir also wärmstens empfehlen. 

Ziemlich genau 20 Uhr machen wir uns dann ein letztes Mal auf die Socken. In drei Stunden gleiten wir durch immer bekannter werdende Regionen Sachsens. Gegen 23 Uhr biegen wir auch schon in die Wächterstraße ein und liegen wenig später alle drei friedlich und mit den vielen tollen Eindrücken der letzten Tage im Bett.

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Tag 05 – Klammwanderung

Heute starten wir wieder alle gemeinsam und etwas gemütlicher in den Tag. Nach dem Frühstück geht es wieder in Richtung Slowenien. Diesmal endet allerdings unsere Fahrt am Anfang des Loibelpasses. Hier ist der Einstieg in die Tscheppaschlucht. Diese Klamm empfängt uns zunächst mit einstelligen Temperaturen – trotz grandiosem Sonnenwetter – und alpentypischen Glaswasser. Der Eintritt ist etwas moderater als das gestrige Angebot in Slowenien. Der Weg hindurch ist super ausgebaut, hält aber für Freddy einige Herausforderungen parat. Neben steilen Stufen, welche teilweise nur mit Hilfe zu bewältigen sind, sind es vor allem die Gitterbrücken, die große Überwindung kosten. Doch fast alle Hindernisse werden selbstständig bewältigt. Besser befestigte Wege, zum Teil in schwindelerregender Höhe, sind hingegen kein Problem. 

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Die Klamm selbst weiß mit vielen Wasserspielen und blauer Farbe zu überzeugen. Das Highlight sind aber die zwei großen Wasserfälle am Ende. Nach dem Bestaunen dieser Naturwunder folgen wir weiter dem Wasser gen Gipfel. An einer Gabelung entscheiden wir uns für die sonnige Talseite und die Aussicht auf eine geöffnete Baude. Den ersten Wunsch kann uns die Wegführung und der Himmel bieten. Die zwei Gasthäuser am Wegesrand zeigen sich hingegen geschlossen. Also geht es weiter nach oben. 

Nach einer weiteren halben Stunde und einem Gespräch mit Ortsansässigen nutzen wir einen Picknickplatz für eine ausgiebige Rast im feinsten Panorama. Gut gestärkt, sind es auch nur noch ein paar Minuten bis zum nächsten Ziel des heutigen Tages: dem Meerauge im Bodental. Dieser grünblaue See ist der Sage nach mit dem See in Bled (Slowenien) verbunden und bietet echtes Aquarium-Feeling. Bis zum Grund kann man die Fische darin schwimmen sehen.

Nach spontanem Studium des Busfahrplans teilt sich die Wandergruppe. Christiane und Uwe fahren mit dem Bus ins Tal zum Auto, während wir hier weiter das Bodental erkunden. Freddy darf leider mangels Maulkorb nicht mitfahren. So nutzen wir die Zeit und laufen in Richtung Märchenwiese. Diese soll ein schönes Panorama bieten, muss aber letztlich auf einen erneuten Besuch verschoben werden. Im Herbst ist der Zutritt zum Wald nach 17 Uhr untersagt. Da wir Reh, Hirsch und Braunbär nicht stören wollen, endet auch für uns hier der Ausflug.

Wenig später werden wir auch von den anderen beiden mit dem Auto eingesammelt und rollen wieder ins Tal. Zum Urlaubsabschluss halten wir auf dem Heimweg im Gasthof Singer. Hier empfängt uns ein überaus schneller und gastfreundlicher Kellner und serviert uns Kärntner Nudeln (mit Kartoffelmasse gefüllte Teigtaschen) in den Varianten: Käse, Spinat, Kürbis und Tomaten-Mozzarella. Den Abschluss des leckeren Mahls bildet für uns ein Zwetschgen-Auflauf (Pflaumenkompott mit Pfannkuchen) und ein großer Indianerkrapfen (Biskuit mit viel, wirklich sehr viel Sahne und warmer Schokosauce übergossen). Alles sehr, sehr lecker.

Reisen Wander-Herbst in Österreich - 2025

Tag 04 – Unser Herz schlägt für Slowenien

Heute trennen sich die Wege der Bewohner des Ferienhauses. Für ein gemeinsames Frühstück heißt es deshalb zeitig zu Tisch kommen. Um sechs Uhr morgens schmieren wir heute unsere Brote. Kurz nach sieben machen wir drei uns auf in Richtung Süden. 

Die slowenische Grenze ist nur rund eine Autostunde entfernt und hat bereits ab Tag eins unser Interesse geweckt. Mit den Erfahrungen aus unserem ersten Besuch in Slowenien sind wir freudig gespannt. 

Empfangen werden wir dabei so, wie wir Slowenien auch verlassen haben, mit besten Herbstwetter. Unser erstes Ausflugsziel ist die Schlucht „Pokljuka Gorge“. Der Weg zum offiziellen Parkplatz ist zwar laut Schild nur für „Landowner“ gestattet, in diesem Fall fühlen wir uns einfach mal so und passieren die Straße. 

