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Reisen Winter in Island - 2025

Tag 16 – Wasserfall und Warten

Heute Nacht hat es wieder kräftig gewindet und ganz ordentlich geschneit. Das hatte zur Folge, dass Wilma auf einer Seite komplett im Eispanzer gehüllt war und der Weg zur Toilette mit gut 20 Zentimetern Neuschnee bedeckt war. Nachdem wir uns durch den Schnee gekämpft, lecker gefrühstückt und den Eispanzer beseitigt hatten, konnte es losgehen.

Hier im Süden Islands haben wir noch eine kleine Wasserfallwanderung offen, die wir vor zwei Wochen übersprungen hatten. Bei etwas besserem Wetter mit leichtem Schneefall und wenig Wind machten wir uns auf die Socken. Immer entlang eines Flusses ging es bis zum Brúarfoss. Auf dem Weg begegneten uns noch zwei weitere sehenswerte Wasserfälle. Das Besondere ist hierbei das besonders blaue Wasser, welches sich hier hinunterstürzt. Wenn wir es nicht mit eigenen Augen gesehen hätten, würden wir die Farbe kaum glauben. Und auch die moderate Wanderung von rund 7 Kilometern bereitete uns viel Freude.

Nach der Wanderung hatten wir eigentlich auf einen kurzen Stopp in der nahegelegenen Werkstatt gehofft. Unsere geliebte rechte Seitentür lässt sich seit ein paar Tagen nicht öffnen. Da gestern keine Werkstatt offen hatte, wollte unsere Autovermietung für heute einen Termin klarmachen. Nach einem erneuten Anruf kam dann auch Bewegung in die Sache. Rund eine Stunde später konnten wir Wilma in das Hallentor fahren.

Insgesamt bestätigt sich hier nur der Eindruck, den wir auch auf den Campingplätzen gewonnen haben: Ordnung scheint nicht die Stärke der Isländer zu sein. Neben ein paar verrosteten Karosserien bestand das Innenleben der Werkstatt aus Schrott und Müll. Der aufgeweckte Werkstatt-Hund war jedoch sehr süß und begrüßte uns freudestrahlend.

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Eine schnelle Reparatur schien das Unterfangen auch nicht zu werden. Der Mechaniker schraubte ein wenig herum und telefonierte anschließend noch etwas. Ergebnis: In ein paar Stunden sollten wir nochmal wiederkommen, dann könne man es reparieren. Auf Nachfrage zu einer genauen Uhrzeit mussten wir uns mit „in ein paar Stunden“ zufriedengeben.

Mehr oder weniger unzufrieden machten wir uns in der Zwischenzeit auf in Richtung Kerið. Dies ist ein imposanter Vulkankrater, der überraschend viele Menschen anzieht. In mittlerweile wieder stärkerem Schneefall umrundeten wir den Krater und statteten dem Kratersee einen Besuch ab. Interessant an diesem ist die Verbindung zum Grundwasser, aus dem der See gespeist wird. Da es sonst keinen Abfluss gibt, lässt sich anhand der Tiefe des Sees der Grundwasserspiegel ablesen.

Da noch kein Anruf in Sicht- bzw. Hörweite war, versorgten wir uns im nächsten Supermarkt mit Snacks und einer Toilette. Auf dem Parkplatz machten wir uns zudem die übriggebliebene Suppe von gestern nochmal warm.

Mittlerweile war es fast 18 Uhr und unsere Geduld am Abnehmen. Wir beschlossen, nochmal zu der Werkstatt zu fahren. Hier trafen wir den Mechaniker erneut an, der uns nochmal versicherte, dass es heute sicher noch klappen würde und wir auf den Anruf warten sollten.

Naja, was sollen wir sagen: Um 20 Uhr sind wir dann doch auch vom Hof gerollt, ohne Anruf und mit weiterhin verschlossener Tür. Dafür durften wir uns jetzt noch einmal durch einen ordentlichen Schneesturm zum Campingplatz kämpfen, welcher durch das Tauwetter nun einer riesigen Pfütze glich. Schnell gab es noch ein paar Nudeln, ehe wir uns ins Bettchen verkrochen. Das war heute wohl ein gebrauchter Tag. Die Wanderung am Morgen wird uns aber in sehr guter Erinnerung bleiben. Mal sehen, wie es morgen weitergeht.

Reisen Winter in Island - 2025

Tag 15 – Waschtag & zurück auf Los

Trotz des rauen Sturms haben wir die Nacht in Wilma gut aushalten können. Da erstmal keine Wetterbesserung in Sicht war, nutzten wir auch die Gelegenheit zum Ausschlafen.

Anschließend mussten wir uns aber wirklich um unsere sieben Sachen kümmern, denn der Vorrat an frischer Wäsche hatte den maximalen Tiefstand erreicht. Das heißt: Heute musste gewaschen werden. Zu unserem Bedauern empfahl sich keiner der nächsten Campingplätze für dieses Vorhaben. Daher fassten wir den Entschluss, das miese Wetter, bei dem man eh nichts sehen konnte, im Waschsalon in Reykjavik zu verbringen. Bis dahin waren es rund 2 Stunden Fahrt.

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Gegen 14 Uhr hatten wir also unsere Island-Umrundung fertig und waren erneut in der Hauptstadt. In einem gut ausgestatteten Salon mit je vier Waschmaschinen und Trocknern verbrachten wir die nächsten 1,5  Stunden. Leider zeigten sich einige Kleidungsstücke nach Schleudern und Trocknen immer noch etwas klamm. Wir entschlossen uns daher erstmal für eine breite Auslage in der Wilma.

