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Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 033 – Ausgeschlafen müde

Distanz

57 km

Temperatur

10°C auf der Strecke

Höhenmeter

294 hm

Sattelzeit

4:05 h

Den Luxus einer echten Hütte mit jeder Menge Platz wollen wir natürlich so gut es geht auskosten. Deshalb bleibt der Wecker aus und wir, so lange wie wir mögen liegen. Leider – was zu erwarten war – hat der kleine Ofen den Raum nur so lange ein wenig gewärmt, wie er auch an war. Das Ergebnis sind kühle 6 °C am Morgen. Dementsprechend war auch das morgendliche Schlummern eher ein mögichst lange warm bleiben, ehe man in die kalten Sachen springen muss.

Als wir das gegen 10 Uhr hinter uns hatten, konnten wir uns über ein bisschen Sonnenschein und ein Frühstück am großen Tisch erfreuen. Nun nur nochmal frisch machen, einpacken und im wahrsten Sinne des Wortes: einen kleinen Budenschwung machen. Leider erleben wir Schweden wesentlich schmutziger, als wir es gedacht haben. Nicht nur am Straßenrand oder selbst in den Naturschutzgebieten, auch an unseren Schlafplätzen liegt Mal mehr Mal weniger Müll unserer Vorgänger. Das liegt vielleicht auch daran, dass es im Gegensatz zu bspw. Dänemark so gut wie keine Mülleimer an den Hütten gibt. Was in unsere Mülltüten passt, sammeln wir daher oft ein und bringen es zur nächsten Mülltonne – auch wenn das bedeutet, dass wir den Müll manchmal einige Stunden spazieren fahren müssen. Interessant ist, dass man in den Gästebüchern der Hütten von vielen Touristen liest, die gleich wie wir empfinden und die Besucher zur Mitnahme ihres Mülls auffordern. Das Motto: Hinterlasse den Platz besser, als du ihn vorgefunden hast.

Der Weg von der Hütte weg war etwas weniger abenteuerlich als der Hinweg, dafür umso nässer. Bald hatten wir aber die nächste Schotterstraße erreicht und befanden uns kaum später wieder auf der Route.

Bild des Tages

Das Radfahren fällt uns heute etwas schwer. Unsere müden Beine, Körper und Geister wollen heute nicht so recht in Gang kommen. Vielleicht kennt ihr das Gefühl, wenn man zu lange schläft… 😴 Da kommt uns eine Sitzgelegenheiten an einem Wasserkraftwerk genau richtig. Hier gibt es auch interessante Wasserspiele eines umgeleiteten Fluss, sowie eine historische Holzbrücke zu entdecken. Nach ein paar Fotos mit Sonnen-Wolken-Wechsel warten wir einen kleinen Graupel-Schauer ab, bevor es weiter geht.

Wenigstens ist das Terrain heute eher flach und so rollen wir die Kilometer dahin. Neben viel Wald, kommen wir an zahlreichen kleinen Flüssen mit rauschenden Stromschnellen vorbei. Mit der Ortschaft Gävle haben wir zumindest das Minimalziel für heute erreicht und können in der deutschen Supermarkt-Kette einkaufen gehen. Neben nötigen Grundnahrungsmitteln und Zahnpasta finden sich auch die ein oder andere Leckerei im Einkaufskorb. Ist wohl dem heute etwas müden Gemüt zu verdanken. Auf dem Parkplatz wird schon ein kleine Kostprobe genommen und der Schlafplatz ausgekundschaftet.

Eine weitere geschlossene Hütte ist heute leider nicht mehr erreichbar. Wir entscheiden uns deshalb für einen kleinen Unterstand ca. 15 Kilometer entfernt. Hier führt uns der Weg abermals entlang eines kleinen Flusses, welcher offensichtlich Hochwasser hat. An vielen Stellen drückt sich das Wasser über die Ufer. Das viele Wasser hat mächtig Fahrt und bildet hohe Wellen und rauschende Stromschnellen. Ein paar Kilometer aufwärts liegt dann auch unser Rastplatz. Hier bauen wir unser Zelt unter dem Dach auf und können mit Abendsonne und Flussrauschen unsere Nudeln mit Basilikum-Pesto genießen.

Tagesausgaben

  • Verpflegung und Haushalt – 23 €

Etappe

⚠️ Die Farbcodierung bezieht sich heute auf unsere Höhe.

Punkt mit Zahl = 5 km Zwischenziel

Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 032 – Auf dem Seitenstreifen nach Honolulu

Distanz

75 km

Temperatur

12°C in der Hütte

Höhenmeter

310 hm

Sattelzeit

4:31 h

Der Vormittag steht ganz im Zeichen der Wäsche. Erste Amtshandlung des Tages: Punkt 8 Uhr, zu Beginn unserer gebuchten Wäsche-Zeit, läuft die erste Maschine. Dann ist erstmal noch ein bisschen Gelegenheit ins Zelt und den warmen Schlafsack zu krabbeln. Nachdem Wäsche Nummer 1 im Trockner rotiert und Nummer 2 läuft, kümmern wir uns um Zelt-Abbau und gemütliches Beladen der Räder. Als dann auch Wäsche Nummer 2 die Plätze getauscht hat, ist endlich Zeit für Frühstück.

Mit komplett frischer Wäsche sind wir dann auch bereit für die Dusche. So sauber sind wir reif für die Fahrräder und satteln auf. Gerade als wir beim Campingplatz aus-checken fängt es an mit tröpfeln. Der Radar sagt weitere Nässe vorraus, sodass wir uns nochmal schnell in Regen-Schale werfen. So kann’s los gehen.

