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Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 013 – Auf geht’s ins Getümmel

Distanz

11 km

Temperatur

13 °C

Höhenmeter

24 hm

Sattelzeit

0:46 h

Klopf, klopf – Aufwachen! Um 06:30 Uhr weckt uns der persönliche, sehr energische Zimmerservice. Der Blick aus dem Fenster verspricht einen wunderschönen Tag, doch so zeitig wollen wir uns dann doch nicht aus dem gemütlichen Bett erheben. Wir drehen uns nochmal um und schlummern etwas weiter.

Das Frühstücks-Buffet im Hotelzimmer fällt zwar etwas überschaubar aus, doch schmecken tut es alle mal. Gut gestärkt kann unser Pausentag also beginnen und zwar mit einer Ladung Wäschewaschen im Waschbecken … als das dann auch erledigt ist geht es aber wirklich rein in die Stadt.

Bild des Tages

Als erstes stellen wir unsere zwei Räder – in der europäischen Fahrradhauptstadt bleiben wir selbstverständlich dem Sattel treu – am Hafen in Nähe des Schauspielhauses ab. Von hier aus geht es am Kai entlang Richtung Wahrzeichen #1 der Stadt: die Meerjungfrau. Auf dem Weg dahin streifen wir bereits die anliegende „Festungsanlage“ mit ansehnlicher Kirche. Bei dem sich bewahrheiteten Traum-Wetter grünt es und blüht es an jeder Ecke. Am Ziel angekommen, sitzt eine aus Bronze gegossene Meerjungfrau auf einem Stein. Haben wir gesehen.

Die daneben liegende Festung hat es uns da schon mehr angetan. Auf dem Erdwall kann man entspannt entlang schlendern, eine Mühle entdecken und den Wasservögeln beim Schlafen, Schnattern, Brüten und Schwimmen zusehen. Pünktlich um 12 Uhr sind wir mit unserer ersten Runde fertig. Die nahegelegene Residenz der Königsfamilie lädt um diese Uhrzeit zum Wachwechsel ein. Mit Fanfare werden müde Soldaten gegen neue ausgetauscht. Haben wir das also auch gesehen.

Wieder auf dem Fahrrad, sind wir mit ein paar Pedalumdrehungen auch schon am Nyehavn mit seinen bunten Häusschen. Bei dem schönen Wetter treibt es aber auch jede Menge andere Touristen und sicher auch Einheimische an die frische Luft – dementsprechend voll ist es hier auf den Straßen. Wir lassen die Gefährte wieder stehen und bummeln ein wenig durch die Gassen. Im Supermarkt kümmern wir uns um Vitamine, Flüssigkeit und Aufschnitt für unsere ergatterten Brötchen. Eine Bank lädt in der Sonne zu Pause und Spielchen ein. Einfach mal entspannen.

Wir setzen unsere Runde fort und kommen an der alten Börse, Schlössern und prächtigen Kirchen vorbei. Besonders angetan sind wir von der „Vor Frelser Kirke“ mit ihrer äußeren Wendeltreppe auf dem Turm. Im Komunenviertel „Christiania“ erleben wir die alternative Kunst- und Lebensart Kopenhagens. An einem kleinen Kanal lassen wir nochmal die Beine baumeln und das Stückchen Kuchen aus dem Rucksack verschwindet auch wie von Zauberhand.

Jetzt soll es aber erstmal wieder ins Hostel gehen um uns für den Abend fit zu machen. Auf dem Weg dahin erleben wir hautnah den Fahrradverkehr der Stadt. Auf den breiten Radwegen geht es in großer Trauben von Ampel zu Ampel. Daran könnte man sich schon gewöhnen.