Während hinter uns die Wäsche lüftete, kümmerten wir uns um Snacknachschub und steuerten den Þingvellir Nationalpark an. Hier hatten wir unsere zweite Nacht verbracht und für gut befunden, sodass wir die Örtlichkeit ein zweites Mal aufsuchten.

Hier angekommen, kümmerten wir uns als erstes ums Sortieren und Verstauen. Weiterhin feuchte Sachen fanden im Wäscheraum ein warmes Plätzchen. Zum Abendessen gab es heute eine Urlaubspremiere: Käse-Lauch-Suppe. Hat super geklappt und war sehr lecker.

Morgen wollen wir dann noch ein paar verpasste Spots vom Anfang des Urlaubs nachholen. Hoffentlich ist das Winterwetter dann etwas weniger stürmisch und mit etwas besserer Sicht.

Reisen Winter in Island - 2025

Tag 14 – Schnee, Regen, Sturm – Schneeregensturm

Der erste Schritt des Tages landet in einer frischen, noch unberührten Schneedecke aus der Nacht. Während wir im Land der Träume abgetaucht waren, wurden wir sanft eingeschneit. Der Schneefall sorgt außerdem für eine unfreiwillige Umstellung unserer Reisepläne. Denn eine wichtige Straße auf dem Weg zum eigentlichen nächsten Campingplatz ist über Nacht unpassierbar geworden.

Daher führt uns unser Weg nicht auf die Westfjorde, sondern auf die nächstgelegene Halbinsel. Hier gibt es noch einige Plätze, die wir uns anschauen wollen. Im leichten Schneegestöber steuern wir die erste an. Eine heiße Quelle verspricht ein erneutes Badevergnügen im Freien. Und tatsächlich finden wir auf Anhieb die Stelle und das Wasser ist sogar richtig warm ~35°C plus schätzen wir. Also hüpfen wir wenig später in das warme Loch. Zu unserer Ernüchterung ist dieser Hot Tub nur etwa 40 cm mit Wasser gefüllt, was bei kräftigem Wind und einstelligen Temperaturen das Badevergnügen etwas trübt. Zumal sich am anderen Ufer bereits andere Badegäste anbahnen, sodass wir uns zügig wieder in die Wilma zurückziehen.

Nächster Halt ist anschließend eine Robbenbucht. Und tatsächlich befinden sich einige der lustigen Meeresbewohner am Strand. Über nasse Steine, welche zusätzlich mit jeder Menge Tang bewachsen sind, bahnen wir uns den Weg in die Nähe der Seehunde. Während hier vorn am Strand das Wasser ruhig ist, sieht man im Hintergrund gewaltige Wellen aufs Land prallen. So langsam beginnt sich nun auch das Wetter zu verschlechtern.

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Um den Regen zu entkommen, ziehen wir uns wieder ins Auto zurück. Auf der weiteren Fahrt wandeln sich die Regentropfen immer mehr zu Eiskristallen in Form von Schnee. Dieser führt an der Rauðfeldsgjá Gorge Spalte zu einem faszinierenden Naturschauspiel. Denn überwindet man einen kleinen Fluss, gelangt man zu Fuß in die Felsspalte. Darin ist es nahezu windstill und die Schneeflocken rieseln lautlos und senkrecht hinab. Zusammen mit den grün bewachsenen Felsen ergibt das eine wunderbare Stimmung.

Die Arnarstapi-Klippen sind von hier aus nur 6 Minuten Fahrt entfernt. Diese reichen jedoch aus, um aus Schnee Schneeregen werden zu lassen. Auch eine kurze Verschnaufpause verspricht keine Besserung, weshalb wir raus in das Schmuddelwetter gehen. Hier erleben wir die Naturgewalt: Meer hautnah. Mit unfassbarer Kraft prallen hochhaus-hohe Wellen an die Felsen. Dabei reflektieren die Klippen die Wellen, weshalb manchmal Welle auf Welle trifft. Wirklich spektakulär.

Weniger erfreulich sind die ziemlich nassen Hosen, die uns nach dem Ausflug an den Beinen begleiten. Da sich das Wetter nicht zu bessern scheint, und es immer stärker zu regnen beginnt, steuern wir den nächsten Campingplatz an. Dieser sollte eigentlich ein eher alternatives Kunstzentrum sein, welches aber wenig einladend wirkte. Darum kämpften wir uns wieder durch Regen, Schnee, Wind und Matsch bis nach Grundarfjörður, wo es einen Campingplatz gibt, wenn man einen Parkplatz mit einem Toilettenhaus bereits als Campingplatz bezeichnen mag.

Uns kann es egal sein. Wir kuscheln uns auf das Sofa in der Wilma und lassen das Mistwetter über uns ergehen. Denn im Laufe des Abends frischte der Wind nochmal ordentlich auf und schaukelte uns heftig hin und her. Mal sehen, wie die Nacht bei diesem Wetter wird. Ihr lest es morgen hier.

Reisen Winter in Island - 2025

Tag 13 – Sturm, Badespaß & Robben

Der Wettervorhersage in Island konnte man gestern trauen. Heute Nacht hat es ordentlich gewindet und gewedelt. Mit ein bisschen Regen und warmen Temperaturen über dem Gefrierpunkt ist heute Morgen auch der gesamte Schnee weggetaut. Aufgrund der schwierigen Wetterlage entscheiden wir uns nicht für das zeitige Aufstehen, sondern fürs Liegenbleiben.