Die Schlucht selbst beginnt zunächst eher flach entlang eines glasklaren Wasserlaufs. Typischerweise ist der Weg gesät mit vielen fast weißen Kalksteinen. Nach einer Viertelstunde führt uns der Weg steil hinauf durch eine beeindruckende Felshöhle mit mehreren Lichtfenstern. Durch ein solches stapfen wir weiter hinauf zum oberen Kamm der Schlucht. Hier scheint nun auch etwas die Sonne durchs Mischwalddach. Damit fallen dann auch die ersten Hüllen: ein warmer Tag kündigt sich an. 

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Kurz nach dem Wendepunkt des Rundwegs geht es dann rein in einen schmalen Felsspalt, welcher erst auf einer Treppe zwischen den Felsen und später in ein Balkon-Weg an der Felswand mündet. Zu Pfoten liegt uns hier ein riesiger Innenhof umgeben von Gestein. Der Weg hinaus führt abermals zwischen hohe Felswände hindurch, welche das goldene Morgenlicht strömt. Zurück am Parkplatz und nach kurzer Toiletten-Pause (jeder Parkplatz den wir heute besucht haben, war mit einer sauberen Trocken-Toilette ausgestattet) geht die Fahrt weiter. 

Nächstes Ziel ist die berühmte Vintgar-Klamm. Mangels Planungssicherheit am Morgen, haben wir uns nicht um einen 20-minutigen Zeitslot für den Eintritt gekümmert. Am Parkplatz wies uns dann der nette Herr drauf hin, dass es hier keine Tickets gibt und diese in vier Kilometer Entfernung erworben werden müssen. Mit dem Wissen um die anfallende Parkplatzgebühr von 10 € entscheiden wir uns den Besuch der Klamm nicht weiter zu forcieren und damit die insgesamt 43 gesparten Euro anderweitig einzusetzen. 

Nach kurzer Recherche ist ein neuer Plan geschmiedet und wir wechseln die Talseite. Fast gegenüber befindet sich der „Rekreacijski Park Završnica“. Diese kleine aber sehr gepflegte Parkanlage mit einem hübschen Wehr und türkisblauen Stausee lädt uns zum gemütlichen Picknick ein. Freddy genießt unterdessen das grüne Gras in der Sonne. Nach dem verspeisen der ersten Ration Proviant umrunden wir den kleinen See und kehren gemütlich zum Willy zurück. 

Von hier geht es in nur wenigen Autominuten weiter in Richtung Landesinnere. Ziel ist diesmal ein kleiner versteckter Wasserfall namens „Slap Peracica“. Unser Auto stellen wir am Waldrand ab und begeben uns erst einmal steil bergab. Nach 15 Minuten erreichen wir das kleine Idyll mitten im Wald. Rund zwei Meter fällt das saubere Wasser hinunter in ein kleinen See. Ringsherum gibt es reichhaltige Flora mit vielen spannenden Pflanzen. Entlang des kleinen Bachs könnte Freddy wohl den ganzen Tag laufen. Da wir aber nicht wissen, wo das Ganze endet, laufen wir den Bach hinauf zurück zur Straße, an dessen Endet das Auto steht. Wie immer wenn wir uns auf den Rückweg begeben sinkt die Lust unseres Vierbeiners. Darum gibt’s für die bereits geleisteten Meter am Auto für alle einen kleinen Snack. 

Snack ist auch das richtige Stichwort für den nächsten Stopp. Aus Erfahrung wissen wir um die guten Backkünste der Slowenen und um die hier ansässige Spezialität: Bleder Cremeschnitte. Also besuchen wir in „Bistrica pri Trzicu“ eine Bäckerei. Leider ohne Cremeschnitte, dafür mit leckeren Börek Kringel, vier verschiedenen süßen Brezel-Teilchen und vier Milchbrötchen ähnlichen Stängeln. Der Cremeschnitte wegen besuchen wir nochmal einen örtlichen Supermarkt. Auf dem Weg fällt der aufmerksamen Beifahrerin dabei das Schild zum Ausflugsziel: „Dovzan Gorge“ auf. Bevor wir uns dahin begeben, werden wir doch noch fündig und packen neben ein paar Keksen für die nächsten Tage auch noch zwei Cremeschnitten ein. 

Nun aber weiter hin zur Dovzan Schlucht. Der Weg führt bereits entlang des tobenden Wassers und zum Teil durch den Fels. Wir stellen unseren Willy am Parkplatz ab und machen uns auf den Weg entlang und durchs Flussbett. Imposant fließt das Wasser um die rundgespülten Steine, welche in viele Farben leuchten. Freddy muss die ein oder andere Stufe bzw. Kletterpassage hochgehoben werden, zeigt sich aber als echter Kletterfreund. Erst bei den senkrechten Stiegen auf über 5 Metern ist Schluss mit dem Ausflug. Am Ufer nehmen wir noch das Börek aus der Bäckerei ein und beratschlagen die letzte Station vor Sonnenuntergang. 

Dafür wählen wir für die Rückfahrt den Weg über den Loibelpass. An dessen Ende liegt die Grenze zwischen Österreich und Slowenien – versteckt mitten in einem Tunnel. Doch bevor wir da durch fahren, halten wir direkt davor auf einem Wanderparkplatz. Von hier aus starten viele Touren hinauf zu den schroffen, nicht mehr von Bäumen bewachsenen Gipfeln. Mit Blick auf die Uhr und das verfügbare Tageslicht ist das jedoch keine Option mehr. Dafür schlängeln wir uns auf einem schmalen Pfad entlang des Berges – angenehm immer auf der gleichen Höhe. Erst durch einen wunderbaren Mischwald, später an kahlen Berghängen. Ziel sind zwei auf der Karte eingezeichnete Tunnel. Kurz davor werden wir noch einmal durch eine kleine Kletterpassage aufgehalten, welche aber alle an Leine und Stahlseil gesichert passieren. 

