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La Vélodyssée Frankreich - 2022 Reisen

Tag 04 – Hitze-, Radel-, Schlemmerwetter

Distanz

62 km

Temperatur

25,6° im Zelt zum ins Bettgehen

Sattelzeit

3:56 h

Heute machten wir uns auf, um die ersten großen Kilometer von der Gesamtstrecke abzuspulen. Der Start verspätete sich allerdings wieder einmal um ein paar Minuten, was der noch etwas holprigen Morgenroutine zuzuschreiben ist. Dennoch gingen wir motiviert und mit leckeren Marmeladen-Nutella-Frühstück im Bauch auf Tour.

Bild des Tages

Unser Weg führte uns heute durch viel Natur und zahlreiche Strandorte. Hier reiht sich ein Entertainment-Campingplatz an den anderen, welche aber nur im Augenwinkel an uns vorbeiziehen. Abseits vom Trubel geht es durch herrlich duftende Pinien-Wälder und der Radweg ist gesäumt mit prächtigen Zapfen, größer als eine Faust. Was man damit alles schönes zu Weihnachten anfangen könnte, denken wir uns. Zurück in die Realität und ganz weit weg von Schnee, Eis und Weihnachtsliedern bringt uns schnell der nächste Sonnenabschnitt. Auch wenn es durch zahlreiche Waldgebiete geht, in den Genuss von wirklich kühlen Schatten sind wir nicht gekommen. Die leichte Meeresbrise lässt uns das warme Wetter jedoch gut aushalten. Apropos Genuss, zur Mittagspause gab es natürlich wieder etwas zu Schlemmen.

Mit feinsten Blick auf’s Meer machten wir uns über die soeben erworbenen Backwaren und Früchte her. Neben obligatorischen Baguette mit frischer französischer Tomate und Gurke, gab es saftigen Schokobrownie und eine mit einer Art Puddingcreme gefüllte Blätterteigtasche mit Mandel-Baiser-Haube. Unser Fazit: kann man alles essen – und sollte man auch.

Weiter ging die Reise durch die bekannte Vegetation bei bis zu 33°C. Zu unserer Verwunderung überraschte uns Südfrankreich heute auch Mal mit dem ein oder anderen knackigen Anstieg – muss man mit so viel Gepäck nicht machen. Am Campingplatz angekommen überzeugten wir uns selbst mit einer etwas besseren Performance in Sachen Zeltaufbau und Abendessen-Zubereitung. An der Strandpromenade gab’s dann auch mal ein leckeres Eis. Dem konnten wir nicht wiederstehen, nachdem uns gestern eine Kugel für 3€ viel zu teuer war und es hier 2 Kugeln für 4€ gab – ist ja schließlich Urlaub. So gestärkt genossen wir Mal wieder einen tollen Sonnenuntergang.

La Vélodyssée Frankreich - 2022 Reisen

Tag 03 – gemütlich starten wir den Urlaub

Distanz

41 km

Temperatur

26 °C zur Pause im Schatten

Sattelzeit

2:50 h

Gestern schmunzelten wir noch über die Check-out Zeit von 12 Uhr, heute waren wir darüber froh. Vom Morgenregen überrascht, verbrachten wir die ersten Stunden gemütlich eingekuschelt in unserem Zelt. Ein nasses Zelt einpacken klingt einfach nicht verlockend. Irgendwann blieb uns allerdings nichts anderes übrig als in den sauren Apfel zu beißen und uns in den Nieselregen zu begeben. Nasses und trockenes Equipment säuberlich getrennt, rollten wir kurz vor 12 Uhr vom Zeltplatz. Die Reise geht los.

Bild des Tages

Weit kommen wir auf unseren ersten Radminuten nicht. Biarritz überrascht uns einfach mit so vielen schönen Ausblicken und Fotomotiven. Vom aufgewühlten Atlantik bekommen wir einfach nicht genug. Bei mittlerweile etwas besseren, trockenen Wetter können wir uns schlussendlich doch losreißen und los reisen.

Der Radweg führt uns nach einem kurzen Abstecher in Bayonne immer entlang des Atlantik. Wir kommen durch Industrie- und Naturschutzgebiete und lassen uns die Sonne auf den Rücken scheinen. Bereits nach 30 km Strecke halten wir nach einem Campingplatz Ausschau und werden bald fündig. Erstmal alles Nassgewordene trocknen, Lager aufbauen und was für den knurrenden Magen tun. Im Anschluss suchten wir den Tagesabschluss am Strand. Hier gab es nochmal Badespass, imposantes Wellenballett und einen ansehnlichen Sonnenuntergang. Bis auf den dezenten Sonnenbrand kann der Urlaub kaum gemütlicher starten.