Tierfoto des Tages / der klopfende Zimmerservice

Für den Abend fit machen heißt in dem Fall: einfach mal faulenzen und Energie für den Tivoli (Vergnügungspark) sammeln. Doch da das Wetter sich immer mehr zu zieht und wir in den gemütlichen Betten versacken, streichen wir unsere Pläne für den Abend kurzerhand und genießen unser Zimmer so lange, wie wir es noch haben. Die eigentlichen Vorhaben verschieben wir auf einen späteren Zeitpunkt, wir werden schließlich auf dem Rückweg sehr wahrscheinlich nocheinmal hier Halt machen. Die Idee ist es, dann mit genügend Zeit und der Copenhagen-Card so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich zu besuchen. So planen wir ein wenig den nächsten Hauptstadt-Aufenthalt in Stockholm, knappern die restlichen Kekse und testen ausgiebig die von den lieben Kollegen mitgegeben Mini-Spiele.

Das Abendessen fällt ähnlich abwechslungsreich wie das Frühstück aus, nur das es jetzt auch Scheibenkäse gibt. Schmeckt trotzdem. Trotz aller Entspannung am Tag sind wir Müde von den Eindrücken und werden sicher schnell schlafen. In diesem Sinne – bis Morgen. Dann melden wir uns schon aus Schweden.

Tagesausgaben

  • Hotel – 65 €
  • Verpflegung – 10 €
Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 012 – Durch den Regen in die Stadt

Distanz

64 km

Temperatur

9 °C auf dem Radweg

Höhenmeter

137 hm

Sattelzeit

3:53 h

In der Nacht klopften bereits die ersten Tropfen auf das Dach unserer Hütte. Da waren die an der Schnur gezogenen Bindfäden zum Frühstück keine große Überraschung mehr. Mit der Aussicht auf ein trockenes Hotelzimmer heute Abend in Kopenhagen packen wir trotzdem unsere sieben Sachen. Eine kleine Spielrunde überbrückt die Wartezeit auf die nächste Regenpause.

Dick eingepackt in verschiedene Lagen Regensachen begeben wir uns also wenig später auf die letzte Etappe zur dänischen Hauptstadt. Zunächst geht es bei geringem Niederschlag recht idyllisch über kleine Dörfer. Der Wind hat auch nachgelassen, sodass wir ganz gut voran kommen.

Bild des Tages

Leider ändern sich beide Umstände wenig später. Wir wechseln auf den Radweg neben der Fernverkehrsstraße und Petrus öffnet seine Wasserhähne. Viel gibt es ab jetzt erstmal nicht mehr zu schreiben – es regnet und wir folgen der 151 bis nach Kopenhagen – 40 Kilometer – mal regnet es mehr – mal ist der Verkehr etwas weniger.

Und auch die Hauptstadt empfängt uns mit viel Nass, Kälte und typischem Großstadtgetümmel. Alles nicht so einfach, nach 10 Tagen Natur und Einsamkeit, wie wir feststellen müssen. Zum Nachmittag haben wir den Weg zur großen Hotel-Kette dann aber erfolgreich gemeistert und eingecheckt. Im Angebot war ein 4-Bett Familienzimmer. Für uns zwei vollkommen ausreichend, zu viert wäre das Zimmer sicher eine Herausforderung. Aber uns würde auch eine warme Dusche und vier Wände reichen.

Jetzt also schnell raus aus den durchnässten Klamotten und erstmal aufwärmen. Dusche, Kekse, frische Sachen, Kakao und ein bisschen blauer Himmel – wir sind angekommen. Die nächsten ein zwei Stunden daddeln wir ein bisschen rum, spielen und planen unseren morgigen Aufenthalt. Es gibt ganz schön viel zu erleben in Kopenhagen. Da müssen wir wohl nochmal hin. Vielleicht auch mehr in der Saison, wenn nicht alles bereits 16 Uhr schließt.

Das Abendbrot retten wir per App vor der Tonne. In Kopenhagen gibt es unzählige Restaurants, Supermärkte und Bäcker, welche übriggebliebene Lebensmittel vergünstigt abgeben. Via der App to-good-to-go, welche wir auch in Dresden bereits nutzen, buchen wir uns Asiatisch und eine Brötchen-Tüte für morgen früh.