Bild des Tages

Tatsächlich soll der Regen von nun an für den Rest des Tages bis zum Abend nicht mehr wirklich aufhören. Aber davon lassen wir uns gar nicht abschrecken, haben wir doch ein hoffentlich lohnenswertes Ziel vor Augen. Dort hin führt uns zunächst der Seitenstreifen einer Bundesstraße… bestimmt 50 – 60 Kilometern lang. Dafür ist es recht flach und wir kommen für uns überdurchschnittlich schnell voran. Bis auf einen kleinen Boxenstopp am Supermarkt gibt es sonst auch nicht viel zu berichten. Für alle Nogger (Eis) Fans hier der gute Tipp: in Schweden gibt es ausschließlich das Nogger Classic ohne Crunch-Kruste, dafür immer mit festen Nougat-Kern.

Ganz ordentlich benässt biegen wir schlussendlich in eine einsame Schotterstraße ein. Hier biegen wir ab in den schwedischen Nadelwald. Vorbei geht es an den letzten Schneeresten im Straßengraben und als wir auch das letzte Haus passiert haben, biegen wir nochmal tiefer in den Wald hinein. Hier geht es über losen Schotter rein in die Wildnis. Was wir hier draußen wollen? Wir suchen Honolulu – unseren heutigen Schlafplatz. Dabei soll es sich um eine kleine Hütte mit Tisch, Pritschen und kleinem Ofen handeln.

Am Ende des Schotterwegs stehen wir vor einem Waldpfad mit vermosten Steinen, Wurzeln und Matsch. An Fahren ist hier nicht mehr zu denken. Unser Platz soll aber nur noch 360 Meter entfernt sein. Wir gehen auf Erkundungstour. Über den verwunschenen Pfad und unter tropfenden Bäumen gehen wir tiefer in den Wald hinein. Bis auf einer kleinen Lichtung tatsächlich ein Häusschen steht. Es ist offen und alles ist eingerichtet. Wir können unser Glück kaum fassen, heute mit einem Dach und vier Wänden drumherum einschlafen zu können. Wir müssen nur noch unsere Fahrräder durch den Wald geschoben bekommen. Doch auch das funktioniert besser als gedacht und so sitzen wir schon bald in der Hütte.

Wenn wir jetzt noch den Ofen zum Laufen bekommen wird es richtig perfekt. Doch der Holzvorrat hinter dem Haus ist leer und drumherum alles nass. Wir finden ein bisschen Reisig und Holz unter der Hütte. Mit jeder Menge Papier gelingt es dann doch, ein bisschen Glut zu kreieren und das Feuer am Leben zu halten. An der Stelle props an die heimatliche Erfahrung. Nun können wir auch nasses Holz trocknen und haben es ein bisschen wärmer in der Stube. Jetzt wird noch schnell gekocht und dann sind wir auch schon im Bett verkrochen.

Tagesausgaben

  • Verpflegung – 12 €

Etappe

⚠️ Die Farbcodierung bezieht sich heute auf unsere Höhe.

Punkt mit Zahl = 5 km Zwischenziel

Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 031 – Tropen-Wetter, Torten-Traum & Walpurgisnacht

Distanz

72 km

Temperatur

13°C im Schnitt

Höhenmeter

513 hm

Sattelzeit

5:08 h

Heute soll es weitergehen. Richtung: Norden. Ziel ist der städtische Campingplatz von Uppsala, genauer gesagt die Benutzung dessen Waschmaschine.Doch bevor wir aufbrechen, wollen wir noch unsere City-Card bis zur letzten Minute ausnutzen. So sind wir kurz vor halb 9 in einem Café in Stockholm und genießen Teilchen und kalten Tee (wie die Teewasser-Maschine funktioniert wissen wir bis jetzt noch nicht). Das kleine Frühstückchen war ebenfalls im City-Pass enthalten. Die Räder haben wir vollgepackt unter einer Überwachungskamera vor einem Supermarkt etwas außerhalb Stockholms abgestellt. So konnten wir bereits auschecken und haben die ersten Meter zum Tagesziel schon hinter uns.

Insgesamt hätten wir uns am Morgen aber etwas mehr Zeit lassen können. Der ÖPNV in Stockholm ist super zuverlässig, so dass wir noch Zeit haben, bevor die letzte Attraktionen auf der Liste öffnet. Zum Zeitvertreib schlendern wir durch den angrenzenden Park und erkunden das Seeufer. 9:58 Uhr und damit fast auf die Minute genau 48 Stunden nach Aktivierung unserer City-Cards, lösen wir die letzten Tickets darüber ein. Es geht ins Schmetterlings-/ Tropen-Haus/ Hai-Aquarium. Hier gibt es prächtige Falter, Schmetterlinge, Schildkröten, Frösche, Fische, tropischen Wald und den wohl bekanntesten Meers-Jäger zu bestaunen. Die tropischen Temperaturen im Innern sind auch nicht so schlecht, finden wir. Nach diesem warmen Besuch ist aber wirklich Schluss mit Stockholm. Wir nehmen unser Gepäck und sitzen schon wenige Minuten später im Zug nach Uppsala.

Bild des Tages

Nur Aussteigen müssen wir leider schon etliche Haltestellen eher. Ohne Fahrrad und ein bisschen Muskelarbeit wollen wir dann Stockholm doch nicht verlassen. Außerdem steht noch ein letzter Ausflug auf dem Tagesplan. Und zwar hat uns die Auslage des Bäckers, welcher uns am ersten Stockholm-Tag mit leckeren Gebäck versorgt hat, so gut gefallen, dass wir da nochmal hin müssen. Der Umweg dafür ist marginal und jeden Meter Wert. Denn kurz nach 12 sitzen wir das zweite Mal am Tag im Café und sind einfach begeistert. Beim Auswählen der Torten konnten wir uns wirklich nur schwer entscheiden. Schließlich fällt die Wahl auf: Prinzessinen Torte, Blaubeer-Sahne-Torte und Milhojas. Mittleres ist wohl selbsterklärend, ersteres besteht ebenfalls zu großen Teilen aus Sahne, dazu ein bisschen Erdbeere und eine grüne Fondant Schicht drauf, letzteres ist gestapelter Blätterteig verklebt mit Karamell. Eine heiße Trinkschokolade gibt es auch noch dazu. Wir sind verzaubert, verzückt und wohl auch ein bisschen verzuckert… Naja, jetzt wird wieder trainiert.