Als wir dann doch gegen 10 aus der Wilma krabbeln, empfängt uns nicht nur ein raues Lüftchen, sondern auch ein riesiges Pfützenmeer auf dem Parkplatz. Entspannt frühstücken wir und machen uns fertig. Kurz vor Mittag starten wir in den Tag. Der Wind soll machbar sein und im Laufe des Tages abflauen. Außerdem ist der nächste Wasserfall nur ein paar Kilometer entfernt.

Hier bläst der Wind noch ganz ordentlich, und der Weg zum Wasserfall fällt gar nicht so leicht durch das aufgeweichte Weideland. Der Wasserfall sieht wirklich hübsch aus und ist relativ mächtig. Aufgrund der Boden- und Windverhältnisse belassen wir es aber bei den zwei Schnappschüssen aus der Hüfte. Doch noch etwas anderes soll sich hier in der Nähe befinden, was unsere Aufmerksamkeit erregt hat.

Auf einer kleinen Insel, direkt vor dem Wasserfall, befindet sich eine heiße Quelle, die einen ganz ordentlichen Hot Pot bewässert. Trotz 4 Grad Außentemperatur und Wind mit bis zu 12 m/s wollen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Das Ausziehen bedarf schon etwas Geschick und Überwindung, ist es doch sehr, sehr kalt im Wind. Danach huschen wir aber schnell in das angenehm warme Wasser. Schätzungsweise 30°C wird das Wasser wohl haben. Darin lässt sich das kühle Sturmwetter gut aushalten.

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Umso schwieriger ist dann der Gang nach draußen. Nicht nur, dass es sich nun nochmal kälter anfühlt, auch die Koordination mit nackten, nassen Füßen im rutschigen Schlamm ist eine Herausforderung. Doch nach ein paar Minuten sind wir wieder dick in unsere Klamotten eingepackt und um eine tolle Erfahrung reicher. Das hat uns großen Spaß gemacht.

Jetzt steht erstmal ein bisschen Fahrt auf dem Programm, da es zum einen keine großen Sehenswürdigkeiten in der Nähe gibt und wir auch ein bisschen vorankommen wollen.

Nach erfolgreicher, ereignisloser Fahrt rollen wir auf einen Parkplatz direkt am Meer. Hier gibt es den Hvítserkur zu bestaunen. Diese Felsformation besticht nicht nur durch zwei große Löcher, sondern durch die etwas ausgelagerte Position vor der Küste auf dem Strand. Doch gerade als wir aus dem Auto steigen wollen, setzt ein kräftiger Regenschauer ein. Wir entscheiden uns für Standheizung und abwarten.

Nach ein paar Minuten zeigt sich auch schon wieder die Sonne am Heckfenster, sodass wir unseren Ausflug starten können. Erst werfen wir einen Blick von der Aussichtsplattform auf das bizarre Gebilde. Dann machen wir uns auf den Weg zum dunkelschwarzen Strand. Direkt gegenüber des Anfangs zum Strand wartet zu unserer Freude eine kleine Kolonie Seehunde. Diese scheinen sich in der Sonne etwas aufzuwärmen. Einige andere sind wohl auf Futtersuche.

Nun ist es auch nicht mehr weit zum Hauptakteur des Strands. An der Mündung eines kleinen Bachs ragt der Hvítserkur empor. Im Regenwasser spiegelt sich der Koloss wunderbar in der langsam absinkenden Sonne. Wir klicken ein paar Mal auf den Auslöser, genießen den Anblick und setzen anschließend den Rückweg an. Nochmal grüßen wir die süßen Meeressäuger und sitzen schon bald wieder in der Wilma. Jetzt wollen wir den guten Fortschritt bei der Island-Umrundung weiter fortführen. Daher nehmen wir eine weitere, etwas größere Etappe in Angriff zum nächsten Campingplatz. Dieser ist eher ein Parkplatz mit kleinem Sanitärgebäude inmitten einer kleinen Siedlung, aber für unsere Zwecke allemal ausreichend.

Zum Abendbrot gibt es die zweite Runde Wraps vom Vortag, ein bisschen Schokolade danach und hoffentlich eine ruhigere Nacht als zuvor. Wir sind gespannt.

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Tag 12 – Tunnel-Tour

Da sich zeitiges Aufstehen und entspanntes Frühstücken gestern so gelohnt haben, wiederholten wir heute das Vorgehen. Eine gelbe Wetterwarnung beschäftigte dabei unsere Tagesplanung. Über die Westfjorde soll heute Abend ein heftiger Schneesturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 90 km/h fegen. Da es sich dabei genau um unsere Route handelt, entscheiden wir uns für ein zeitiges Aufbrechen.

Viel steht heute auch gar nicht auf der To-do-Liste. In Akureyri bestaunen wir die leuchtenden Ampel-Herzen und versorgen uns mit ein paar Vorräten und Snacks. Danach setzen wir unsere Inselumrundung durch das wechselnde Wetter aus Schnee, Sonne und kräftigen Wolken fort.

Eben dieses Wetter sorgt dafür, dass wir bei diversen Aussichten eher schlechte Sicht haben. Und so rollen wir gemütlich in unserem warmen Vehikel um den Fjord herum. Am nördlichen Ende erwarten uns dann einige, zum Teil 10 km lange, Tunneldurchfahrten. Die Besonderheit hierbei: Diese sind einspurig. Wir sind dabei auf der „Verliererseite“ und müssen entgegenkommende Fahrzeuge in Ausweichbuchten passieren lassen. Da es davon aber nicht so viele gibt, kommen wir trotzdem schnell und gut voran.