Tierfoto des Tages

Eine Hälfte schwingt sich nochmal auf den Sattel um die Speisen zu ergattern, während die andere Hälfte ein wenig Ordnung schafft und die 11 Fahrradtaschen vom Straßendreck befreit. Für den schmalen Taler gibt es auch hier in Dänemark ordentlich was auf den Tisch. Zum Abendbrot gibt es Reis, mit Gemüse, marinierten Hühnchen, Algensalat und Frühlingsrollen. Sehr lecker und nach dem üppigen Kaffetrinken auch gut sättigend. In Sachen Backwaren werden wir wohl noch einige Tage versorgt sein. Der Beutel ist randvoll mit Brötchen, Kuchen, Süß-Gebäck, Brot und und und. Damit sind wir bestens vorbereitet für unseren morgigen Erkundungstripp in die Stadt.

Tagesausgaben

  • Hotel – 65 €
  • Abendessen – 8 €
  • Brötchen – 6,50 €
Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 011 – Windelig, hügelig, hyggelig

Distanz

79 km

Temperatur

8 °C an der Steilküste

Höhenmeter

431 hm

Sattelzeit

5:10 h

In unserem kuscheligen Nest, welches wir gestern in unsere Shelter-Hütte gebaut haben, wollen wir heute morgen gar nicht mehr raus. So schön eingemummelt könnte man auch den Tag in Zelt und Schlafsack verbringen. Nur würde uns das nicht den Lofoten näher bringen – also nichts wie raus aus den Federn.

Zum Frühstück gibt es Brötchen mit Ei, Marmelade und Käseresten vom Nudel-Abendbrot – fast wie Zuhause eigentlich. Bevor der Abwasch ansteht, nutzen wir die Morgensonne für ein kleines Spielchen. Danach heißt es Budenschwung und alles einpacken. Punkt 10 Uhr rollen wir.

Bild des Tages

Prestø ist unser erstes größeres Ziel. Dank beständig guten Wetter und moderatem Wind kommen wir hier auch schnell an. Bevor wir es verpassen, sammeln wir hier nochmal die nächsten Lebensmittel für heute und weitere Tage ein. So erweitern wir unsere Auswahl an Sättigungsbeilage von nur Nudeln auf Nudeln, Bulgur mit Linsen und Reis. Fürs Frühstück gibt’s besten Bananen-Birnen-Joghurt aus dem Tetrapack sowie Notnaherung in Form von Fertiggerichten. Der Platz auf den Rädern wird zwar langsam etwas knapp, aber am Ende ist alles verstaut.

Weiter geht es immer an der Ostsee entlang. Aufgrund unserer Fahrtrichtung kommt der Wind nun immer mehr aus der falschen Richtung. Zudem zeigt sich mal wieder, dass ein Küstenradweg nicht nur flach ist. Immer wieder geht es für uns kleine

Anstiege rauf und wieder runter. Nach 30 Kilometer brauchen wir definitiv Energie-Nachschub. Uns könnte kein besser Platz dafür einfallen als am Strand bei Sonne mit Meerblick – perfekt. Zur Stärkung gibt es Affenknacker 🍌🍌 und gefundenen Süßkram vom Ostersamstag. Als Motivation für die nächsten Gegenwind-Meter wollen wir uns im kommenden größeren Ort nach einem Eis umschauen. Leider dauert das ganze Vorhaben aus bekannten Wettergründen etwas. Doch am Ende kommen wir zu unserem Softeis und sind zufrieden.

Nach dieser Entspannungspause fällt das Treten gleich doppelt schwer. Und gefühlt hat der Himmelsföhn nochmal eine Stufe hochgeschaltet. So kämpfen wir uns Meter für Meter mit nich mal 10 km/h voran. Als dann endlich die Route die ersehnte Biegung macht geht’s auch gleich viel leichter. Jetzt geht es wieder schneller voran und vorbei an Steilküste und Kalk-Steinbruch.