Wohl nicht zuletzt Dank der übermäßigen Energiezufuhr radeln wir die rund 60 Kilometer nach Uppsala fast ohne Pause. Lediglich eine kleine Verschnauf-Unterbrechung legen wir ein. Der Weg geht meist gut ausgebaut und flach entlang der Bahnstrecke, welche wir heute morgen hätten nehmen können. Uppsala begrüßt uns mit ausgelassener, fröhlicher Stimmung. Zunächst führen wir das auf das doch recht angenehme Wetter und die vielen jungen Studenten der Stadt zurück. Doch in der Warteschlange zum Check-In des Campingplatz informiert uns ein Flyer über den heutigen Tag. Die Walpurgisnacht und die damit verbundene Begrüßung des Frühlings ist hier in Uppsala der Feiertag Nummer eins. Die gesamte Stadt ist auf den Beinen und es wird ausgiebig gefeiert und gegrillt. Dies bestätigt uns auch eine Campingplatz-Begegnung beim Kochen.

An der Rezeption selbst erfahren wir leider einen kleinen Rückschlag: die Waschmaschine kann nur zu festen Zeiten gebucht werden und der späteste Zeit-Slot endet 17 Uhr – da war es bereits nach 18 Uhr. Heute wird also keine Wäsche mehr gewaschen. Dafür bekommen wir gleich den ersten Zeit-Slot morgen früh, von 8-11 gehört die Waschmaschine nun uns.

Tierfoto des Tages

Statt Würstchen vom Grill gibt es bei uns Nudeln mit Köttbullar und Käse aus dem Topf. Und damit sind wir auch ganz zufrieden. Jetzt hoffen wir, dass wir morgen unsere Wäsche endlich sauber bekommen und die vielen Frühlings-Begrüßer hier in Uppsala uns bestes Reisewetter verschaffen. Ihr werdet es auf jeden Fall erfahren.

Tagesausgaben

  • Verpflegung – 11 €
  • Torten-Rausch mit Kakao – 14 €
  • Campingplatz – 28 €

Etappe

⚠️ Die Farbcodierung bezieht sich heute auf unsere Höhe.

Punkt mit Zahl = 5 km Zwischenziel

Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 030 – Sightseeing & Shopping

Wir sind früh auf, um in den Tag zu starten. Wieder haben wir uns einiges vorgenommen, um unserer All-Inclusive-Karte bestmöglich auszunutzen. Ohne Frühstück brechen wir dafür auf zu unserem ersten Stopp: einem kleinen veganen Café in der Stadt. Hier erhalten wir eine große Tasse heißen Tee (am Kaffee-Konsum hat sich noch nichts geändert) und ein frisches Sandwich. Wir entscheiden uns für Avocado-Gurke und Grünes-Pesto. Es tut richtig gut, mal wieder etwas frisches zwischen den Zähnen zu haben.

Bild des Tages

Mit dieser kleinen Stärkung im Magen machen wir uns abermals auf den Weg zum Kai. Heute wollen wir gern raus zu den Schären vor Stockholm, natürlich mit dem Boot. Leider sind bereits alle Plätze auf den Schiffen ausgebucht, weshalb dieser Tagespunkt leider ausfallen muss. Aber das ist gar nicht so schlimm. So haben wir mehr Zeit den Skansen zu erkunden. Dies ist eine Mischung aus Freilichtmuseum und Tierpark. Aus ganz Schweden hat man Häuser hier auf einen Hügel gebracht und kann so die Kultur Schwedens erleben. Dazu gibt es noch ein Ostsee-Center, einen typischen Bauernhof und eben einheimische wilde Tiere zu erkunden. So bekommen wir heute wieder Elche zu Gesicht – dazu noch Braunbären, Rentiere, Luchse, Polarfüchse und Robben. Doch die überraschenderweise beeindruckendste Sichtung waren die Skandinavischen Gänse. Wir haben ja schon viele Gänse (nicht nur in diesem Urlaub) gesehen, aber diese wahren Riesen sind uns bereits von Weiten ins Auge gefallen. Die Vögel werden bis zu 15 Kilogramm schwer und haben hälse so Dick wie Unterarme. Neben den „normalen“ wilden Gänsen eine wahre Erscheinung.

Da wir durch die ausgefallene Bootstour 3 Stunden Zeit gewonnen haben, entscheiden wir uns spontan noch für einen Besuch im Spirituosen-Museum. Hier gibt es neben vielen künstlerischen Inszenierungen des schwedischen Exportschlagers – Absolut Vodka – auch Wissenswertes über Bier und die schwedische Trinkkultur zu erfahren. Unter anderem kann man sich über 200 schwedische Lieder und Trinksprüche zum Thema Alkoholgenuss anhören. Alles wird sehr professionell präsentiert und inszeniert, was uns sehr gut gefällt.

Da wir uns vorraussichtlich für lange Zeit das letzte Mal in einer Großstadt aufhalten, wollen wir die Gelegenheit nutzen und unsere Ausrüstung auffüllen. Unbedingt werden neue Gaskartuschen und Fahrradhandschuhe benötigt. Ein bisschen Speicherplatz und ein Halstuch nehmen wir bei der Gelegenheit auch noch mit. So sollten wir die kommenden Wochen gut überstehen können.