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Einen ersten größeren Halt machen wir in Hofsós. Hier gibt es neben einer hübschen Kirche wieder spannende Basaltsäulen direkt am Meer zu bestaunen. Ein paar Kilometer weiter wartet ein leuchtend oranger Leuchtturm darauf, von uns begutachtet zu werden. Dafür müssen wir aber nicht nur einen Weidezaun mittels Steighilfe überwinden, sondern auch eine nicht unerhebliche Strecke zu Fuß zurücklegen. Zum Glück ist das Wetter gerade angenehm freundlich.

Nach dieser kleinen 8 Kilometer langen Wanderung statten wir dem schwarzen Strand einen Besuch ab und sind wieder einmal fasziniert vom pechschwarzen Sand. Daraufhin wollen wir unseren heutigen Trip auf dem herausgesuchten Campingplatz beenden. Auf dem Weg dorthin treffen wir auf eine kleine Herde Islandpferde, welche offensichtlich über den Zaun entflohen ist. Direkt auf der Straße begrüßen uns die neugierigen Langnasen.

Kurz darauf werden wir diese ein zweites Mal treffen. Der Campingplatz hat nämlich geschlossen und wir müssen umkehren. Eine kurze Recherche zeigt aber ein vielversprechendes Alternativangebot in der Nähe. Und in der Tat finden wir hier einen Platz für die Nacht. Mal sehen, ob wir hier etwas von dem Sturm mitbekommen und ob wir morgen weiterreisen können.

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Tag 11 – Berge, Schnee & Lava

Um sechs Uhr klingelte heute Morgen der Wecker. Der Plan, damit den morgendlichen Trubel um die begrenzten sanitären Einrichtungen zu entgehen, ging vollends auf. Weitere positive Nebeneffekte: ein ruhiges Frühstück in der warmen Küche und Abfahrt vor Sonnenaufgang.

So machten wir uns in der Dämmerung bereits auf den Weg zum ersten Wasserfall. Dafür ging es wieder ein Stück zurück auf die Hochebene. Heute Nacht waren die Temperaturen deutlich im Minusbereich, was zur Eisbildung im Fahrzeug führte. Doch hier oben, kurz hinter den Schwefelfeldern, zeigte das Thermometer von Wilma frostige -13°C.

Wenig später bogen wir ein in Richtung Sonnenaufgang, auf eine als grau markierte Strecke. (Alle größeren Straßen Islands werden von den isländischen Behörden mind. täglich auf road.is eingeschätzt. Eine rote und damit geschlossene Straße zu befahren, ist verboten und wird mit Busgeld geahndet.) Die graue Straße bedeutet: Straßenverhältnisse unbekannt, aber nicht gesperrt. Kann also alles heißen, bis jetzt waren diese Straßen aber problemlos zu befahren. Heute sind wir laut Internet-Auskunft das erste Fahrzeug, welches die Strecke nutzt. Ein bisschen holprig durch viel Schnee ist sie schon, aber gut befahrbar, da der Wasserfall sicherlich die letzten Tage gut besucht wurde.

Und so kamen wir nach 45 Minuten Fahrt als erste Gäste des Tages am Dettifoss an. Die Sonne färbte den Himmel wunderbar orange und vermischte sich mit den hervorblitzenden Blautönen. Eine tolle Stimmung bei nun immer noch kühlen -8 Grad. Der Dettifoss ist besonders breit und wirklich gewaltig. Nicht ganz so breit, aber auch sehr schön in die Winterlandschaft integriert, ist der davor liegende Selfoss. Wir schossen ein paar Fotos, genossen das fabelhafte Wetter und waren bereits auf dem Weg zum nächsten Spot, als die nächsten Besucher eintrafen.

Da der Hinweg so problemlos funktioniert hatte, fuhren wir die Straße nach dem Dettifoss einfach weiter. Auch diese war grau markiert, und auch hier waren wir definitiv die ersten, die sich heute hierher wagten. Dafür brauchte es nach den ersten Kilometern keine Internetrecherche. Deutlich weniger Spuren vom Vortag halfen uns beim Vorankommen, und dicke Schneeverwehungen machten uns das Weiterkommen schwer. Möglichst ohne anzuhalten rollten wir durch schätzungsweise 30 und mehr Zentimeter Schnee – bloß nicht stecken bleiben! Dazu war der Untergrund stellenweise gefroren. Hier machten sich die erhöhte Bodenfreiheit, Spikereifen und der Allradantrieb definitiv bezahlt – ohne wäre wohl der Anruf beim Abschleppdienst nötig gewesen.

Je mehr wir aber wieder bergab rollten, desto besser wurde auch die Straße, und die Situation entspannte sich. Bald hatten wir auch wieder festen Untergrund unter den Rädern und der Weg führte uns entlang einer Meeresbucht. An einer Steilküste brüten hier im Sommer Papageientaucher und Puffins. Leider sind diese noch im Winterquartier auf offener See. So nahmen wir mit ein paar Möwen vorlieb, welche sich hier vor uns tummelten.

Im weiteren Verlauf der Straße machte sich wenig später ein malerisches Bergpanorama vor uns auf, welches mit kräftig weißen Bergspitzen bis zum Meer aufwartete. Zusammen mit Sonnenschein und blauem Himmel sah es eher nach Alpen, als nach Island aus.