Tierfoto des Tages

Wir legen nochmal einen Stopp an besagter Steilküste ein und bestaunen Meer, Natur und die Flugkünste der Möwen. In der Abendsonne geht es dann mit besten Rückenwind auf zum Nachtlager. Bei lockeren 27 km/h ist dies nur noch einen Wimpernschlag entfernt. Hier bauen wir unsere gemütliche Koje vom Morgen wieder auf und zaubern etwas leckeres zu Essen. Da die Kraniche wohl noch nicht so weit nach Norden gekommen sind, freuen wir uns umso mehr über die neuen spannenden Vogelbegegnungen mit Fasanen, die wir unter anderem aus unserem Shelter heraus beobachten und hören können. Kopenhagen streckt sich am Horizont auch bereits in den Himmel. Das nächste Ziel für morgen haben wir also fest im Blick.

Tagesausgaben

  • Vorräte – 20 €
  • Eis – 10 €
Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 010 – Festtagswetter

Distanz

60 km

Temperatur

13 °C auf dem Rad

Höhenmeter

369 hm

Sattelzeit

3:57 h

Den Ostersonntag begehen wir ganz ohne Wecker am Morgen. Geweckt werden wir schlussendlich vom Singen der Waldvögel und sanften Sonnenstrahlen, welche sich durch das Blätterdach drängen. Mit österlicher Gelassenheit und Spiegelei auf Brot starten wir in den Tag. Dazu gibt es frische Pfannkuchen mit Himbeer-Marmelade, Cranberries und Banane – einfach himmlisch.

Es ist Mittag, als wir dann doch noch auf die Räder finden. Da die Fähre nach Møn – über welche die eigentliche Route führt – erst ab Mai in Betrieb ist, heißt es für uns einen kleinen Umweg über die nächste Inselbrücke zu fahren. Aber alles halb so schlimm, denn die Sonne strahlt über beide Ohren vom Himmel und der Wind kommt heute mehr vom Rücken her als andersherum. Wir kommen gut voran und überqueren nach ca. 2h und 30 Kilometer die etwas marode Brücke. Zum Glück wird hier nebenan schon an einer Neuen gebaut.

Eis- + Tier- + Bild des Tages

Auf der anderen Seite gibt es nicht nur neue Vorräte und Abendessen-Zutaten, sondern auch Eis. Heute entscheiden wir uns für die normale Variante in klein mit Schokoüberzug – einmal Vanille und einmal Erdbeere. Beides auch sehr lecker. Findet auch unsere neue Schmuse-Freundin, welche gemeinsam mit uns die Sonne genießt und sich ab und an ein Stückchen Waffel geben lässt. Nachdem das Eis aufschleckt ist und damit auch das Interesse der kleinen Mietz nachlässt, brechen wir wieder auf.

Jetzt geht es natürlich erstmal gegen den Wind. Aber in der warmen Sonne und durch kleine Wäldchen und Siedlungen gelingt uns das ganz gut. Wieder auf der Eurovelo 7 angekommen, ist es auch nicht mehr weit bis zum Lagerplatz. Hier erwarten uns heute zum Glück zwei leere Übernachtungshütten und ein sehenswerter Ausblick aufs Meer. Unter unserem provisorischen Windfang bereiten wir noch schnell Nudeln mit Tomatensoße zu und können glücklich und zufrieden ins Bettchen klettern.

Tagesausgaben

  • Frühstück + Abendessen + Trinken – 12 €
  • Eis – 10 €
Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 009 – God påske

Distanz

57 km

Temperatur

10 °C im Schnitt

Höhenmeter

202 hm

Sattelzeit

4:06 h

Der Morgen kommt früh – die Nacht ist kurz. Als wir uns gestern ins Bett zum schlafen legen, sind die letzten Sonnenstrahlen schon längst Vergangenheit. Für die Minuten an Waschmaschine gibt es wohl eine eigene, uns unbekannte, Maßeinheit. Doch das zeitige Aufstehen ist unerlässlich, wenn wir die angepeilte Fähre 11:15 Uhr bekommen möchten. Das nasse Zelt, ein kleiner Regenschauer zog in der Nacht über uns hinweg, kommt wieder draußen auf die Packtaschen und kurz vor 9 rollen wir auch schon vom Platze.