Danach gibt es erst einmal ein Relikt der Weltkriegsgeschichte zu sehen. Ein in den Fels gebauter Bunker, hier hat man wohl das Tal überwacht. Ein paar hundert Meter weiter erspähen wir dann auch schon den Eingang zum Tunnel. Ein erster Blick hinein überrascht uns dann doch sehr. Das Ende des Tunnels ist nur in weiter Entfernung zu erahnen. Dazwischen liegt jede Menge Dunkelheit. Nach einen kurzen Moment des Zögerns begeben wir drei uns mit Handyleuchten bewaffnet hinein. Unser Eingang ist ein wenig mit Geröll versehen, weswegen wir geduckt starten, ehe wir bequem und aufrecht durch die Dunkelheit laufen können. Das vermeintliche Ende entpuppt sich dann als Fenster. Der Tunnel geht weitere circa hundert Meter weiter. Hier ergibt sich für uns einen weiteren Weitblick hinein ins Tal nach Slowenien. Was wir auf der Karte fälschlicherweise als zwei Tunnel identifiziert hatten, waren in Wirklichkeit jeweils Anfang und Ende. 

Auf dem gleichen Weg geht es dann zurück zum Auto. Mit selbigen starten wir kurz nach Sonnenuntergang in Richtung Hütte. Die anderen Reiseteilnehmer haben den Tag in der Sonne und mit Angeln am See verbracht. Leider gab es keine kolossalen Fangerfolge, weshalb die Bratkartoffeln mit Eiern und frischen Waldpilzen serviert werden. Als Nachtisch gibt es dann die superleckere Cremeschnitte aus Slowenien und natürlich ein Spielchen.

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Tag 03 – Wasserwanderung

Zu moderater Zeit klingelte heute der Wecker. Der Frühstückstisch ist abermals reich gedeckt mit Leckereien aus der Heimat. Nur die Brötchen-Vorräte neigen sich dem Ende. 

Nach getaner Nahrungsaufnahme und Bereitstellung passender Verpflegung für den Tag starten wir zu fünft in Richtung Abenteuer-Wasser-Wanderung. Nach 15-minütiger Fahrt sind die Wanderschuhe bereit für den Einsatz. 

Die wunderbare Wanderung führt entlang eines Bachlaufs mit viel Geplätscher, satt-grünen Moos und allerhand Wasserspielchen. Vom größeren Wasserfall bis zu kleinen Stromschnellen ist alles dabei. Für uns heißt das, viele Dinge entdecken zu können und den Fluss mehrmals über feste und hängende Brücken zu queren. Freddy zeigt sich hier als mutiger Begleiter der mit etwas Zuspruch jede Hürde meistert. Ein schöner, großer Wasserfall bildet den Abschluss des Weges am Wasser. 

Bis hier hin hat sich aber nicht nur unser Energietank beim Waldbaden gefüllt, sondern auch der Pilzbeutel. Nachdem die vergangenen Tage ein kleiner Hundebeutel gereicht hat, musste es heute schon ein großer Müllbeutel sein. Zurück zum Startpunkt geht es nach kurzem Picknick in der Sonne, dann erstmal etwas weniger beeindruckend über eine Straße, welche aber nach einem Waldstück mit toller Weitsicht auch ihre schöne Seite zeigt. 

Vorbei an saftigen Weiden mit Kühen und einem malerischen Hof mit kleinen Eseln geht unser Weg weiter ins Tal. Zum großen Pilzsack gesellte sich nun auch noch ein Beutel mit frischen Walnüssen, welche wir nach rund 4 Stunden Wanderung mit ins Auto laden konnten. 

Auf dem Rückweg wurden die nötigsten Besorgungen erledigt und samt Reisegruppe den Berg hinauf gebracht. Hier gibt es nun warmen Kakao und Tee – dazu ein bisschen Obst, Naschereien und Spielzeit. 

So gehen wir vergnügt in den Abend und werden von Christiane und Uwe mit frischen Pilzen, Kartoffeln und Tzatziki verwöhnt. Nach dem Essen dann das gewohnt Bild: vier Menschen beim Spielen. Diesmal allerdings „Dog“ – die Schweizer Variante von „Mensch ärgere dich nicht“ mit Karten statt Würfel und jeder Menge Regeln für den Extra-Spaß.

Reisen Wander-Herbst in Österreich - 2025

Tag 02 – Mischwald mit Pilzen

Kein Wecker. 

Erst zum Vormittag stapfen wir noch etwas verschlafen die knarrende Holztreppe hinunter in die Wohnküche. Der Duft von Brötchen steigt bereits auf und der Frühstückstisch füllt sich so allmählich mit Leckereien und Menschen. 

Draußen regnet es leicht und verleitet Freddy nur zum Minimal-Spaziergang und kurzem Beinheben auf dem Grundstück. Der Platz an der warmen Ofenbank ist dann doch viel verlockender. 