Tierfoto des Tages

Und wie von Zauberhand neigt sich der Tag auch schon wieder dem Ende hin. So entscheiden wir uns für den Gang ins Hotel. Auf dem Weg versorgen wir uns noch mit dem Nötigsten und Unnötigsten für das Abendessen und den morgigen Start zu den Lofoten.

Tagesausgaben

  • Verpflegung – 25 €
  • Ausrüstung – 120 €
  • Hotezimmer – 55 €
Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 029 – Stockholm zu Wasser und zu Füßen

Aufwachen im Warmen und im Bett – eine aktuell seltene Begebenheiten mit welcher wir aber gut Zurecht kommen. Das Frühstück gibt’s direkt am Bett in Form von Brötchen mit Tubenkäse, Marmelade und Nutella. Danach statten wir uns mit einem Nahverkehrsticket aus und starten mit der nahegelegenen U-Bahn in die Stadt.

Bereits in Kopenhagen haben wir uns für die Tage in Stockholm eine City-Card zugelegt, welche uns Zutritt zu vielen Sehenswürdigkeiten und Attraktionen der Stadt verschafft. Erfahrungen mit derartigen Städte-Karten haben wir bereits in Wien und Innsbruck gesammelt und uns entsprechend vorbereitet. Erster Halt ist gegen 10 Uhr der Dom von Stockholm. Von außen wirkt das Gebäude eher unbeeindruckend, was sich im Innern aber schlagartig ändert. Hier durchstreifen wir, begleitet von einer Chorprobe, ein prunkvolles Kirchenschiff. Nach ein paar Fotos haben wir diesen Tagesordnungspunkt aber auch abgehakt.

Als nächstes wollen wir uns ein wenig Ruhe und Pause nach den langen Fahrrad-Tagen gönnen. Dafür steigen wir auf’s Schiff für eine zweistündige Brückentour im bequemen Sessel. So lernen wir Stockholm erstmal aus der Sicht der Ostsee und der umliegenden Seen kennen. Zudem erhalten wir einen guten Überblick über die vielen Sehenswürdigkeiten und lassen uns einfach ein bisschen berieseln.

Bild des Tages

Nach ca. zwei Stunden auf dem Wasser wollen wir das maritime Gebiet aber noch nicht ganz verlassen und begeben uns zum Vasa-Museum. Hier ist das riesige Kriegsschiff der schwedischen Marine ausgestellt, welches bereits nach 1500 Metern Jungfernfahrt kenterte und im Hafen von Stockholm versank. Ein Konstruktionsfehler ist dafür verantwortlich, bietet uns aber die Möglichkeit ein nahezu vollständig intaktes Wunderwerk der Schifffahrts-Geschichte zu bewundern. Wir sind schon ganz schön beeindruckt davon und können nur jedem ein Besuch des Museums ans Herz legen.

Weiter geht unsere Tour in das benachbarte Nordische Museum. Hier sollen uns über 1,5 Millionen Exponate der schwedischen Lebensart und Kultur erwarten. Unserer Meinung nach definitiv kein Must-See in Stockholm. Ein paar interessante Dinge gibt es zu entdecken, an anderen Ecken fühlen wir uns eher an einen Flohmarkt erinnert. Nach einer kurzen Verschnaufpause reisen wir mit der U-Bahn weiter Richtung Stadtrand. Hier soll es hoch hinaus gehen.

In einem Veranstaltungs- und Shoppingareal steht neben dem größten Fußballstadions Schwedens auch die Avicii-Arena. Dieses kugelförmige Gebäude ist mit seiner Bauweise das Größte seiner Art. Außen an der Fassade kann man ebenfalls in einer Glaskugel gefangen hinauf fahren. Das wollen wir natürlich machen und haben einen tollen 360° Blick über Stockholm und Umgebung.

Bevor es weiter im Programm geht, versorgen wir uns abermals mit Reste-Essen in Form von lecker belegten Brötchen. Diesmal kann man hier wirklich auch von Brötchen im eigentlichen Sinne sprechen. So gestärkt geht es in die Stockholmer Fotografiska. In der Fotoausstellung gibt es tolle Kunst und Kunst, die wir nicht verstehen, zu bestaunen. Alles sehr modern und schick inszeniert. Alles in allem ein lohnender Ausflug. Dies können wir leider nur nicht vom letzten Punkt des Tages, dem Nobelpreis Museum behaupten. Hier werden wir nicht wirklich schlau daraus was es zu entdecken gibt und fühlen uns etwas verloren.

Jetzt sammeln wir nur noch die Reste von einem italienischen Restaurant ein und machen uns auf ins Hotel. Die Sonne ist schon untergegangen, als wir ankommen. „Italienisch“ sollten wir wohl lieber in Anführungszeichen setzen. Salat und Pasta sehen zwar ganz lecker aus, überzeugen aber nicht ganz so sehr. Dafür liegt es sich umso besser im weichen Hotelbett.

Ganz wichtig an diesem Tag waren zudem die vielen, vielen jungen Abiturienten, welche uns heute den ganzen Tag durch die Stadt begleitet haben. Traditionell sind alle mit einer weißen Kapitänsmütze ausgestattet und freuen sich über die hinter ihnen liegende Schulzeit. In Bars und Clubs wird heute sicher ordentlich gefeiert.

Tagesausgaben

  • Verpflegung – 15 €
  • Hotelzimmer – 55 €
  • 72-Stunden Tickets – 60 €
  • 48-Stunden City Pass – 135 €
  • Souvenirs 🙂 – 10 €
Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 028 – April in Stockholm

Distanz

63 km

Temperatur

8°C im Schnitt

Höhenmeter

550 hm

Sattelzeit

4:42 h

Heute morgen lassen wir nichts anbrennen… Nach dem Aufstehen packen wir unsere sieben Sachen zusammen und schieben die Hintern auf die Sättel. 14 Uhr können wir ins Hotel zu Dusche und Bett, dass wollen wir natürlich schaffen. Frühstück gibt’s unterwegs ganz wie zu Beginn in Deutschland – der Großstadt-Speckgürtel mit seiner guten Infrastruktur macht’s möglich.