Im nächsten Supermarkt werden wir noch schnell die letzten deutschen Pfandflaschen los und präparieren uns für die Überfahrt. Den Weg zum Terminal kennen wir schon fast komplett vom Vortag. Nur die Wege durchs Hafen-Industriegelände sind neu. Das Wetter ist mal wieder eine Mischung verschiedener Grautöne gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Bild des Tages

Überpünktlich aber keineswegs zu früh ziehen wir unsere One-Way-Tickets und fahren wenig später in den Bauch der großen Fähre. Auf dem Oberdeck machen wir es uns gemütlich und kümmern uns liebevoll um die Leckereien aus dem morgentlichen Einkauf. Mit dem Ablegen haben wir nun Deutschland Final den Rücken gekehrt und steuern zielgerichtet auf unsere zweite Herzens-Heimat Dänemark zu.

Kaum in Gedser angelegt und die ersten Meter geradelt, sagen wir Ciao vom Grau. Wir werden mit blauen Himmel und Sonnenschein begrüßt. Unser erstes Ziel haben wir zudem vor einem Jahr schon ausgekundschaftet. So geht es zielstrebig in Richtung Eisladen. Auf den 21km dahin genießen wir das schöne Wetter, die Ruhe und Landschaft. Einzig der Wind hat es Mal wieder auf uns abgesehen und bläst uns von Vorn und von der Seite entgegen.

Doch davon lassen wir uns natürlich nicht abhalten und stehen so gleich vor „Lydolphs Isbar“. Ein wirklich unscheinbares Geschäft mit fabelhaften Inhalt. Wir entscheiden uns beide für die Kreation „Olfine“, welche wie folgt zusammengesetzt wird: in eine große Eiswaffel gibt es ein Bett aus Softeis, darein wird eine Eiskugel nach Wahl gesetzt, mit einem Schaumkuss garniert und zur Sicherheit komplett mit Softeis eingehüllt und danach als Krönung eine Seitwärts-Rolle durch den Kakao zu machen. Lecker.

Tierfoto des Tages: die Hinterlassenschaften vom Osterhasen

Mit viel zu viel Eis im Bauch begeben wir uns auf Schlafplatz suche. Ziel ist ein Shelter (einfache Übernachtungshütte) ca. 10 Kilometer weiter. Am Wind trainieren wir überschüssige Kalorien ab und finden direkt den Platz. Leider ist die Feuerstelle schon an und eine dänische Familie verbringt die Ostertage in der Natur. Im Qualm des Feuers wollen wir nicht nächtigen und machen uns auf zur nächsten Zeltwiese nur wenige 1000 Meter weiter. Hier sind wir für uns und haben auch alles was wir brauchen.

Schnell bauen wir unser Lager in der Spät-Nachmittagssonne auf, denn wir haben den Osterhasen vorbeihuschen sehen. Und so begeben wir uns auf die Jagd nach kleine Päckchen. Diese sind prall gefüllt mit süßen Leckereien und großzügigen Unterstützungen, sodass sich die Suche mehr als gelohnt hat. Zum Abend gibt es dann auch noch das passende Osterfest-Mahl mit Bratkartoffeln, Spiegelei und Datteln im Speckmantel. Hach ist das Lecker hier.

PS: Ein riesen Dank und viele Drücker an die lieben Osterhasen da draußen – das können wir alles sehr gut gebrauchen.