Für alle zukünftigen Frankreich-Reisenden hier wieder ein Profi-Tipp: Mittwochabend ist Partyabend! Nicht nur auf unserem Campingplatz, sonder auf allen weiteren 4, die auf dem Weg zum Strand lagen, ertönen die Bässe. Und damit legen wir uns zum in der Ferne gleichmäßig wummernden Beat schlafen.

La Vélodyssée Frankreich - 2022 Reisen

Tag 02 – Endlich wieder Zug-Abenteur (auf französisch)

Distanz

27 km

Temperatur

32,5 °C am Bahnsteig

Sattelzeit

2:35 h

Im Morgengrauen regen wir unsere zerknietschten Körper so langsam aus den Bussitzen. Die Nacht verlief erwartbar entspannt nur mit ein wenig Aufregung bei dem Mitreisenden am Zwischenhalt Hanover. Draußen wirft unterdessen die Weltmetropole Paris bereits ihre Schatten voraus. Der Verkehr nimmt merklich zu, die Straßenränder sind erschreckend vermüllt und die Zeichenfolgen auf den Autobahnschildern kommen uns ungewohnt unbekannt vor. Nach gut einer Stunde in der morgendlichen, Pariser Rushhour erreich wir den Busbahnhof.

Bild des Tages

Am Busbahnhof angekommen packen wir im Trubel von über 160 Bussteigen die Räder und machen uns auf die geplante Erkundungstour. Wenigstens auf die Louvre-Pyramide und den Eifelturm möchten wir bei dieser Gelegenheit einen flüchtigen Blick werfen. Das Vorankommen mit den Rädern funktioniert dabei erstaunlich gut. Dank vieler Fahrradwege und stets bremsbereiten Franzosen kommen wir problemlos durch den zugegebenermaßen chaotischen Stadtverkehr. Ruhiger ist es da entlang der Seine, die von vielen schwimmenden Restaurants besiedelt wird. Verkehrsregeln und rote Ampeln scheinen die Pariser Fahrradfahrer jedenfalls nicht zu interessieren. Einen Besuch per Auto werden wir wohl nicht in Erwähnung ziehen. Das Highlight unseres Paris-Besuchs erleben wir allerdings auf dem Weg zum Bahnhof. Zum Frühstück gibt’s hier frischgebackene Baguette und süße Teilchen. In dieser Hinsicht haben die Franzosen definitiv ihr Können unter Beweis gestellt – einfach grandios.

Gut gestärkt und mit Schokokuchen im Gepäck geht es also auf Zugsuche. Im wahrsten Sinne des Wortes. In Sachen Ausschliederung gibt es hier noch einige Fragen bei uns. Nirgendwo war ersichtlich, von welchem Gleis unser Zug fahren sollte. Hat man einmal die passende Abfahrtshalle gefunden sollte man deswegen folgende grundlegende Informationen parat haben: Die passenden Zuggleise werden erst kurz vor Abfahrt bekannt geben und erscheinen auf den Anzeigetafel bzw. in der App. Das mehrmalige Nachfragen des vielen Zugpersonals in der Wartehalle hätten wir uns also auch sparen können. Nun hat dieses für uns neue System gleich mehrere Auswirkung auf das Reisen mit dem Zug – Mal wieder ein schönes Abenteuer.