Daher auch der erste Stopp nach ca. 10 Kilometern beim Supermarkt des Vertrauens. Wie entscheiden uns für Landbrot mit Aioli und Blaubeer Joghurt. Bei einem Wechsel aus Sonne und Wolken schnabulieren wir die Morgenmahlzeit in einem Universitätsviertel vor Stockholm.

Gerade als wir zum Hotel weiter aufbrechen wollen, überkommt uns ein ordentlicher Schnee-Graupel-Schauer. Für kurze Zeit ist Winter. Dennoch setzten wir unsere Fahrt durch die Vororte fort und werden von nun an von unregelmäßigen Graupel-Schauern begleitet. Unsere Route führt uns durch beschauliche Einfamilienhaus-Siedlungen, vorbei an Sportplätzen, durch einladende Parks und auch über hohe Autobahnebrücken über die Fjorde Stockholms. Eine halbe Stunde vor Check-In sind es nur noch 2 Kilometer und wir haben Zeit für eine kurze Rast im Park.

Bild des Tages

Nachdem wir die Wartezeit im Frühlingsgras in der Sonne liegend und mit ein paar Gummibärchen überbrückt haben, geht es auf zu unserem einfachen Hotel. Hier überwiegt der Baustil: Neubaublock und Hochhaus. Von außen nicht wirklich einladend, werden wir drin doch herzlich in Empfang genommen. Als Radreisende sind wir wohl eher die Ausnahme hier. Aber es ist uns möglich, die Fahrräder im Eingangsbereich des Hotels abzustellen und so vor dem schwedischen Aprilwetter zu bewahren. Zudem bekommen wir ein größeres Zimmer, diesmal sogar mit Fenster, ohne Aufpreis zugeteilt.

Darin richten wir uns auch schnellstmöglich ein und springen unter die Dusche. Schweiß und unseren natürlichen Teint wollen wir dann doch auch mal wieder los werden. Danach ist Zeit für ein bisschen Ruhe im weichen Bett.

Da der Tag ja gerade erst begonnen hat, machen wir uns auf die Suche nach einer Waschmöglichkeit für unsere Sachen. Waschsalons sind nicht wirklich verbreitet und wenn, dann mit enormen Kosten verbunden. Wir wollen unser Glück auf einem mehr oder weniger nahe gelegenen Campingplatz versuchen. Dieser liegt eh in der Richtung, in der auch unser heutiges Abendbrot auf uns wartet. Wir haben Mal wieder Lebensmittel vor der Tonne bewahrt und können diese zum Abend einsammeln gehen.

Als wir aufbrechen, schüttet es wie aus der Gießkanne. Kurzerhand entscheiden wir uns doch für die ganze Regenmontur und starten sogleich ins Nass von oben. Auf halber Strecke setzt sich die Sonne wieder durch und wir können ein paar Blicke auf die wundervolle Umgebung Stockholms werfen. Am Campingplatz angekommen, haben wir leider kein Glück. Die Waschmaschinen sind nur für Campinggäste buchbar. Naja, immerhin ist die Tasche mit der Dreckwäsche von außen nass geworden. Hoffentlich klappt es mit dem Abendessen besser.

Anschließend legen wir nur noch die Beine hoch und lassen uns von Mediathekinhalten berieseln. Morgen machen wir dann Stockholm so richtig unsicher.

Hier holen wir zu nächst eine Tüte mit „Resten“ aus „Lindas und Elinas Bäckerei und Konditorei“ ab. Hier gibt es neben Brötchen und Baguette auch Keks-Bruch, süße Schnecken und zwei Stück Zitronen-Torte. Die Auslage hat uns so überzeugt, dass wir überlegen, hier nochmal vorbei zuschauen. Keine 300 Meter weiter holen wir noch übrig gebliebenen belegte Brote und ein Schoko-Croissant bei einer Tankstelle ab. Mit der leckeren Ware im Gepäck, machen wir uns schnellstmöglich auf ins Warme. Ein Regenschauer später sitzen wir im Bett und verputzen unsere ergatterten Speißen. Den Tubenkäse mit Salamistückchen können wir unterdessen auch ein positives Feedback geben. Könnt ihr euch, wenn ihr Mal in Schweden seid, auch kaufen 😉

Tagesausgaben

  • Frühstück + Verpflegung – 14 €
  • Gerettete Lebensmittel – 10 €
  • Hotelzimmer – 55 €

Etappe

⚠️ Die Farbcodierung bezieht sich heute auf unsere Höhe.

Punkt mit Zahl = 5 km Zwischenziel

Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 027 – Wir sind in Schweden angekommen

Distanz

70 km

Temperatur

10 °C auf der Fähre

Höhenmeter

617 hm

Sattelzeit

4:16 h

Das Aufstehen nach dem Wecker haben wir aufgrund leiser Tropf-Geräusche an der Zeltwand kurzerhand verschoben. Wir bleiben noch etwas länger liegen und genießen die, über die Nacht in unseren Schlafsäcken angestaute, Wärme. Als wir aus dem Zelt kriechen, ziehen noch die grauen Wolken am Himmel über uns vorbei.