In Húsavík legten wir einen kurzen Stopp ein. Bekannt ist die Hafenstadt für ihre Kirche, die Fischerei und als Ausgangsort zahlreicher Walewatching-Touren. Da diese aber eher im Sommer stattfinden, war es eher leer und etwas trostlos. Wir packten also wieder unsere sieben Sachen und düsten zurück in Richtung heutigen Ausgangspunkt. Während es am Meer fast schon schneefrei war, befanden wir uns nach ein paar Minuten Fahrt wieder voll in der weißen Schnee- und Eiswüste. Jetzt bei Tag und Sonnenschein war der Vulkankrater des Hverfjall auch viel besser zu sehen. Wie gemalt erschien der Kegel vor uns am Horizont.

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Davor befindet sich außerdem eine Grotte mit heißem Wasser, welcher wir einen Besuch abstatteten. Etwas schwefelig roch es darin, aber angenehm warm war es. Das Wasser hatte gute Badewannentemperatur, wie man mit den Händen oder durch einen unbedachten Fehltritt erfühlen konnte. Früher wurde die Grotte als Badestelle genutzt, heute ist selbiges untersagt, und es ist ein feines Naturschauspiel.

Neben dem Hverfjall befindet sich mit einem großen Lavafeld unser nächstes Reiseziel. Hier türmt sich das erkaltete Magma meterhoch in die Luft. Dabei hat es nicht nur bizarre Formen angenommen, sondern teilweise Höhlen und Durchgänge gegossen. Es machte einen riesigen Spaß, durch diesen einmaligen Park aus Lavaskulpturen und -kleckerburgen zu spazieren. Bei vielen Gebilden kann man mit etwas Fantasie die versteinerten Trolle sehen. Mit der weißen Bepuderung durch den Schnee erinnerten manche Gebilde aber auch an bekannte Felsformationen aus der Sächsischen Schweiz.

Nun stand die Sonne bereits sehr tief, und wir hatten effektiv noch keinen Kilometer auf unserer Runde um Island hinzugewonnen. Das änderten wir jetzt und folgten weiter der Ringstraße 1. Dabei führte uns die Streckenführung kurz nach Sonnenuntergang noch am Goðafoss-Wasserfall vorbei. Diesen konnten wir natürlich nicht auslassen und bestaunten auch hier das herabstürzende Wasser.

Die weiteren Kilometer bis zum nächsten Campingplatz verliefen mehr oder weniger ereignislos. Wir umfuhren den mautpflichtigen Tunnel und erhielten dafür eine grandiose Aussicht auf Akureyri am Abend. Halt gemacht hatten wir an einer möglichen Badestelle für morgen früh. Hier verläuft gleich ein ganzer Bach inklusive Wasserfall mit warmem Wasser. Der Bach war schon angenehm warm, jedoch etwas flach, um bei diesen Außentemperaturen entspannt baden zu können. Wir beließen es dabei beim Anblick und verzichten auf den Badegang morgen.

Jetzt waren es nur noch ein paar Meter bis zum Nachtlager, welche wir auch zügig hinter uns brachten. Genauso wie Abendessen, Fotoschau und Berichterstattung. Gute Nacht.

Reisen Winter in Island - 2025

Tag 10 – (E)ISLAND

In den letzten Tagen sind wir einige Kilometer nach Osten und auch in den Norden gefahren. Das merkt man nicht nur an den weniger werdenden Touristen, sondern auch am etwas kühleren Wetter. Heute Morgen wurden wir mit sanftem Schneefall begrüßt. In selbigem starten wir nach Dusche und Frühstück in den Tag.

Als Erstes führt uns unser Weg heute in Richtung Hengifoss. Bevor wir den Hauptdarsteller bestaunen können, werfen wir noch einen Blick auf den benachbarten Tófufoss. Der zweistufige Wasserfall ist heute umrahmt von leichten Schneeverwehungen. Nach ein paar Fotos geht es aber weiter zum Hengifoss.

Dieser ist von der Fallhöhe der zweithöchste im ganzen Land. Dazu wird er von rötlichen Gesteinsschichten (Eisen) umrahmt. Um dieses Wunderwerk der Natur jedoch sehen zu können, bedarf es einiger körperlicher Anstrengungen. Circa eine Stunde dauert der Aufstieg, der jedoch von kleineren Wasserfällen und sechseckigen Basaltsäulen versüßt wird. Als wir am Hengifoss ankommen, ist das Wetter auch gar nicht mehr so kalt 😉. Der Wasserfall ist wirklich beeindruckend und landet im Ranking sicher eher im vorderen Drittel. Beim Abstieg vermissen wir erstmalig die Überzieh-Spikes für die Schuhe. Teilweise ist der Weg mit glatten Eispanzern versehen. Bei Gelegenheit nehmen wir uns vor, diese in unserem Equipment zu ergänzen.

Nun heißt es aber erst einmal wieder ein bisschen fahren. Hier sind die Highlights nicht mehr ganz so nah beieinander. Nach rund einer Stunde Fahrt kommen wir am Stuðlagil an. Dies ist eine tiefe Schlucht mit türkisfarbenem Wasser und Basaltsäulen an den Wänden. Wieder einmal sind wir begeistert von der Architektur der Natur. Einziger Nachteil an dieser Stelle ist der mühsame Rückweg über jede Menge Treppen. Doch diese Mühe hat sich in jedem Fall gelohnt.