So stehen wir Dank Auskunft eines netten Bahnhofsmitarbeiter am richtig Gleis. Nur das dieser nicht einem Defekt an genau diesen Zug vorhersehen konnte. Mit 35 Minuten angekündigten verspäteter Abfahrtszeit und ohne neue Gleisinformation schmoren wir also bei 32°C am Bahnsteig. 10 Minuten vor neuer Startzeit ist noch kein Zug in Sicht und uns wird doch wieder ein wenig mulmig. Wir erkundigen uns erneut zum Thema richtiger Abfahrtsgleis. Im selben Augenblick erscheint das entsprechende Gleis auf den Monitoren in der riesigen Wartehalle. Und so geschieht das, was scheinbar immer passiert: der halbe Bahnhof setzt sich in Bewegung. Für uns doppelt ärgerlich, da zum einen der Weg vom ursprünglichen Gleis 3 zur Nummer 24 wortwörtlich nicht weiter hätte sein können. Zum anderen gilt es nur ein weiteres Mal dicken Räder durch die sich langsam bewegende Masse zu manövrieren. Doch damit nicht genug. So finden sich am besagten Gleis 24 gleich zwei Züge, einer mit falscher Nummer und falschen Wagen dafür mit passenden Ziel, sowie ein Zweiter ebenso mit falscher Nummer und falschen Ziel dafür mit passenden Wagennummern. Also nochmal schnell einen Bahnhofsmitarbeiter suchen und nachfragen. Und tatsächlich sollte es der aller letzte Wagon am hintersten Gleis sein welcher uns aufnehmen soll.

Das Abfahrtssignal ertönt, die Tür schließt sich und wir stehen mit Sack, Pack und Rad im Zug. Weiter als bis zur Zwischentür sollten wir auch erstmal nicht kommen. Der reservierte Fahrradplatz war bereits gut gefüllt mit allerhand Gepäck. Fehlende Überzeugungskraft und einen nicht unerhebliche Sprachbarriere ließen uns keine andere Wahl als die Fahrräder so gut es geht zu lagern. Zum Happyend verhielf uns schlussendlich das sehr nette Zugpersonals, welches unser gesamtes Abteil nochmal über die Bedeutung eines Fahrradstellplatz belehrte und kurzerhand aufräumte.

Den Rest der Fahrt verbrachten wir nach all der Aufregung in aller Ruhe mit unseren süßen Leckereien und gelegentlichen Schlummer-Einlagen. Mit 90 Minuten Verspätung kamen wir schlussendlich in Bayonne an. Aufgrund der Verzögerung beließen wir die restlichen Tagespläne bei Supermarkt Einkauf und Zeltplatzsuche. Ersteres funktioniert Dank Selbstbedienungskassen mit Deutschkenntnissen problemlos. Die Suche nach einem Stellplatz hingegen erst im zweiten Anlauf, dafür mit direktem Strandzugang. Eben diesen erkundeten wir nach den obligatorischen Nudel-Abendbrot und waren schlicht weg beeindruckt. Wir haben schon das ein oder andere Meer gesehen und auch die stürmische Nordseeküste bei Sturmflut kennengelernt, doch diese Naturgewalt hier ist unfassbar. Gleichmäßig in ruhigen Takt brechen meterhohe Wellen brachial über den Sandstrand zusammen. Nicht ohne Grund lagert hier neben jedem Zelt und Campingmobiel ein Surfboard. Nach etwas Überwindung und mit dem ein oder anderen Vorbild wagten wir uns auch noch in die Fluten und durften die Kraft des Meeres am eigenen Leibe spüren.

Nun ist also die Anreise nach zwei Tagen abgeschlossen und unsere Tour nach Norden kann beginnen. Wir sind gespannt welche Erlebnisse auf uns warten und freuen uns das ihr alle dabei seid.

La Vélodyssée Frankreich - 2022 Reisen

Tag 01 – Alles im grünen Bereich

Distanz

12 km

Temperatur

35 °C

Sattelzeit

0,8 h

Es geht los! Heute machten wir uns auf den Weg zum Atlantik. Doch bevor sich die Pedale das erste Mal drehen konnten, gab es jede Menge zu tun. Denn unser Plan, den Urlaub erst an Montag zu starten und damit etwas Zeit zu gewinnen, ging nicht wirklich auf. All zu oft mussten wir feststellen, dass unsere To-Do-Liste nicht kleiner, sondern größer geworden ist. Also kurz gesagt: Alles wie immer.

Bild des Tages ♥️

Nicht sehr förderlich für ein entspanntes Urlaubsvorbereitungswochenende, aber dafür umso schöner waren zwei große Ereignisse: die Eurobike in Frankfurt und eine lang geplante Cocktail-Party im Garten mit ganz lieben Freunden. Zweimal durch Corona verschoben, viel der nächste passende Termin für diese auf den vergangen Samstag. Die To-Do-Liste wuchs. Und weil die Cocktails so lecker waren und man gar nicht genug bekommen konnte, ging die Feier auch extra lang. Aber auch das erste Highlight des Urlaubs war irgendwann tief in der Nacht vorbei. Was blieb war die Spurenbeseitigung am nächsten Morgen.