Doch scheinbar machen sich zur selben Zeit die Kraniche weiter auf den Weg gen Norden und pünktlich zum Frühstück tauchen am Himmel immer größere Wolkenlöcher auf – nach grau kommt eben blau. Trotzdem wollen wir nicht so recht in die Gänge kommen, stapelt sich der Abwasch nun schon den zweiten Tag und dies und das verzögert die Abfahrt immer weiter. Ein zufällig vorbei kommender Radfahrer macht zudem kurz Halt und möchte wissen was wir hier um die Jahreszeit schon treiben. Er selbst macht sich im Mai auf eine Tour in Deutschland auf, weshalb wir uns auch gut auf Deutsch verständigen können. Das Wetter sei aktuell nicht so gut für die Jahreszeit aber er wünscht uns viel Erfolg auf unserem Weg. Dann zieht er weiter auf seiner Trainingsrunde. Als wir das Lager endgültig abreißen, ist zumindest das Zelt wieder trocken. Wir starten also erst zur Mittagszeit in die Tagestour.

Am gestern entdeckten Schloss drehen wir eine kleine Extrarunde, um uns das Gebäude ein wenig näher anzusehen. Nicht wirklich spektakulär aber ein bisschen Abwechslung zu den roten Holzhäusern ist es dann doch. Die nächsten Kilometer machen wir ordentlich Tempo. Nur wenige Hügel dafür lange seichte Abfahrten und ein bisschen Rückenwind machen es möglich. In einem beschaulichen Städtchen machen wir eine kleine Snackpause am Kanal und setzten dann unsere Reise fort, immer weiter Richtung Stockholm. Es läuft weiter gut und wir gewinnen Meter für Meter.

Heute geht es ein weiteres Mal mit der Fähre über einen Ostseefjord. Auf dem Weg dahin haben wir unsere erste Begegnung mit frei lebenden Elchen. Wir sind ganz aus dem Häuschen und beobachten aus der Ferne das Weibchen mit Nachwuchs. So zeitig in Schweden haben wir nicht damit gerechnet und freuen uns umso mehr. Jetzt fühlen wir uns wirklich angekommen.

Tierfoto & Bild des Tages

Die Überfahrt mit der Fähre funktioniert diesmal perfekt mit kaum mehr als 5 Minuten Wartezeit. Auf ihrem Weg ans andere Ufer sind wir die einzigen Passagiere. Dort angekommen, sind es noch knapp 20 Kilometer bis zur Hütte und eigentlich wieder Zeit für ein kleines Päusschen am Bootssteg. Dabei verköstigen wir eine weitere Variante Schoko-Bällchen – diesmal mit Hagelzucker garniert. Fühlt sich im Mund auch nicht falsch an.

Danach wird es leider wieder etwas hügeliger, aber es bleibt noch im erträglichen Rahmen. Schließlich sind es die letzten Kilometer. Ein bisschen traurig sind wir, dass kein Supermarkt mehr auf dem Weg liegt und wir das schöne Wetter nicht mit einem Eis krönen können. Doch wie es der Zufall will, findet sich am Straßenrand ein Café mit einer feinen Auswahl an gefrorenen Leckereien. In der Nachmittagssonne schlecken wir unsere Eistüten und brechen bald auf zum Nachtlager.

Dieses liegt ca. 30 Kilometer vor Stockholm in einem kleinen Freizeitareal. Unser Shelter befindet sich direkt unter den Seilbahnen des Kletterparks – im Winter verläuft hier eine Skipiste. Die letzten Schneereste haben wir auch direkt gefunden und erklommen. Ansonsten kann man hier von Wandern über Mountainbiken bis hin zu Minigolf alles machen. Im Winter gibt es einen Rodelhang sowie Langlauf- und Abfahrtsmöglichkeiten. Der See lädt je nach Jahreszeit zum Baden, Angeln, Wasserski fahren oder Schlittschuhlaufen ein. Hier lohnt sich ein Besuch zu jeder Jahreszeit.

Nachdem wir den Kaiserschmarren zum Abendessen verputzt haben, liegen wir nun auch schon wieder bereit für neue Träume in unseren Schlafsäcken…

Tagesausgaben

  • Eis – 5 €

Etappe

⚠️ Die Farbcodierung bezieht sich heute auf unsere Höhe.

Punkt mit Zahl = 5 km Zwischenziel

Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 026 – Grau & grau

Distanz

78 km

Temperatur

8 °C im Zelt

Höhenmeter

565 hm

Sattelzeit

5:39 h

Die Nebelschwaden gestern Abend sind auch am Morgen noch nicht verzogen. Wie Zuckerwatte klebt die weiße Masse am Hang und an den Bäumen. Deshalb nehmen wir unser Frühstück heute im Innern der Hütte ein. Der Tisch ist mal wieder reich gedeckt. Wo auch immer diese ganzen feinen Sachen her kommen, aus unseren paar Taschen. Uns soll’s recht sein, so ist ein leckerer Start in den Tag gewiss.

Und da dabei solch nass-grauer Wetterlage so kaum Fahrradstimmung aufkommen will, fliegen wir erstmal eine Runde mit der Drohne, um unseren wunderbaren Platz am Meer. Damit wir aber am Ende des Tages nicht ohne Ergebnis da stehen, machen wir uns dann doch auf die Socken. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn bevor wir auf die Drahtesel aufspringen können, geht es den steilen Waldweg von gestern wieder hinauf. Bei unserer Ladung geht das nur zu Fuß mit dem Fahrrad in der Hand.

Bild des Tages

Als wir es dann doch in die Gänge geschafft haben, setzt sich zum einen die Hügellandschaft und zum anderen der graue Nebel fort. So radeln wir Kilometer für Kilometer weiter. Ein paar Black Storys lenken uns derweilen ab. Als wichtigstes Tagesziel wurde Nyköping auserkoren. Hier gibt es Nachschub für die Vorräte und eine Snackpause.