Tagesausgaben

  • Frühstück + Verpflegung – 18 €
  • Eier vom dänischen Straßenrand – 2 €
  • Fähre – 29 €
  • Eis – 14 €
Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 008 – Frisch gewaschenes Grau

Distanz

84 km

Temperatur

3 °C in Rostock

Höhenmeter

276 hm

Sattelzeit

5:50 h

Wenn wir ehrlich sind, müssen wir sagen: so gut wie die Nacht haben wir lange nicht geschlafen – die Nasenspitze blieb Eiszapfen frei, die Arme und Beine konnten mehr als 30 cm in jede Richtung gestreckt werden und die Matratze war nicht nur mit Luft gefüllt. So ein Bett hat schon seine Vorzüge 🙂

Ein weiterer unschlagbarer Vorteil des häuslichen Übernachtens (siehe Beitragsbild): das morgentliche Zusammenpacken geht wie im Nu. Das heißt heute setzen sich unsere Räder bereits vor 9:30 Uhr in Bewegung, wenn gleich ein anderer Teil den Tag lieber weiter im Bett verbracht hätte. Denn das Wetter ist heute grau. Und so viel sei schonmal gesagt – es bleibt grau.

Bild des Tages

Als zielführend hat sich herausgestellt, noch vor dem Frühstück die ersten Kilometer auf den Tacho zu bringen. So starten wir direkt gut in den Tag. Heute fällt der Morgensport leider etwas länger aus, da eine passende Sitzgelegenheiten länger auf sich warten lässt. Dann gibt es eben heute zeitiges Mittag. Auf den Tisch kommt zum Osterfest leckerer Orangen-Kakao aus der Heimat und die weltbeste Lieblings-Himbeermarmelade aus dem Osterzgebirge <3 Bei der Routenplanung setzen wir heute voll auf den Fernradweg Berlin – Kopenhagen, welcher uns direkt nach Rostock bringen soll. Zudem wollen wir das Touren-Buch dazu nicht umsonst eingepackt haben.

Der beliebte Fern-Radwanderweg überzeugt mit schönen Strecken entlang von Kanälen, überwiegend guter Beschilderung und kurzen Wolkenlücken. Nur ein paar weniger Hügel dürften es nach unserem Geschmack dann doch sein. So zieht sich der Weg bis in die Ostsee-Metropole ganz schön. Und auch die Durchquerung selbiger wird zum kleinen Kraftakt, da die 70 km Anreise schon ihr Erschöpfungswerk getan haben. Das Ziel einer warmen Dusche und die Chance auf frisch gewaschenes Wäsche halten die Motivation zumindest über Null.

Tierbild des Tages: GRAUE Kraniche

Kurz vor dem Ziel gehen wir nochmal volles Risiko: die Navigation stellt uns vor die Wahl: beträchtlicher Umweg oder Waldweg. Wir entscheiden uns abermals für Waldweg und kommen diesmal ganz gut durch – ohne Schlamm und Matsch. Kaum aus dem Wald ausgebogen, treffen wir im Ostsee-Camping-Resort ein. Unsere telefonische Ankündigung wurde an den Wachdienst weitergeleitet – wir werden erwartet. Zwar haben wir den Übernachtungspreis von 32€ bereits recherchiert, die 7€ für eine Wäscheladung sowie weitere 7€ für eine Trockenerladung lassen uns dann doch etwas schockiert aus der Wäsche schauen. Das entgeht auch nicht der sehr netten Wachdame, welche uns gleich einen super Deal anbietet: wir verzichten auf die 100m² Parzelle und legen uns auf die Wiese des Nachtparkplatzes vor dem Campingareal und zahlen nur 10€ pro Nase. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und bauen unser Zelt direkt auf. Den Luxus-Waschservice zum selber Waschen nehmen wir natürlich trotzdem.

So sitzen wir nun in der Waschküche, sind gesättigt von Maultaschen und Salat zum Abendbrot, frisch geduscht und warten auf die Waschmaschine. Hat also am Ende alles geklappt.