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Während draußen sich der Regen mit Schnee vermischt, werden in unserer Hütte fleißig Mischwälder mit Spielkarten gelegt und mit passenden Bewohnern ergänzt. 

Zum Nachmittag verziehen sich dann wie angesagt die Schnee-Regen-Wolken und wir machen uns zu fünft auf auf eine kleine Erkundungstour des Hausbergs. Der Weg führt uns einmal um den Berg herum, am St. Paul Gasthof vorbei. Dabei wechseln sich matschige Waldwege mit lohnenswerten Ausblicken ab. Und auch der umfunktionierte Hundebeutel füllt sich beständig mit Pilzen des Waldes. 

Wieder auf der Simonhöhe angekommen, gibt es Obst, Knoppers und Mozartkugeln. Wir entscheiden uns gegen eine Erweiterung der Wanderroute und für eine Erweiterung des Kartenspieles um die Flora und Fauna der Alpen – passend zur Urlaubsregion. 

Zum Abend gibt’s dann die Sammelerfolge mit Zwiebeln angebraten, dazu Reis, Blumenkohl und Béchamelsauce. Mit vollen Bäuchen machen wir uns im Anschluss nochmal auf nach St. Urban für einen Spaziergang um den gleichnamigen See. Krönender Abschluss der abendlichen Bewegungstherapie war ein Besuch im Selbstbedienungs-Hofladen. Hier landeten zu erst vier Becher Eis (Erdbeere, Banane-Schoko, Apfel-Walnuss, Karamell) im Einkaufskorb und wenig später in unseren Bäuchen. Bevor wir die Schlafgelegenheiten aufsuchten, gab es noch ein Spielchen. Dann aber ab ins Bett.

Reisen Wander-Herbst in Österreich - 2025

Tag 01 – Mautstraßen

Nach dem 03:30 Uhr der Wecker zum Aufstehen geklingelt hatte, wir die letzten Sachen zusammengesucht und mit Freddy eine nächtliche Morgenrunde gelaufen sind, ging es für uns drei gegen 04:30 Uhr auf in Richtung Urlaub. 

Nach wenigen Metern mussten wir uns für die passende Route Gen Süden entscheiden: kurz über das weniger ausgebaute Tschechien oder weiter und länger über die vielbefahrenen Autobahnen Bayerns. Wir entscheiden uns im Sinne Freddys für die kürzere Fahrzeit durchs östliche Nachbarland. Betti kümmerte sich schnell noch um die digitalen Mautangelegenheiten. Wenig später überquerten wir auch schon die Grenze. 

In Tschechien erwarteten uns weniger Autobahnen, mehr hügelige Landstraßen und das ein oder andere Nebelfeld. Die Temperatur-Anzeige an den Straßen zeigten bis zu Minus zwei Grad. 

Nach knapp vier Stunden lud uns eine alte Burgruine mit kostenlosem Parkplatz zu einer ersten Rast ein. Denn anders als in Deutschland sind Rastplätze in Tschechien absolute Mangelware. Also stapften wir drei durch zum Teil mit Raureif bewachsenen Wiesen in Richtung Burg Lauseck. 

Bild des Tages

Burgruine trifft es dann doch besser. Stehen doch nur noch ein paar Grundmauern in einem kleinen Wäldchen. Trotzdem lädt das Arial zu ein paar Klettereinheit für Herrchen und Hund ein, letzterer bekommt auch noch einen Frühstückssnack. Anschließend treten wir den Rückweg an und versorgen uns selbst auf der nächsten Etappe mit Bananen-Schokoladen-Kuchen und Obst. 

Kaum 15 Minuten später sind wir auch schon in Österreich. Für uns ist es erstmal etwas komisch, kennen wir doch sonst nur den Grenzübertritt mit Alpenkulisse. Jetzt heißt es allerdings wieder etwas mehr Autobahn, was vor allem bei Freddy für Erleichterung gesorgt haben sollte, lässt es sich doch bei der Monotonie der Schnellstraßen leichter schlummern. 

Nach einiger Zeit zeigen sich dann auch die ersten Ausläufer der Alpen und die Urlaubsgefühle schlagen so langsam aus. Doch eine kleine Herausforderung steht uns und Freddy noch bevor. Unsere Route führt uns über die Hohentauern und darauf geht es nur über kurvige Panoramastraßen. Schön anzusehen, aber eventuell etwas anstrengend für den Magen. Doch auch diese Hürde klappt ohne Probleme, dank extra langsamer Kurvenfahrten. 

Jetzt ist es auch nicht mehr weit. In St. Urban gibt’s noch mal eine ordentliche steile Straße mit ein paar Serpentinen. Dann biegen wir aber auch schon in die Einfahrt unserer Alpenhütte ein. Diese liegt etwas oberhalb der Straße mit spektakulären Weitblick ins Tal. 

Schnell packen wir alle acht Füße und Pfoten aus dem Auto aus und gehen auf Erkundungstour. Das Haus besteht fast ausschließlich aus Holz. Nur im Badezimmer gibt es Fliesen und in der Wohnküche einen angenehmen Steinboden. Im Holzofen wurde bereits etwas geheizt. Neben einer kleinen Elektroheizung im Bad und in der Wohnküche die einzige wirkliche Möglichkeit die Räumlichkeiten zu heizen. Ansonsten hat das Haus alles, was wir brauchen: drei große Schlafzimmer, breite Betten und einen großen Esstisch zum zusammensein. 