Nun geht es für unsere Reisegruppe noch weiter in den Norden und damit auch bergauf. Nach nur wenigen Kilometern fühlen wir uns wie in einer anderen Welt. In einer Art Hochebene sind wir von allen Seiten in weiß gehüllt. Einzig die Straße zeigt uns die Richtung. In dieser Kulisse fahren wir ein ganzes Stück, ehe wir ein paar Rauchsäulen am Straßenrand entdecken und abbiegen.

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Hier befindet sich ein weiteres Schwefelfeld mit dampfenden Schornsteinen und blubbernden Schlammtöpfen. Eine Hälfte unseres Island-Duos muss den Rundgang aufgrund der extremen Schwefel-Geruchsbelästigung allerdings vorzeitig abbrechen. Trotzdem ist es ein wahrlich beeindruckendes Spektakel, wenn es einfach so aus der Erde pfeift und zischt. Wir beschließen dennoch, dass dies erstmal der letzte Besuch eines solchen Schwefeldampfbades gewesen sein soll.

Der nächste Campingplatz ist zum Glück gleich in der Nähe. Nach 10 Minuten kommen wir auf dem kleinen Platz an. Dieser ist nur rudimentär geräumt, dafür aber sehr gut ausgestattet: saubere Dusche und Toilette, sowie ein warmer Aufenthaltsraum inklusive Gemeinschaftsküche. Die Sauberkeit der Räume liegt nicht zuletzt auch daran, dass man in Island hinter der Eingangstür oft gebeten wird, die Schuhe auszuziehen. Super, wenn alle mitmachen – doof, wenn manche doch mit ihren nassen Schuhen durchrennen und für nasse Socken der anderen sorgen. Der Singular bei der Beschreibung der Sanitärausstattung ist dabei keineswegs untertrieben. Auch hier führt sich die isländische Sparsamkeit in Sachen Waschbecken und Kloschüsseln fort. Auch wenn gerade nicht allzu viel los ist, finden wir eine (!!!) Toilette und eine Dusche doch etwas sparsam (geschlechterneutrale Duschen / WCs sind Island häufiger zu sehen 👍). Aber auch auf Plätzen mit 800 Stellplätzen waren bisher selten mehr als drei Toiletten und Duschen. Da sind wir von unseren Reisen bisher anderes gewöhnt.

Nichtsdestotrotz sind wir froh über das, was wir haben. Im Winter ist der Andrang auf den Campingplätzen überschaubar und wir hatten bislang keine bis kurze Wartezeiten. Die Rezessionen bei Google erzählen aber auch schonmal davon, dass man sich früh um sieben für eine Stunde anstellen muss, wenn man in den Genuss einer Dusche kommen möchte….

Wir legen uns jetzt mit vollem Spaghetti-Bauch in die warme Wilma. Mal sehen, wie es bei minus sechs Grad Außentemperatur wird. Ihr werdet es morgen erfahren.

Reisen Winter in Island - 2025

Tag 09 – Alpen Feeling

Der Morgen verspricht deutlich besseres Wetter als gestern, daher pellen wir uns schnell aus der Schlafklamotte und starten in den Tag. Als Erstes werfen wir einen Blick in das beschauliche Djúpivogur, in welchem wir gestern gestrandet sind. Hier gibt es neben einer netten Aussicht auch eine Reihe Eier-Skulpturen am Pier. Hübsche Tiere, die Eier legen, finden sich an selbiger Stelle auf dem Wasser.

Danach fahren wir ein bisschen weiter bis zum Terra Selvaggia Wasserfall. Dieser ist aktuell eher von mittlerer Größe und kann bei entsprechendem Wetter in wenigen Tagen zu einem riesigen Wasserspektakel heranwachsen. Der Wasserfall ist der krönende Abschluss einer fast 20 km langen Wasserfall-Schlucht, welche man bei schönem Wetter im Sommer erwandern kann. Heute versperrt eine spiegelglatte Eisfläche den Weg, den wir ohnehin nicht eingeplant haben.

Anschließend verabschieden wir uns von der N1 Ringstraße und folgen der 95 – einer Abkürzung. Wie sich herausstellen wird, geht diese Straße nicht um die Berge herum, sondern direkt darüber hinweg. Zuerst ändert sich der Straßenbelag von Asphalt zu Schotter, wenig später wird es dann richtig steil mit bis zu 17 % Steigung. Hier kommt das erste Mal alpines Gefühl auf. Nach ein paar hundert Metern erweckt allerdings erstmal ein fantastischer Wasserfall unsere Aufmerksamkeit. Hier können wir nicht widerstehen und müssen einen näheren Blick darauf werfen.

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Bei der Abfahrt widerfährt uns leider ein Missgeschick: Die Jacke klemmt sich in die Tür ein. Als wir dies bemerken und am Straßenrand halten, ist die rechte Schiebetür wie zugeschweißt. Es hilft kein Rütteln und kein Schütteln, und auch Auf- und Zuschließen mit dem Funkschlüssel bringt keine Besserung. Die Jacke ist bombenfest eingeklemmt und nichts tut sich. Ebenso bringt der manuelle Entriegler keinen Erfolg. Eine kurze Internetrecherche schildert das Problem: Die Jacke hat den elektronischen Schnapper komplett umschlossen. Zauberlösung des Problems: gibt es keine. Wenn es keinen Kontakt gibt, lässt sich die Tür nicht öffnen, weder manuell noch mit einem Steuergerät oder ähnlichem. Ein ebenso betroffener Internet-User berichtet jedoch zu unserem Glück, dass es Hoffnung gibt, wenn sich die Jacke in der geschlossenen Tür etwas hoch oder runter ziehen lässt. Und genau das war auch unsere Rettung vor dem vermutlich sehr teurem Werkstattbesuch (man ließt bei der Google-Recherche auch Dinge wie „Tür kann nicht gerettet werden“ oder “ Reparatur dauerte 1 Woche“…da wird einem schon etwas anders zumute 🫣). Während man also die Jacke auch mit großer Krafteinwirkung keinen Millimeter aus der Tür ziehen konnte, so konnten wir sie doch ein Stück nach oben ziehen und schwuppst, glitt die Tür auf. Erleichtertes Aufatmen!