Die eigentlichen Urlaubsvorbereitungen starteten dann also erst am Sonntag Nachmittag. Die ein oder andere Herausforderungen beim Umbau der Räder rundeten den holprigen Vorbereitungstag ab. So viel am Ende des Tages unser Blick auf die To-Do-Liste etwas betrübt aus. Und so dachten wir uns: der Montag wird’s schon richten.

Morgenstund hat Gold im Mund. Zeitig ging es heute für uns aus den Federn. Der Garten wollte ein letztes Mal gewässert werden, die letzten Taschen mussten gepackt werden, an den Rädern fehlte es noch an den passenden Schrauben und die Wohnung sollte noch auf Vordermann gebracht werden. Und nun endlich, wenige Stunden vor Abfahrt, häuften sich die Haken auf unserer Aufgaben-Liste. Die Fahrräder rollten sauber, alles wichtige und nicht so wichtige fand ein Platz im Gepäck und auch das traute Heim zeigt sich ansehnlich. Sogar die Nähmaschine kam 30 Minuten vor Start nochmal zum Einsatz und reparierte die ledierte Strandmuschel. Zufrieden mit der getanen Arbeit kraulten wir ein letztes Mal unsere Fellnasen. Jetzt aber los!

Kaum waren die Räder gepackt, ging es auch schon los, über den Elbradweg zum Bus. Augenblicklich schnellte das Radreise-Fieber in die Höhe. Schade das am Bahnhof Neustadt schon Schluss war. Jetzt heißt es erstmal Busfahren. Und was sollen wir sagen – auf die Minute ging es in Dresden los und wir kamen pünktlich in Berlin an. Mit der gleichen Präzision starteten wir die Weiterfahrt nach Frankreich. Und da sind wir nun, im Bus nach Paris. Alles im grünen Bereich.

PS: Ein ganz großes Dankeschön möchten wir zum Abschluss noch allen lieben Menschen schicken die uns so wunderbare Urlaubsgrüße und UMSCHLÄGE geschickt haben. Wir nehmen es uns zu Herzen.

Reisen Über die Alpen nach Venedig 2021

Tag 15 – Urlaub bis zur letzten Sekunde

Distanz

16,5km

Höhenmeter

32hm

Sattelzeit

1:10h

Heute Morgen dachten wir uns noch: Was schreibt man am Abreisetag? Wir sind den ganzen Tag mit dem Zug unterwegs. Was soll da schon passieren? Da haben wir aber noch nicht an die Deutsche Bahn gedacht.

Bild des Tages

Das zeitige Aufstehen hatten wir gestern bereits trainiert. Check-out war auch schon erledigt, also nichts wie auf zum Bahnhof. Hier waren wir zwar ausreichend früh angekommen, doch stellte der Aufzug den Herren der Schöpfung vor mittlere Schwierigkeiten (das Fahrrad war einfach zu lang). Im zweiten Anlauf und mit weiblicher Cleverness gelang dann aber der Ebenentransfer (eine Fronttasche musste abgenommen und der Lenker senkrecht zum restlichen Fahrrad gedreht werden – gar kein Problem). Nach kurzer Wartezeit und kleinem Sprint zum Fahrradabteil war der erste Zug geschafft. Der Umstieg in Verona klappte einwandfrei, was auch an der pünktlicher Trenitalia lag. Von hier an erlebten wir unsere Tour quasi im Rücklauf. Aus dem Flachland rauf zum Brenner, von hier nach Innsbruck, ein Stück am Inn entlang, dann durch einen riesigen Tunnel und weiter bis nach München.

Kurz nach dem Grenzübertritt am Brenner machte sich erneut Aufregung breit. Umstiege mit dem Fahrrad sind immer ein kleiner Adrenalin-Kick. Doch auf die Aufregung folgte so gleich die Ernüchterung, ungeahnt hatten wir bereits 20 Minuten Verspätung angesammelt. Grund dafür waren wohl Baustellen und ein Brand in einem Stellwerk. Von da an hieß es hoffen und bangen, ob wir den Anschlusszug doch noch bekommen können (reguläre Umstiegszeit: 25 Minuten). Doch es half alles nichts. Bereits in der Zugdurchsage wurden alle Hoffnungen zerstört. Unser ICE nach Leipzig kann leider nicht warten und fährt ohne uns.