Nach dem schnellen Auspacken und Formalitäten klären mit dem netten Vermieter zieht es uns drei raus. Während der andere Teil der Reisegruppe noch auf der Anfahrt ist, begeben wir uns die Straße hinauf zur Simonhöhe. Auf dem Weg finden sich ein paar Plize fürs Abendessen. Oben erwartet uns ein Skigebiet im Sommerschlaf, welcher nur durch den Betrieb eines Schleppliftes für den ansässigen, gerade wenig besuchten Bikepark durchbrochen wird. 

Wir laufen ein bisschen durch die nassen Feldwege, ehe wir uns auf gleichem Weg zurück begeben. Wieder in der Hütte, trudeln auch gleich die anderen beiden Reisenden ein und wir treffen uns zum gemeinsamen Kaffee, welches fast nahtlos ins leckere Abendessen mit Nudeln, Tomatensauce, Waldpilzen und Reibekäse übergeht. 

Danach heißt es nur noch kurze Gassirunde, Zähneputzen und ab ins Bett.

Reisen Winter in Island - 2025

Tag 20 – Vom Winter in den Frühling

Der Tag ist genau 3 Stunden und 30 Minuten alt, als uns der Wecker aus dem Land der Träume holt. In dem geräumigen Bett mit viel Decke konnten wir wunderbar vor uns hin schlummern. Doch es hilft ja nichts, die erste Maschine in Richtung Berlin soll ja nicht ohne uns fliegen. Also schwingen wir uns aus den Federn, packen die letzten Sachen in Rucksack und Koffer und schnabulieren noch eine Kleinigkeit. Pünktlich um 04:30 Uhr sitzen wir auch schon im Taxi zum Flughafen.

Der Flughafen in Reykjavik ist etwas autonomer gestaltet, sodass wir vom Einchecken bis hin zum Boarding eigentlich nur an zwei Stellen Menschen begegnen. Dies und die Tatsache, dass wir sehr früh dran sind, hat zur Folge, dass wir bereits um fünf Uhr durch die Sicherheitskontrolle sind und uns zum Abfluggate begeben können.

Auch hier gibt es keinerlei Schwierigkeiten und wir können wenig später einen letzten Blick auf die funkelnden Lichter Islands von hoch oben über den Wolken werfen. Im Eiltempo bringt uns der Flieger wieder zurück nach Deutschland, sodass wir satte 15 Minuten vor der geplanten Ankunft landen. Eine ebenso rasante Gepäckabfertigung – unser Koffer ist die Nummer zwei auf dem Band – ermöglicht uns die weitere Rückreise mit dem Zug. Statt bis 12:05 Uhr auf den FlixBus warten zu müssen, steigen wir um 11:01 Uhr in den Zug.

Und auch hier verläuft alles nach Fahrplan. Wir müssen insgesamt drei Mal umsteigen, in Elsterwerda, Riesa und Coswig, und haben maximal ein paar Minuten Verspätung. So kommt es, dass wir bei bestem T-Shirt-Wetter kurz nach 14 Uhr wieder in der Heimat sind. Die Temperaturen sind erstmal ein kleiner klimatischer Schock, veranlassen uns aber zu einem spontanen Kontrollgang in den Garten. Anschließend heißt es Einkaufen, Abendessen und weiter Ankommen.

Und damit endet auch schon wieder dieses Abenteuer: im Winter nach Island. Wir freuen uns, dass so viele uns wieder hier auf unserem kleinen Blog begleitet haben und sagen Danke und bis zum nächsten Mal!

PS: Hier noch ein paar weitere Impressionen im Video:

Reisen Winter in Island - 2025

Tag 19 – Im Tölt Richtung Heimat

Heute wachen wir das letzte Mal unter den zwei Daunendecken in der Wilma auf. Passend dazu können wir zum Frühstück nochmal die von gestern übriggebliebenen Pfannkuchen mit Nutella und Bananen genießen. Kurz vor neun verlassen wir dann auch schon den Campingplatz. Um 9:30 Uhr sind wir nämlich ganz in der Nähe mit zwei Islandpferden zum Ausritt verabredet.

Als wir am Reiterhof ankommen, begrüßt uns nicht nur die liebe Sonne, sondern auch ein wunderbar aufgeweckter Collie. Wenig später folgen ihm noch zwei süße braune Labrador-Mischlinge, welche scheinbar frei auf dem riesigen Hof herumtollen können. Neben diesen verspielten Fellnasen gibt es natürlich auch allerhand Islandpferde – 47 an der Zahl – sowie eine kleine Herde Schafe. Jessica (die Besitzerin) begrüßt uns herzlich und bereitet soeben die auserwählten Reittiere vor. Diese hören auf die Namen Pytr und Sólin, letztere hat ihren Namen wohl aufgrund des hellen Fells – der Name bedeutet „Sonne“.