PS: heute mussten auch die ersten Ostergeschenke von den Liebsten dran glauben. Die Mini-Pralinen waren wirklich super lecker und haben gut Kraft gegeben. Danke dafür an den lieben Osterhasen Papa 😉

Tagesausgaben

  • Spende für die zauberhafte Übernachtung – 10 €
  • Platz vor dem Campingplatz – 20 €
  • Wäsche waschen & trockenen – 14 €
Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 007 – Frühlingserwachen

Distanz

93 km

Temperatur

18 °C im Bett

Höhenmeter

478 hm

Sattelzeit

6:15 h

Das Abschütteln des Morgen-Reifs von den Zeltwänden gehört bereits zur festen Routine. So auch am heutigen Tagesbeginn. Doch bereits jetzt empfängt uns der Gründonnerstag mit malerischen Kaiserwetter – blauer Himmel Sonnenschein. Dies hat zur Folge das nach dem Zusammenpacken auch die Sonnencreme ihren ersten Einsatz hat.

Vor dem Frühstück drehen wir schonmal eine Runde entlang der kleinen Müritz. Hier gibt es herrliche Natur und schöne Ausblicke zu genießen. Ein kleinen Umweg nutzen wir daher auch für die erste Pause. Danach knurrt der Magen aber nach Nachschub in Form von verschiedenen Backwaren.

Bild des Tages

Mittlerweile ist es so warm geworden, dass wir anfangen uns aus den verschieden Kleidungsschichten zu schälen. Entgegen der geplanten Route, folgen wir den wirklich erfahrenswerten Müritz-Rundradweg. Hier treffen wir auf verschiedenste Tiere und kommen aus dem Fotografieren kaum heraus. So radeln wir entspannt immer an der Müritz entlang. Am Ende angekommen, müssen wir leider feststellen: wir sind noch nicht so weit gekommen… 50 Kilometer stehen noch bevor.

Wir halten uns vortan an die geplante Tour und kommen richtig gut voran. Das herrliche Wetter, etwas Rückenwind und die erwachende Natur beflügeln uns. Eine kleine Eis-Pause fällt leider ins Wasser, da noch kein Eis im Café zu erwerben ist. Wir verbringen stattdessen die Minuten auf einem einsamen Steg mit Blick aufs Wasser. Das Ziel scheint nun bereits in greifbarer Nähe. Noch einmal durchstreifen wir Felder, Hecken und Wälder. Uns begegnen die ersten Schmetterlinge, ein Hase und ein Wildschwein. Leider war der Fotoapparat so schnell nicht griffbereit.

Auf Nachfrage: Tierfoto des Tages

Und wie es eben kommen muss, wenn es mal wieder läuft … Hinter der nächsten Kreuzung geht es ab in den Wald. Später auf holprige Wanderwege und noch ein wenig später stehen wir Mal wieder mit beiden Füßen im Schlamm. Da hilft erstmal nur schieben. So langsam beginnt die gerade noch wärmende Sonne ihre Kraft zu verlieren. Der Abend steht vor der Tür und mit ihm die letzten Kilometer des Tages. Wir decken uns im Supermarkt nochmal für Abendbrot und den morgigen Feiertag ein und sind bald an der heutigen Schlafgelegenheit angekommen.

Hier empfängt uns in der Abendsonne Ralph (wieder über 1nitetent) vor seinem alten Bauernhaus. Unser recht spätes Erscheinen sowie die noch spätwinterlichen Nachttemperaturen verleiten ihn wohl uns sein Gästezimmer anzubieten. Und da wir einmal hier sind, dürfen wir uns auch an den gedeckten Nudeltisch setzen… Wir sind überglücklich über so viel Gastfreundschaft und Nettigkeit. So können wir heute also Mal wieder eine Nacht im Bett und ohne Morgen-Reif an den Zeltwänden verbringen. Vielen Dank an Ralph und seine Frau

Tagesausgaben

  • Frühstück – 6,50€
  • Abendessen + Frühstück für Morgen + mehr – 15€
Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 006 – ohne Müh zur Müritz

Distanz

74 km

Temperatur

8 °C auf der Tour

Höhenmeter

294 hm

Sattelzeit

4:48 h

Das Aufstehen klappt schon recht gut, besonders wenn es ein warmes Sanitärhaus zum kurz Wärme-Tanken gibt. Wieder gibt es ein paar Sonnenstrahlen die versuchen unserem aufgetauten Zelt etwas Wasser zu entziehen. Rasch haben wir auch unsere anderen Sachen gepackt und radeln los.