Der erste Anlauf im Reisezentrum scheiterte an der FFP2-Maskenpflicht in Bayern. Dies steckte noch in der Fahrradtasche und das Schlangestehen begann von vorn. Unser Anliegen stellte die netten Bahnmitarbeiter vor einige Probleme. Am Ende beschäftigten sich drei Kollegen damit. Das schwierige sind eigentlich nur die Fahrräder. In der Sommerzeit gibt es einfach zu wenige Fahrradplätze in den Zügen. Auch die Regionalbahn liefert keine Verbindung. Das ernüchternde Ergebnis: die Bahn bringt uns heute nicht mehr nach Hause. Ein Gutschein für eine Hotelübernachtung und eine Verbindung mit 3x Umsteigen im Regionalzug ab 5:00 Uhr bis 13:30 Uhr bleibt das letzte Angebot. Nach einer kurzen Nacht würde uns dann also eine langwierige und sicher anstrengende Reise zur Rushhour bevorstehen. Dazu kommt, dass der letzte Umstieg in Leipzig in 8 Minuten von Gleis 9 auf 21 mit 2 Fahrrädern und Gepäck schier unmöglich scheint. Das musste erst einmal sacken.

Als Alternative kamen uns als erstes die großen grünen Flixbusse in den Sinn. Eine zeitnahe Verbindung inkl. Fahrradmitnahme war auch hier nicht zu finden. Dafür sollte es ab 22 Uhr eine Möglichkeit zur Fahrt nach Dresden geben. „Bereits um 6 Uhr“ könnten wir am Hauptbahnhof aussteigen. Mangels Alternativen starteten wir einen Versuch beim Flixbus Service Shop. Auch hier empfahl man uns diese Route. Also gingen wir dieses Abenteuer an, in der Hoffnung, dass es das letzte in diesem Urlaub sein wird. Bis es jedoch soweit war, haben wir uns die Bäuche im Biergarten des Augustiner Kellers vollgeschlagen. Zum Abschluss also nochmal bayrische Brotzeit, Käsespätzle, Leberknödel, Brezel, Apfelstrudel und eine frische Dampfnudel (eine Art riesen Buchteln) mit Honigkruste und Vanille-Sauce. Alles sehr lecker aber im Vergleich zu Venedig doch Recht teuer. Bestens präpariert ging es also für uns zum ZOB München. Hier der nächste Trouble. Bei einer Umbuchung des Tickets ist wohl das Fahrrad eines potentiellen Mitreisenden, der aufgrund von Verspätung seines vorherigen Busses seinen Anschluss nicht bekommen hat, nicht mit umgebucht wurden. Also standen 4 Fahrräder für 3 Fahrradplätze am Bussteig. Unsere slowakischen Fahrer hat es zwar nicht gefallen, aber ein Rad verschwand kurzerhand mit im Gepäckabteil. Für uns gewissermaßen Glück im Unglück, denn ohne diesen Umbuchungsfehler wären nicht 2 freie Fahrradplätze für uns angezeigt worden.

Die Nacht verbrachten wir nun im Fernbus. Die Tiefschlafphase wurde von einem 2h Aufenthalt in Nürnberg unterbrochen, konnte dann aber pünktlich 2 Uhr Nacht fortgesetzt werden. Und siehe da, auf die Minute um 6:00 Uhr in der Früh erreichten wir „Dresden Hauptbahnhof“. Nun radelten wir über uns bekannte Wege endlich nach Hause. Hier erwarteten uns nicht nur zwei kleine schwarze Fellknäuel sondern auch eine wohltuende Dusche.

Dieses Mal haben wir unseren Urlaub bis zur letzten Minute ausgedehnt. Wir freuen uns das ihr so zahlreich an unserer virtuellen Seite wart und danken für die vielen Grüße. Das war es jetzt aber auch für diese Reise. Wir sehen uns!

Ciao Gracie – Betti & Arthur

Unsere Radreise in Zahlen

Tage

12

Distanz

633 km

Höhenmeter

4978 hm

Reisen Über die Alpen nach Venedig 2021

Tag 14 – Venedig, hier sind wir!

Distanz

11,5 km

Höhenmeter

2 hm

Sattelzeit

0:46 h

Den ausführlichen Besuch Venedigs haben wir uns für den letzten Tag aufgespart. Ganz früh machten wir uns auf, um diese einzigartige Stadt zu bestaunen. Am Nachmittag war dafür dann noch etwas Zeit zum Entspannen und am Abend gab es tatsächlich auch noch Pasta.