Nach Bezahlung und Helm-Auswahl kann es auch schon losgehen. Neben Jessica begleitet uns zusätzlich auch noch ihr Mann. Da sich keine weiteren Gäste angemeldet haben, ist dies bereits die gesamte Gruppe. Rund eine Stunde sind wir unterwegs. In der Morgensonne geht es durch weite Felder, vorbei an Islands größtem Gefängnis und runter zum Strand. Hier dürfen wir ein paar Robben beim Morgenschwimmen begrüßen und sind begeistert von dem großartigen Erlebnis. Hatten wir die letzten Tage bereits schon mehrfach Kontakt zu den kompakten Islandpferden, ist es fantastisch, jetzt nochmal ganz nah dran zu sein. Nach dem – mutmaßlich – anstrengenden Reiten, unter anderem durch knietiefe Eispfützen, haben die beiden sich ein paar kräftige Streicheleinheiten verdient.

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Nach diesem Highlight geht es nun zurück in die Hauptstadt Reykjavik. Und wie es der isländische Wettergott so will, beginnt es wenige Minuten nach Abfahrt heftig zu schneien. Mit unserem morgendlichen Ausritt haben wir also alles richtig gemacht. In Reykjavik stellen wir unseren Bus auf dem kostenlosen Uni-Parkplatz ab. Von hier aus drehen wir eine Runde in die Stadt. Zuerst erkunden wir die Toiletten im Nordischen Kulturzentrum, ehe es zur berühmten Kirche geht. Von hier schlendern wir durch die beliebte Einkaufsgasse mit unzähligen Souvenirshops. Trotz der Fülle muss man positiv erwähnen, dass jeder der Läden ein etwas angepasstes und individuelles Angebot hat. In einem gibt es sogar eine Hauskatze als Mitbewohnerin im Schaufenster.

Weiter geht die Sightseeing-Tour zur bekannten Oper, in welcher sich das Sonnenlicht in vielen Farben spiegelt. Mit einem kurzen Abstecher zum Hafen und einem beliebten Teich mit Enten-, Gänse- und Schwanen-Fütterungsstelle gelangen wir wieder zur Wilma. Zusammenfassend ist Reykjavik sicher eine hübsche, überschaubare Stadt, welcher wir aber im Tausch gegen die atemberaubende Natur drumherum eher hintenanstellen würden.

Nun neigt sich das Ende unseres Abenteuers unaufhaltsam dem Ende entgegen. Wir verspeisen noch die letzten Hot-Dogs, räumen auf und tanken voll. Dann geben wir unsere Wilma auch schon wieder an der Vermietung ab. Nun müssen wir nur noch irgendwie zum Hotel kommen.

Dieses liegt in Keflavik direkt in Flughafennähe. Zum Busterminal gelangen wir mit einem Shuttle-Taxi von der Bus-Vermietung. Von hier geht es rund 1,5 Stunden weiter mit dem Überlandbus. Gegen 18:30 Uhr sind wir dann im besagten Ort und finden uns wenig später in einem überraschend hochwertigen Hotelzimmer wieder. Für den in der Stadt niedrigsten Preis sind wir über die Maßen zufrieden. So ein großes Bett, Platz und eine eigene Dusche, hat schon was.

Nach einer kurzen Verschnaufpause versorgen wir uns im nahegelegenen 24h-Supermarkt mit etwas Kleinem zum Abendessen und fürs Frühstück. Jetzt geht es nur noch duschen und dann ab ins Bett. Der Wecker klingelt um 03:30 Uhr. Was wir da erleben, erfahrt ihr morgen im letzten Beitrag dieser Reise.

Reisen Winter in Island - 2025

Tag 18 – Baden im Schnee

Den vorletzten Morgen unserer Reise mit Wilma zelebrieren wir mit einem ausgiebigen Pancake-Frühstück. Gepaart mit Bananenscheiben und isländischer Nutella ist dies die perfekte Grundlage für den heutigen Tag.

Wir wagen uns noch einmal etwas weiter nördlich von Reykjavik. Hier gibt es unter anderem noch den Þórufoss Wasserfall zu bestaunen. Uns haut er nicht wirklich vom Hocker. Trotzdem zieht der Wasserfall zahlreiche Menschen an, wurden hier doch Teile von Game of Thrones gedreht.

Was uns aber vom Hocker haut, ist das heutige Wetter. Nach den stürmischen Tagen ist es heute fast windstill und die Sonne strahlt angenehm durch eine leichte Wolkendecke. Als Nächstes landen wir etwas abseits der Touristenhochburgen am Parkplatz des Glymur Wasserfalls. Es handelt sich um den Wasserfall mit der höchsten Fallhöhe (über 200 Meter!) in ganz Island. Das dieser nicht so stark besucht wird, hängt wohl auch mit dem etwas schwierigen Hinkommen über eine 3 Kilometer lange Wanderung zusammen. Dies soll zudem nur im Sommer möglich sein. Wir versuchen es trotzdem und wollen schauen, wie weit wir kommen.

Für isländische Verhältnisse ist der Weg sogar ganz gut ausgeschildert. Die frische Schneedecke verdeckt aber vorherige Fußspuren, weshalb wir den einzig frischen Trampelpfad folgen. An einem kleinen Bach biegen diese unvermittelt in die Wildnis ab. Wir folgen den Spuren weiter, bis wir die Gruppe ratlos in der Ferne stehen sehen … das ist definitiv nicht der richtige Weg. Denn wie üblich geht dieser durch den Bach weiter. Mit etwas Geschick meistern wir aber auch das und sind nun die Ersten, die heute hier entlang wandern. Die Landschaft ist atemberaubend und der frische Pulverschnee macht einfach Freude.