Zur Stärkung gibt es heute die gelben Pendants zu den grünen Rum-Teilchen, welche uns empfohlen wurden. Diese kommen mit fruchtigen Bananengeschmack daher und überzeugen uns auf Anhieb. In der Einkaufstasche landen zu dem weitere Varianten unseres geliebten Tubenkäses. Wir berichten sobald wir eine Meinung dazu abgeben können. Bisher wurden wir nicht enttäuscht. Lediglich den Serviervorschlag vom Safran-Käse müssen wir unter „experimentell“ verzeichnen. Denn heute morgen gab’s den Käse auf schwedischen Pefferkuchen-Keksen, welche am ehesten mit Spekulatius zu vergleich sind. Kann man essen, kann man aber auch auf richtiges Brot schmieren.

Die Bank im warmen Supermarkt sowie das Kunden-Wlan nutzen wir für die weiter Tagesplanung und organisieren uns zudem eine Übernachtungsmöglichkeit in Stockholm. So brechen wir voller Tatendrang auf zum neuen Shelter im Wissen, bald ein warmes Hotelzimmer beziehen zu können. Bis zur schwedischen Hauptstadt soll es zudem eher flach weiter gehen, was uns natürlich in die Karten spielt. Nicht desto trotz, warten noch rund 30 Kilometer graues Wetter auf uns.

Wie es der Name bereits vermuten lässt, ist das Wetter genau das richtige für die Grau-Kraniche welche uns nun scheinbar eingeholt haben auf der Reise Richtung Norden. Das letzte mal haben wir sie im grauen Norddeutschland zu Gesicht bekommen. Ein Zufall? Wer weiß, wir erfreuen uns jedenfalls an ihrem Dasein. Und das sind noch nicht alle tierischen Begegnung heute. Am Morgen schwammen gemütlich die Schwäne übers Meer, ein Marder o. ä. schaute an unserer Hütte vorbei, ein nicht kleiner Greifvogel überwachte den Verkehr von einer Laterne aus, ein paar Mufflons verschwanden vor uns im Gebüsch und jede Menge Rehe und Hasen hüpften über die Felder auf unserer letzten Etappe.

Tierfoto des Tages

Diese schien auch schon bald ein Ende gefunden zu haben. Trennte uns doch von der nächsten Hütte nur noch ein Weidezaun und ein Wanderweg. Das dieser Wanderweg länger und verwurzelter als gedacht ist, konnten wir nicht ahnen. Selbst eine kleine Runde zu Fuß zum Erkunden des Weges, brechen wir aufgrund von Aussichtslosigkeit ab. Hier kommen wir nicht weiter. Wir brauchen einen neuen Schlafplatz. Um die Ecke soll ein einfacher Campingplatz sein. Ist er auch. Nur geöffnet hat er erst ab Mai. Also drehen wir um und machen uns auf den Weg zur vor ca. einer halben Stunde passierten kostenfreien Zeltwiese. Auf dem Weg dahin versuchen wir noch ein Fischerhäusschen zu buchen – vergebens.

Da die Wiese doch recht feucht ist, entscheiden wir uns das Zelt lieber auf dem Parkplatz davor aufzustellen. Der graue Asphalt passt ja ganz gut zum Tag. Der Topf Nudeln mit Tomatensoße und Käse bildet dann den Abschluss eines aufregenden grauen Tages. Mal sehen was uns morgen erwartet.

Tagesausgaben

  • Verpflegung – 17 €

Etappe

⚠️ Die Farbcodierung bezieht sich heute auf unsere Höhe.

Punkt mit Zahl = 5 km Zwischenziel

Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 025 – HüÜüÜügeliges Schweden

Distanz

91,5 km

Temperatur

5 °C auf der Fähre

Höhenmeter

729 hm

Sattelzeit

6:28 h

Sanfter Nebel steigt über dem See auf, als wir uns gerade aus der Hütte pellen. Wie angesagt, lässt sich an diesem Morgen die Sonne nur hinter einer dicken grauen Wolkenwand erahnen. Wir machen uns natürlich trotzdem lecker Frühstück und treten anschließend in die Pedale. Und wie es der Titel schon erahnen lässt, wechseln wir zwischen Anstieg und Abfahrt immer hin und her.

Bild des Tages

Viel mehr passiert auf den ersten 60 Kilometern des Tages auch nicht – hoch, runter, hoch, runter…immer weiter durch den schwedischen Wald. Irgendwann sind wir dann in Söderköping angekommen und erledigen unseren Einkauf fürs Abendessen und den kleinen Hunger zwischendurch. Jetzt können wir eigentlich direkt zur nächsten Unterkunft aufbrechen. So weit sollte es nicht mehr sein.

Und da geht es erstmal ungewohnt aber angenehm flach zu. Denn der Radweg verläuft direkt neben einem Kanal welcher Ostseewasser ins Landesinnere bringt. Nachdem wir die am Ende befindliche Schleuse mit unseren Packeselen überquert haben, fängt das auf und ab aber wieder an. Dabei sind die Anstiege in der Regel gar nicht so steil. Es sind einfach immer wieder neue. Und immer muss man sich neu motivieren und nie weiß man, wann Schluss ist. Da wäre zumindest dem einen von uns manchmal so ein richtig langer Anstieg lieber, wenn man dann wüsste, das man es erstmal geschafft hat.

Aber Jammern hilft ja nichts, davon kommen wir auch nicht ins Bett. Wir treten weiter und überstehen auch den nächste Dämpfer, als sich die Asphaltstraße kurzerhand in eine Erde-Schotter-Gemisch-Piste ändert. Diese passieren wir noch gerade rechtzeitig bevor ein uns entgegenkommender LKW frischen losen Kies auf die der Straße verteilt.