Bild des Tages

Heute klingelte mal wieder der Wecker. Die Menschenmassen auf venezianischen Pflasterstein kennen wir bereits zu gut, sodass wir dem Trubel – wenigsten in den ersten Stunden – entgehen wollten. Das gelang uns auch erstaunlich gut. Egal ob Rialtobrücke oder am Plazza San Marco – nur vereinzelt schwirrten schon Touristen herum. Auf dem Markusplatz herrschte trotzdem schon reges Treiben. Denn auf dem historischen Platz findet heute eine Modenschau vom Edel-Label Dolce & Gabana statt, deren Einführung/ Probe wir teilweise bestaunten. Ansonsten bewegten wir uns einmal Quer durch die Stadt. Hier ein Foto, da eine Fährfahrt und dort ein Gondoliere. Ein gewissen Scharm kann man dem ehemaligen Handelszentrum nicht absprechen.

Natürlich verirrte sich beim Schlendern auch die ein oder andere Kugel Eis in unsere Hand. Wir genießen also weiter auf ganzer Länge. Da unser Ticket für die Busse und Vapretti zum Nachmittag seine Gültigkeit verliert, kehrten wir um 14:30 Uhr Vendig ein letztes Mal den Rücken zu. Es waren drei wirklich tolle Tage. Die Stadt ist sehenswert und auf jeden Fall etwas Besonderes. Mit dem Massentourismus (auch ohne Kreutzfahrtschiffe) muss man Leben können. Besonders bleiben uns wohl aber die umliegenden Insel im Gedächtnis, welche auch einen weiteren Besuch Wert sind. In Venedig und Umgebung gibt es noch viel zu entdecken und wer weiß, vielleicht werden wir ja wieder kommen.

Nach einer kleinen Siesta am Nachmittag machten wir uns zu einer kleinen Shoppingtour auf. Die Verpflegungstaschen sind im Laufe des Urlaubs stetig leichter geworden. Und leeres Gepäck nehmen wir nicht mit nach Hause. Erst recht nicht, wenn es so viele Leckereien gibt, die sicherlich auch Daheim noch gut schmecken. Im Anschluss gab für uns ein letztes Mal italienische Küche. Hier gab es neben einer leckeren Pizza auch noch die ersehnte Pasta – diese können wir auch zweifelsfrei empfehlen. Morgen steht jetzt nur noch die Heimreise an. Und auch auf das „Zuhause-Ankommen“ freuen wir uns schon riesig. Wie es uns dabei ergangen sein wird, erfahrt ihr morgen wieder hier.

Reisen Über die Alpen nach Venedig 2021

Tag 13 – Inselhopping

Statt des Alarmtons des Handys, weckte uns heute leichter Nieselregen aus dem Schlaf. Da die Sonne offensichtlich auch noch etwas schlummerte, gab es also kein Anlass zur Eile. Am späten Vormittag machten wir uns dann aber auf nach Venedig. Das sollten wir wieder einmal nur kurz zu Fuß durchschlendern, bevor wir zu den Inseln drumherum übersetzten.

Bild des Tages

Mit den Erfahrungen des gestrigen Tages, gestaltete sich die Anfahrt nach Venedig und die Fortbewegung mit den Wasserbussen deutlich entspannter. Nach kurzem Stopp am Bahnhof (wir brauchten noch Fahrrad-Tickets für die Rückfahrt), erkundeten wir die ersten Gassen zu Fuß. Highlights hier: 3 süße gefüllte Cannolo und eine, wie wir vermuten, High-Society Hochzeit (inkl. Gäste im Leoparden-Pyjama). Anschließend begaben wir uns auf den Wasserbus zur Insel Murano.

Auf Murano reiht sich ein Glas-Handwerks-Geschäft an das andere. Denn die Glaskunst aus Murano ist weltberühmt. Und auch wir fanden gefallen an den vielen tollen Skulpturen und Schmuckstücken. Nach dem Bummeln schafften wir es auf die volle Fähre nach Burano. Die Insel ist ein ganzes Stück weg von Venedig und bekannt für farbenfrohe Häuser und Spitze. Da wir uns für letztere nur bedingt begeistern, freuten wir uns vor allem auf die bunten Häuschen. Und tatsächlich ist es ein freundlicher Empfang auf der kleinen Insel. In allen Farben leuchten die Bauten bereits vom Wasser aus. Staunend schlenderten wir an den Kanälen entlang.