Sichtlich erleichtert setzen wir daraufhin unseren Aufstieg fort. Immer weiter bergauf führt uns die Straße hindurch durch eine malerische Bergkulisse. Ein wenig später sind wir komplett von Schnee umgeben und erleben das erste Mal so etwas wie Winter auf Island. Bergab geht es dann deutlich sanfter und immer neben einem türkisblauen Fluss entlang, bis die 95 dann auch wieder eine Asphaltdecke bekommt und wir entspannt bis ins Tal rollen können.

Hier in Egilsstaðir befindet sich auch unser heutiges Nachtlager. Die Straße zum alternativen Campingplatz ist nicht passierbar. Da aber noch etwas Zeit bis zur Dunkelheit bleibt, machen wir noch einen Abstecher nach Seyðisfjörður. Dafür geht es aber erst steil bergauf bis hoch in die Wolken. Die Panoramaaussichten können wir uns damit schon einmal sparen. Dafür erwartet uns eine breite weiße Winterlandschaft wie in den Alpen. Dazu gibt es sogar einen Skilift.

So schnell wie wir oben waren, geht es auf der anderen Seite auch wieder hinab. Hier gibt es zu unserer Freude einen weiteren Wasserfall zu begutachten. Ebenfalls sehr schön. Im Tal des Fjords angekommen, empfängt uns eine farbenfrohe Künstlerstadt. Berühmt ist sie vor allem für ihre hellblaue Kirche. Aber auch viele andere Gebäude strahlen in bunten Farben oder sind aufwendig verziert. Außerdem ist der Ort Anlegestelle für die Fährverbindungen nach Dänemark. Nach einem kleinen Stadtrundgang geht es dann zurück über die Schneestraße nach Egilsstaðir. Hier finden wir ein ruhiges Plätzchen auf dem Campingplatz.

Bonus – die letzten regnerischen Tage haben wir genutzt, um ein paar Videos für euch aufzubereiten:

Reisen Winter in Island - 2025

Tag 08 – Sturm und Diamanten

Nachtrag zu den gestrigen Himmelsaktivitäten:

Heute haben wir es wirklich mal zeitig aus den Federn geschafft. Nach dem gestrigen Sonnentag ist dieser Sonntag das genaue Gegenteil: tiefgraue Wolken hängen schwer, mit Wasser beladen über uns. Wir zwei frühen Vögel entscheiden trotzdem, eine kleine Wanderung zum nächsten Wasserfall zu unternehmen. Dick eingepackt in wasserdichte Schichten, kommen wir an der ersten Steigung schon ins Schwitzen. Noch kommt der Wind von hinten, wenig später prasselt uns der Regen in heftigen Böen ins Gesicht. Am Aussichtspunkt angelangt, entscheiden wir uns nicht für den Abstieg zum Wasserfall – an Fotos ist bei dem Wetter eh nicht zu denken – sondern genießen einen kurzen Augenblick die trübe Aussicht und kehren um.

Das Wetter soll den ganzen Tag über so bleiben, was sich nicht gerade förderlich auf die Gemütslage auswirkt. Nützt aber alles nichts, wir starten den Motor und tuckern los. Ein schneller Blick auf die Straßenverhältnisse gibt Auskunft über das, was wir sowieso gleich am eigenen Leib spüren werden: bis 13 Uhr ist mit heftigem Sturm in unserer Region zu rechnen. Entsprechend holprig und mit schlechter Sicht geht es also voran.

Das nächste Ziel, eine verwunschene Kirche, nutzen wir daher als Notstopp. Hier sitzen wir das Unwetter einfach zwei Stunden aus. Danach gibt’s noch ein paar schnelle Schnappschüsse, und die Fahrt kann weitergehen.

Der nächste Halt ist ein Gletschersee mit ein paar hübsch anzusehenden Eisbergen darauf. Das Wetter verspricht weiterhin schwierige Bedingungen zum Fotografieren, weshalb die Ausrüstung im Auto bleibt.

Anschließend steht einer der berühmtesten Orte Islands auf dem Programm: der Diamond Beach. Bis dahin sind es allerdings noch einige Kilometer. Bei einem kurzen Tankstopp zeigt sich nochmal, wie schlecht das Wetter ist. Denn ohne Dach über dem Kopf ist man bereits nach wenigen Augenblicken von oben bis unten pitschnass. Mit tropfender Hose muss es also weitergehen. Hier leistet aber die Heizung ganze Arbeit, sodass bis zum nächsten Halt alles wieder trocken ist.

Bild des Tages

Trocken ist in der Zwischenzeit sogar das Wetter. Wir springen also aus der Wilma und werfen einen faszinierenden Blick auf den schwarzen Strand. Hier sammeln sich große Eisklumpen, welche vom Gletschersee aufs offene Meer gespült werden. Im Kontrast mit dem dunklen Untergrund sehen die Eisberge tatsächlich wie Diamanten oder kunstvolle Glasfiguren aus. Hier kann man sich wirklich kaum sattsehen. Unterdessen wird mittlerweile der Gletscher hinter uns von der Sonne angestrahlt, wohingegen links und rechts von uns weiter dicke Regenwolken hängen.