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Auf einem nun ganz gut erkennbaren Pfad geht es weiter bis zu einer tollen Aussicht auf die Felsspalte, in der der Wasserfall liegt. Um nun weiterzukommen, müssten wir allerdings einen deutlich größeren Fluss überqueren, was wir nun wirklich nicht schaffen. Im Sommer wird ein Baumstamm als provisorische Brücke darüber gelegt. Trotzdem gibt es hier etwas tolles zu bestaunen. Eine riesige Höhle mit drei Eingängen erwartet uns unter unseren Füßen. Darin haben sich jede Menge große Eiszapfen gebildet, die wunderbar in der Sonne glänzen. Hier draußen in der Einsamkeit genießen wir nochmal richtig diese Landschaft.

Als dann doch auch zwei weitere Wanderer vorbeischauen, machen wir uns wieder auf den Rückweg. Noch weiter nördlich wollen wir uns einen weiteren Vulkankrater ansehen. Die Fahrt dauert etwas mehr als eine Stunde, aber mit einem Podcast ist sie schnell vorüber. Am Parkplatz sind wir von der Größe des Kraters beeindruckt. Die Menschen oben auf dem Krater sehen winzig aus. Über viele Stufen kämpfen auch wir uns hinauf. Die Aussicht ist grandios und der sanfte Schnee und das famose Wetter runden den wunderbaren Blick ab. Wir spazieren einmal um den Krater herum, ehe es wieder bergab geht.

Ganz in der Nähe gibt es auch noch den Glanni Wasserfall zu erkunden. Bis auf zwei weitere Gäste sind wir hier wirklich alleine. Besonders gut gefällt uns hier die klare Abflusskante, durch welche man wie durch ein Fenster blicken kann. Wir können also festhalten: Auch nach 18 Tagen Island können wir uns noch für Wasserfälle begeistern. Nun ist es bereits nach 17 Uhr und wir müssen uns etwas beeilen.

Um 18:30 Uhr haben wir nämlich einen Besuch in den Hvammsvik Hot Springs gebucht. In diesem, nennen wir es Schwimmbad, warten 7 heiße Pools, das Meer und ein Dampfbad auf uns. Schnell haben wir uns umgezogen und stehen wenig später in Badesachen im kalten Wind direkt am Strand des Fjords. Also nichts wie rein in die 37° C warmen Becken. In den mit Salzwasser aus dem Meer gefüllten Becken hat man direkten Blick auf den Fjord und seine umgebenden Berge und kann sich entspannt treiben lassen. In den weiteren Becken kann man sich bei bis zu 40° C Wassertemperatur kochen lassen. Nach einer Weile sind wir so durchgeheizt, dass wir problemlos durch das Schneegestöber laufen können. So verbringen wir den Abend im heißen Wasser mit leisem Schneefall auf unseren Köpfen. Auch ein kurzer Gang ins Meer [2° C] musste natürlich sein. Dieser wurde jedoch mit schmerzenden Beinen schnell wieder abgebrochen. Richtig ins Schwitzen kamen wir dafür in der riesigen, aber leeren Dampfsauna. So aufgewärmt machten wir uns auf zum Campingplatz.

Unser erster Versuch schlug leider fehl, da bereits alle Plätze ausgebucht waren. Also entschieden wir uns für denselben Platz, von dem wir heute Morgen gestartet sind. Zum späten Abendessen um 22:30 Uhr machten wir die Reste von gestern nochmal warm und legten uns gut erholt ins Bett.

Reisen Winter in Island - 2025

Tag 17 – Sonnenschein und Schneesturm

Zum dritten Mal wachen wir auf dem Parkplatz vor dem Þingvellir Nationalpark-Center auf. Immer noch stehen wir in einer riesigen Eispfütze, aus der wir uns noch vor der Morgentoilette herausmanövrieren müssen. Anschließend das gewohnte Spiel: Bett zerlegen, frühstücken, Nacht bezahlen und losfahren.

Kurz bevor wir uns dem letzten Punkt widmen, zeigt sich sogar die Sonne für einen Augenblick am Himmel und lässt auf einen schönen Tag hoffen. Als wir wenig später losfahren, sind wir allerdings bereits schon wieder in einem heftigen Schneesturm. Da sich die Autowerkstatt weiterhin nicht gemeldet hat, ist unser erstes Ziel Hveragerði. Auch hier waren wir bereits vor ein paar Tagen, hier gab es das leckere Eis. Doch dazu später mehr.

Erst einmal wollten wir hier die nach Internetrecherche beste heiße Quelle ganz Islands auskundschaften. Diese liegt in einem sehr geothermal aktiven Gebiet. Nachdem es auf der Hinfahrt bereits wieder Anflüge von Sonne gab, finden wir uns gerade wieder im Schneesturm wieder. Wir packen uns gut ein und starten trotzdem die Wanderung. Der heiße Quellfluss soll rund 4 Kilometer weiter oben in den Bergen sein.