Die Sonne hatte sich schon länger dazu entschlossen aufzustehen und bescherte uns Sommertemperaturen. Eigentlich perfekt um nochmal ins Mittelmeer zu springen. Also auf zum Vaporetto und zur nächsten Insel. Lido ist uns ja schon ein Begriff. Der Weg über die Strandinsel hatte noch einen weiteren Vorteil. Die Schlange zum Boot war nur 50 statt 100 Meter lang (die große Menge an Menschen wollte doch direkt nach Venedig zurück). Die Überfahrt dauerte etwa eine halbe Stunde. Den Weg zu Strand kannten wir, ebenso die Gelatterie mit dem leckeren Eis, also verbanden wir beides miteinander. Ergebnis: das Eis ist immer noch buonissimo und im Meer baden macht auch immer noch sehr viel Spaß. Da die Sonne sich nun schon wieder gänzlich am Horizont verdrückt hat, machten auch wir uns auf dem Heimweg.

Reisen Über die Alpen nach Venedig 2021

Tag 12 – Wir sind Frutti de Mare!

Distanz

26 km

Höhenmeter

15 hm

Sattelzeit

1:43 h

Gestern haben wir auf dem Weg zum Campingplatz die Route „München – Venezia“ verlassen. Was gestern ein Umweg war, ist heute unsere Abkürzung zum Ziel!

Bild des Tages

Um 11 Uhr ging es nach Ausschlafen und gemütlichem „In den Tag Starten“ wieder in den Sattel. Eigentlich standen rund 50 Kilometer bis nach Venedig auf dem Plan. Wir entschieden uns heute jedoch dagegen, wieder nach Treviso und damit auf den offiziellen Weg zurück zu kehren, sondern näherten uns der Lagune direkt von Campingplatz aus, immer der Nase nach. Das war zwar nicht so bequem, dafür umso kürzer und zügiger. Am späten Mittag stand bereits das Zelt auf dem „Camping Venezia“ in Mestre. Und da waren wir nun..am Ziel unserer Reise. Innerhalb von 12 Tagen sind wir Mal mehr, Mal weniger bequem von München über die Alpen bis nach Venedig geradelt. Und nun?

Der Stadtverkehr und das neue Gefühl der Ziellosigkeit drückten etwas auf die Euphorie-Bremse. Da Fahrräder in der Lagunenstadt verboten sind, machten wir uns mit einem Zwei-Tages-Ticket für den ÖPNV nach einer kleinen Verschnaufpause doch noch auf den Weg nach Venedig. Ein Bad im Mittelmeer klang doch zu verlockend, vor allem, da wir bis jetzt in diesem Urlaub noch nicht baden waren (zu kalt oder verboten).

An viele Menschen auf engem Raum, Busfahren und Wasserbusse mussten wir uns erst einmal gewöhnen. Doch mit ein wenig Experimentier-Freude fanden wir das richtige Schiff durch den „Canale Grande“. Die vielen kleinen Kanäle und unzähligen Prachtbauten ließen wir erst einmal nur an uns vorbeiziehen. Morgen ist ja auch noch ein Tag. Heute ging es auf die Insel Lido vor Venedig. Hier soll es einen Strand zum Baden geben. Und tatsächlich fanden wir heute das erste Mal im Urlaub ins kühle Nass. Wobei uns das Mittelmeer mit angenehmer Wassertemperatur empfang und wir uns entspannt in den salzigen Wellen treiben lassen konnten. Zum Abend strichen wir uns den Sand von den Füßen und schlenderten über die Promenade. Hier gab es Mal wieder unfassbar leckeres Eis und zwei Pizzen fürs Abendbrot am Kai mit Vendedig im Sonnenuntergang. Ein bisschen Kitsch darf es ruhig auch mal sein. Im Dunkeln schipperten wir dann wieder Richtung Bus zum Festland. Venedig: Morgen sehen wir uns wieder.

Reisen Über die Alpen nach Venedig 2021

Tag 11 – Die Alpen waren einmal

Distanz

91 km

Höhenmeter

425 hm

Sattelzeit

5:40 h

Heute nahmen wir die letzten steilen Alpenstraßen und tauchten ein ins Mittelmeer-Klima. Auf unserem Weg dahin wurden uns Bäume in den Weg gelegt und die Sonne brannte unerbittlich auf uns herab. Wir sind begeistert.