Wir folgen dem Licht und laufen entlang der Mündung in Richtung Gletscher. Hier tummeln sich bereits einige verspielte Robben und posieren für die Kameras. Auf dem Gletschersee haben wir nun Gelegenheit, nochmal ein paar Fotos von leuchtend blauen Eisbergen zu schießen. Und auch ein hübscher kleiner Vogel fliegt uns bei der Gelegenheit vor die Linse. Vielleicht können unsere Hobby-Ornithologen daheim eine genauere Analyse des gesichteten Exemplars geben.

Damit hätten wir auch schon das Tagesziel erreicht. Das heißt, wir können nun noch ein bisschen Strecke machen. In Höfn versorgen wir uns nochmal mit dem Wichtigsten für die nächsten Tage, da die Supermarkt-Dichte nun deutlich abnimmt. Anschließend starten wir in die Dämmerung und tuckern immer an der Küste entlang.

Dabei gibt es jetzt häufiger einspurige Brücken und sogar einen Tunnel zu über- bzw. durchqueren. Vom Himmel her kommen auch ab und an ein paar Schauer herab. Phasenweise bedeckt auch dichter Nebel die Straße, sodass wir von den Nebelscheinwerfern Gebrauch machen. Kurz vor 20 Uhr kommen wir dann auch am Campingplatz an. In der Gemeinschaftsküche gibt es leckeren Couscous mit Gemüse. So lassen wir den Tag ausklingen.

(Auf der Karte markiert sind die bereits besuchten Campingplätze – aktuell befinden wir uns rechts am pinken Pfeil)

Reisen Winter in Island - 2025

Tag 07 – Spiegelbilder

Heute Morgen nach dem Aufwachen sehen wir das erste Mal, in was für einer beeindruckenden Gegend wir heute genächtigt haben. Der Campingplatz ist Teil des Besucherzentrums des Skaftafell-Nationalparks. Hier finden sich unter anderem riesige Gletscherzungen des Vatnajökull – dem größten Gletscher Europas.

Bevor wir uns jedoch diesem Ungestüm widmen, schauen wir uns erst einmal an, was wir gestern bei Nacht alles verpasst haben. Neben vielen tollen Aussichten auf den Gletscher und die küstennahen Berge war das unter anderem ein verwunschener kleiner Pfad mit mystisch anmutenden Basaltsäulen. Hier kommt man schnell auf den Gedanken, dass da doch auch Trolle ihre Hände im Spiel gehabt haben müssen.


Einen Wasserfall ganz in der Nähe lassen wir ausnahmsweise mal links liegen und machen uns auf zu weiteren Basaltsäulen. Diese ragen aber an dieser Stelle nicht aus der Erde, sondern sind glatt auf dem Boden verteilt. Es sieht aus wie eine schmucke Bodenverzierung. Zuvor haben wir einen weiteren Wasserfall bestaunt, welcher ebenso um die Ecke lag. Wir können uns einfach nicht satt sehen.

Um das Thema Wasser und Fels geht es auch beim nächsten, sehr bekannten Ausflugsziel: dem Fjaðrárgljúfur. Hier ist es vor allem das Wasser, welches durch die tiefe Schlucht hindurchströmt. Beim Anblick stockt einem schon einmal der Atem. Entlang der oberen Kante führt eine entspannte Wanderung mit super Ausblicken. Am Ende gibt’s dann doch noch einen Wasserfall – wie sollte es auch anders sein. Besonders schön ist heute auch das strahlende Sonnenwetter, das uns den ganzen Tag begleitet.

Am Fuße des Canyons gibt es für uns als Nächstes noch ein erkaltetes Lavafeld zu erkunden. Auf den scharfkantigen Spitzen unförmigen Gesteins lässt es sich gar nicht so einfach laufen. Über die Jahrhunderte ist zudem -im wahrsten Sinne des Wortes – Moos über die Sache gewachsen. Daraus ergibt sich ein weites Feld aus grünen kleinen Kissen.

Damit hätten wir alle wichtigen Punkte unserer To-do-Liste für diesen Abschnitt nachgeholt. Auf dem Rückweg in Richtung Gletscher stoppen wir nochmal an einem Rastplatz mit schöner Spiegelung der Landschaft.

Bild des Tages

Nun wollen wir aber noch die letzten Strahlen der Abendsonne nutzen, um uns eine Gletscherzunge aus der Nähe anzuschauen. Als Gletscher-Neulinge sind wir sprachlos über die Schönheit und Ausmaße des Eises. Im Schmelzwasser spiegelt sich zudem die herumliegende Landschaft und ergibt ein famoses Bild. Der Gletscher selbst liegt inmitten eines immer noch aktiven Vulkans. Die Kraterspitzen zählen zu den höchsten Erhebungen Islands und ragen weit über 2000 Meter in den Himmel. Hier am Fuße sind wir bereits mit dem tollen Ausblick auf das farbenreiche Gletschereis zufrieden.

Zurück auf dem Campingplatz – heute deutlich früher – nutzen wir die Gelegenheit für eine Ladung Wäsche. Anschließend gibt’s Abendbrot und eine zeitige Nachtruhe. Morgen soll es dann ein bisschen weitergehen, damit wir auch unsere Runde um Island schaffen.