Zu Beginn durchqueren wir ein paar rauchende und etwas müffelnde Schwefelfelder. Je weiter wir den Berg besteigen, desto mehr machen sich auch die neuen Spikes-Schuh-Überzieher bezahlt. Durch den teilweise sturmartigen Wind ist der Schnee von den Wegen gefegt und hat blankes Eis übrig gelassen. Zum Glück wechseln sich solche Sturm-Episoden mit etwas ruhigeren, zum Teil sonnigen Abschnitten ab.

Nach ca. 60 Minuten und ein paar Flussüber- und -durchquerungen später, haben wir es auch geschafft. Bei strahlend blauem Himmel kommen wir an dem gut ausgebauten Steg an. Zuvor sind uns sehr viele Wanderer entgegen gekommen, sodass wir jetzt zu unserer Freude ganz alleine hier sind. Weniger zur Freude ist indes der nur lauwarme Fluss, welcher bei Temperaturen unter Null eher weniger zum Planschen einlädt. Außerdem fehlt es uns auch an Tiefe für ein ausgiebiges Bad.

Bild des Tages

Trotzdem können wir die tolle Aussicht sowie das wunderbare Wetter voll genießen. Als wir uns auf den Rückweg machen, kommen auch bereits die nächsten Schaulustigen entgegen. Kaum später fängt es dann auch wieder an zu stürmen und zu schneien. Wir halten folgendes fest: während Island-Neulinge auf besseres Wetter für den Start einer Tour warten, gehen die Erfahrenen bei schlechtem Wetter bereits los und können das gute Wetter am Ziel genießen. 😉

Wieder am Auto angekommen, verspüren wir nach so viel Schnee direkt Lust auf ein Eis. Daher führt uns der nächste Weg zur bereits erprobten Eisdiele im Ort. Zu unserer Enttäuschung macht diese erst um 14 Uhr auf. Da wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen wollen, nehmen wir die Wartezeit von 25 Minuten in Kauf… ohne die isländische Zeitrechnung zu bedenken. Denn scheinbar heißt ab 14 Uhr geöffnet nicht, dass ab 14 Uhr auf geöffnet ist. Als um 14:10 Uhr immer noch kein Eis für uns in Sicht ist, geht eben die Reise weiter.

Jetzt statten wir der Halbinsel Reykjanes einen Besuch ab. Hier gibt es den UNESCO-Geopark zu entdecken. Auf dem Weg dahin bekommen wir schon einen Vorgeschmack auf das, was uns erwartet. Es geht hindurch durch eine Mondlandschaft mit Kratern und Lavafeldern. Hier befindet sich aktuell einer der aktivsten Vulkane Islands. Da dieser gerade in Aktion ist, gibt es eine amtliche Warnung vor einer möglichen Eruption. Beim Betreten des Gebiets bekommt man auch direkt eine Nachricht auf sein Handy, dieses doch bitte immer bei sich zu haben. Außerdem sind entlang der Straße Fluchtfahrtwege ausgeschilderteschildert, sollte es tatsächlich zu einer spontanen Evakuierung kommen.

Den Vulkan wollen wir uns aber gar nicht anschauen, aus der Nähe geht das aktuell sowieso nicht und Lava tritt zurzeit auch nicht aus. Sondern den angesprochenen Geopark. Hier ist einer der wenigen Stellen auf der Erde, an dem der Mittelatlantische Rücken ans Tageslicht rückt. Sprich, wir bewegen uns wieder einmal auf dem Gelände von zwei Kontinenten. Neben dem ausgeprägten Vulkanismus zeigt sich dies auch in Form von Geothermie. Hier findet man unter anderem auch ein großes Kraftwerk, welches Reykjavik mit Energie versorgt.

Außerdem erkunden wir bei sturmartigen Windböen einen Leuchtturm sowie eine Statue von einem Riesenalk. Dieser bis zu 80 cm große Vogel war einmal der einzige nicht flugfähige Vertreter seiner Art auf der Nordhalbkugel. Leider wurde er bereits im 20. Jahrhundert aufgrund seines Fetts, Fleisches und seiner Federn getötet. Fun Fact an dieser Stelle: Bei diesem Vogel handelt es sich um den wahren Pinguin. Erst nach seinem Aussterben gab man seinen nicht näher verwandten Artgenossen auf der Südhalbkugel diesen Namen, aufgrund ihrer Ähnlichkeit.

Nachdem wir uns also die wichtigsten Ecken dieser spannenden Region angesehen haben, setzen wir zum Rückzug in Richtung Campingplatz an. Dabei gab es noch einen Abstecher an eine atemberaubende Küste. Aufgrund des enormen Windes peitschten hier die riesigen Wellen auf den Fels. Dabei konnte man auf dem Steg, der darüber ragte, ordentlich nass werden.

Nach der kurzen Dusche besichtigten wir noch ein altes Schiffswrack, welches hier auf Land gegangen war, ehe wir zum erhofften Campingplatz vorstießen. Dieser stellt eine Besonderheit auf Island dar, ist dieser doch kostenlos auf dem Land eines Bauern angesiedelt. Zu unserem Bedauern waren die Sanitäranlagen aufgrund der niedrigen Temperaturen und Frostgefahr abgeschlossen.

Also zogen wir uns noch ein bisschen weiter zurück und fanden schließlich in Selfoss ein nettes Plätzchen. Hier gab es Curry zum Abendessen und eine hoffentlich ruhige Nacht.