Bild des Tages

Nach Frühstück und Zusammenpacken sollte es für uns um den Lago di Santa Croce gehen. Am Ufer entlang – so der verheißungsvolle Plan. Die Schilder wießen uns den Weg, doch der Weg wurde zum Pfad. Ein Baum lag quer und bei der Wurzelpartie bergauf drehten wir um (den Baum überquerten wir also zwei Mal). Das Schild zeigte wohl doch auf die Straße. Jetzt lief es aber wieder, nach einigen zehrenden Metern flacher Steigung nun auch wieder bergab.

Schon bald entdeckten wir in den Gärten die ersten Palmen. Deutlich wärmer war es schon den ganzen Tag. Passendes Wetter also für ein Gelato (auf unser Reise ist dafür immer passendes Wetter). Heute fanden sich Joghurt-Pfirsisch & Sahne-Eis mit Nutella sowie Cremino & Biskuit in unseren Waffelhörnchen wieder. Lecker!

In der Region Veneto ging es jetzt bei Sonnenschein und 35° auf dem Fahrradcomputer weiter. Das Land ist flacher aber immer noch hügelig. Die Alpen sind beim Schulterblick noch gut zu erkennen. Die hiesigen Erhebungen sind alle samt mit Wein oder Olivenbäumen bepflanzt. Unsere Tour führt unter anderem über die „Strade del Prosecco“. Neben Trauben begegnen uns in den vorbei ziehenden Gärten auch allerhand andere Leckereien. Neidvoll schauen wir auf reife Pfirsiche, gelb-rote Granatäpfel, Birnen, Äpfel, gestreifte Paprika, kräftig rote Tomaten und natürlich Olivenbäume. Italien zeigt sich heute wie aus dem Bilderbuch. Nach der langen Tour heute, schmerzen die Glieder und der Hintern. Da waren wir richtig froh, auf einem großartigen Campingplatz anzukommen. Auf dem Gelände einer Gärtnerei sind wir quasi alleine auf dem Platz. Perfekte Bedingungen für unsere letzte Tour zur Lagunen-Stadt!

Reisen Über die Alpen nach Venedig 2021

Tag 10 – Die Talfahrt geht weiter

Distanz

66 km

Höhenmeter

601 hm

Sattelzeit

4:22 h

Gemütlich starteten wir heute in den Tag. Den Wecker ließen wir mal aus und zum Frühstück gab es dann den Kaiserschmarrn „von gestern“. Wenig überraschend waren wir also die letzten Radreisenden unseres Campingplatzes, die sich auf ihren Sätteln platzierten.

Bild des Tages

Nachdem wir den Anstieg vom Campingplatz zurück auf die Route hinter uns gebracht haben, setzten wir unsere kontinuierliche Abfahrt fort. Auf einer nahezu unbefahrenen Landstraße ging es teilweise richtig steil bergab. So macht das Radeln Spaß. Die vielen kleinen Steigungen zwischendurch waren da gar nicht so schlimm.

Vor Herausforderungen stellten uns erst später wieder diverse Baustellen und Absperrungen sowie mittelmäßiger Gegenwind. Eine empfohlene Abkürzung aus unserem Radreiseführer konnten wir leider nicht nehmen, was uns nicht nur ein paar extra Kilometer auf den Tacho brachte, sondern auch einige Verfahrer mit sich brachte. Die ansonsten ausgezeichnete Beschilderung zeigte nun in der Region Belluno ihre Schwächen. Am späten Nachmittag haben wir uns dann aber doch am Lago di Santa Groce wieder gefunden. Bei strahlendem Sonnenschein genossen wir ein paar Minuten der Ruhe vor dem Zelt.

Das italienische Abendmahl bereiteten wir uns heute selber zu. Als Vorspeise gönnten wir uns eine Kugel Eis – Straciatella und Cremino -> sehr delizioso und für 1,10€ pro Kugel günstiger als in der Heimat. Vom Camping-Kocher gab es dann die, eben im Supermarkt erworbenen, frischen Gnocchi mit Steinpilzfüllung und dazu Grillgemüse-Tomaten-Sugo. Daran könnten wir uns wirklich gewöhnen.