In den kommenden Hügel-Kilometern wechselt das Wetter von Grau zu Grau mit Nebel. Und so langsam wird es auch wieder etwas kühler. Schritt für Schritt kommen wir unserem heutigen Ziel aber näher. An einer Fähre über einen Ostseefjord soll unser heutiges Nachtlager sein. Also müssen wir fast nur noch zur Fähre kommen und übersetzen. Das geht auch ohne Probleme und kostenlose aller halben Stunden … außer zwischen 18 und 19 Uhr da ist einen Stunde Pause. 18:12 Uhr stehen wir am Anleger.

Wir nutzen die Wartezeit für die schnelle Zubereitung des Abendmahls. Es gibt Teekaka mit Kräutermayonnaise zur Vorspeise und zum Hauptgang wieder Kroppkakan. Diesmal aber die große Ausführung. Nach drei Stück davon und zwei Brötchen im Vorgang ist man auf jeden Fall sehr satt.

Dann startet auch schon die Fähre ihre Motoren und wir setzen ans andere Ufer über. Und was für eine Überraschung. Hier erwartet uns nochmal ein Berg. Diesmal aber ein längerer mit 4% Steigung. Wir nehmen also nochmal alle Kräfte zusammen und strampeln auch diese ca. 100 hm rauf. Dann geht es das ganze nochmal runter und schon sind wir an unserem wunderbar gelegenen Schlafplatz.

Mit Blick über die Steilküste auf den Fjord haben wir ein traumhaftes Nachtlager gefunden. Hier können wir vorbei fahrende Schiffe beobachten und neue Kräfte sammeln, um morgen den Berg wieder hoch zu kommen.

Tagesausgaben

  • Verpflegung – 36 €

Etappe

⚠️ Die Farbcodierung bezieht sich heute auf unsere Höhe.

Punkt mit Zahl = 5 km Zwischenziel

Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 024 – In der Welt der Trolle

Distanz

61 km

Temperatur

12°C am Nachmittag

Höhenmeter

526 hm

Sattelzeit

3:40 h

Heißer Morgen im Zelt, leckeres Frühstück, gewohntes Schauspiel beim Zusammenpacken – soweit alles beim Alten. Das gute Wetter nutzen wir anschließend für einen Besuch einer der Top Touristen-Attraktionen in gesamt Skandinavien. So beschreibt es zumindest die Broschüre. Drauf gestoßen sind wir bei der gestrigen Schlafplatzsuche über Google Maps. Also schwingen wir uns auf die Räder und erradeln die rund 3 Kilometer ohne große Mühe.

Bild des Tages

So weit erstmal alles recht unspektakulär. Die „Mega-Attraktion“ ist auch nicht sonderlich ausgeschildert. Auf dem großen Parkplatz winkt uns nur ein riesiger Troll herein in seinem verzauberten Wald. Wir wechseln das Schuhwerk und folgen dem Ruf des Trolls. Und ehrlicherweise hat die Touristeninformation nicht zu viel versprochen. Auf einem kleinen, verwunschenen Wanderpfad durch Wald und über Felsen gibt es über 80 verschiedene Trolle aus Stein zu entdecken. Teils sind diese direkt in die Landschaft eingebettet oder bilden lustige Szenen. Wir kommen aus dem Entdecken gar nicht mehr raus. Das schöne Wetter mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen runden diesen fabelhaften Vormittag ab.

Und auch als wir den Troll-Pfad bereits verlassen haben werden wir von einer fantastischen Aussicht über die Stadt sowie den Fjord überrascht. Auf Felsen, ähnlich der Sächsischen Schweiz, kann man auch hier herrlichen den Tag mit Wandern durch die Natur verbringen. Als wir uns zurück zu den Fahrrädern begeben, ist es bereits Mittag. Aber dieser Ausflug hat sich mehr als gelohnt.

Für den angebrochenen Tag steht nun nicht mehr so viel auf der To Do Liste – Einkaufen und Schlafplatz finden. Ein Shelter in erreichbarer Nähe haben wir schnell ausfindig gemacht und ein Supermarkt liegt auch auf den Weg. Bis Ettappenziel 1 bläst es uns ganz ordentlich um die Ohren. Doch sind die Beine einmal warm, kommen wir auch hier gut voran. Die Aussicht auf ein Eis bei der Sonne steigert zudem die Motivation.

Auf dem Supermarkt-Parkplatz wird die Eispackung direkt geleert und auch die Salz-Karamell-Bällchen werden verköstigt. All zu lange wollen wir uns aber nicht die Sonne auf den Rücken scheinen lassen. Für den Nachmittag ist Regen angesagt und vielleicht schaffen wir es ja im Trockenen zum Zeltplatz.

Tierfoto des Tages

Naja wirklich schnell kommen wir nicht voran. Liegt aber diesmal nicht am Wind, dieser kommt jetzt von hinten, sondern an dem vergessenen Handy, welches noch weiter auf dem Parkplatz Rast machen wollte. Kurzerhand wird das Gepäck abgesattelt und man(n) radelt die ca. 4 Kilometer zurück zu seinem mobilen Endgerät, welches glücklicherweise auch noch an Ort und Stelle liegt. Nach den extra Metern geht es aber wirklich gut vorwärts.

Bereits vor 17 Uhr erreichen wir Tagesziel 2. Auch hier lässt es sich mit Seeblick und Einsamkeit aushalten. Der Regen setzt zudem erst nach dem Lagerbau ein, sodass wir trocken essen und ins Zelt klettern können. Und morgen gibt’s dann Mal wieder einen anderen Start in den Tag. Leider. Denn nach Sonne sieht es nicht aus.

Tagesausgaben

  • Verpflegung – 10 €

Etappe

⚠️ Die Farbcodierung bezieht sich heute auf unsere Geschwindigkeit.

Punkt mit Zahl = 5 km Zwischenziel