Auf dem Weg zum Frühstücks-Stopp werden wir von allerhand Sing- und Zugvögeln begleitet. So langsam kommen wir auf den Trichter, dass zu dieser Jahreszeit Grau-Kraniche keine sonderlich seltene Entdeckung sind. Für eine kurze Fotopause müssen sie nebst Reh trotzdem her halten (im späteren Tagesverlauf nochmal). Einmal werden wir ihnen heute auch ganz nah kommen, nur ist da leider die Kamera nicht so schnell gezückt. Der Frühstücksplatz ist gewohnt gut gedeckt und das noch etwas nasse Zelt macht es sich auch nochmal in der Sonne gemütlich.

Bild des Tages

Wir nutzen die Gelegenheit in einer etwas größeren Stadt zu sein, um noch fehlende Ausrüstung nach zukaufen. Darunter die vergessene Mütze von Arthur und die am ersten Tag schmerzlich vermissten Regenhauben für die Schuhe. Stilistisch keine Augenweide aber doch irgendwie praktisch. So kann also unsere Reise weitergehen.

Und weiter geht es über ein hervorragend ausgebautes Radwegenetz im Havelland und auf der Mecklenburgischen Seenplatte. Durch die üppige Bewaldung ist auch der Wind keine große Sache und es kommt echte Urlaubsstimmung auf. Auf dem Weg angeln wir uns noch zwei Stück Räucherfisch (Karpfen & Buttermarkrele) fürs Abendbrot und radeln gemütlich zum nächsten Zeltplatz, einen 1nitetent Angebot gibt es leider nicht in dieser Gegend. Der eigentliche auserkorene Platz hatte leider schon geschlossen, sodass wir auf einen der vielen anderen Müritz-Campingplätze ausweichen mussten. Das war jedoch kein Problem. Hier genießen wir Fisch, Salat und Luft-Brötchen (leider der totale Reinfall) und huschen gleich unter die warme Dusche. Wir sind zufrieden. : )

Tagesausgaben

  • Frühstück – 6€
  • Mütze & Schuh-Überzieher – 51€
  • Abendessen inkl. Fisch – 16€
  • Camping inkl. Dusche – 15€
Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 005 – KoPFsTeiNPflASteR

Distanz

78 km

Temperatur

-2 °C in der Nacht

Höhenmeter

XXX hm

Sattelzeit

5:46 h

Die zweite kalte Nacht haben wir erfolgreich hinter uns gebracht. Jetzt schon etwas geübter und mit dem ein oder anderen Kniff zur optimalen Schlaf-Lage. Und wieder stehen wir bei Sonnenschein auf und gehen unserer Morgenroutine nach. Leider mag das Zelt im Halbschatten nur langsam auftauen, sodass es heute mal außen mitfahren darf.

Am reich gedeckten Frühstücksbuffet des Supermarkts haben wir die Qual der Wahl. Auf dem Parkplatz machen wir es uns gemütlich und genießen die erstaunlich warme Sonne. Davon kann auch das Zelt ein wenig vertragen – also breiten wir es auch noch schnell mit aus. Etwas länger als gedacht sitzen wir so und genießen das frühlingshafte Wetter.

Bild des Tages

So langsam pocht dann doch wieder der Zeigefinger auf die Uhr. Für heute Abend haben wir uns eine warme Dusche gewünscht. Ein Campingplatz ist auch schon gewählt und so machen wir uns auf ins Potsdamer Getümmel. So eine Großstadt haben wir gefühlt schon lange nicht mehr durchquert. Als wir diese hinter uns gelassen haben geht es weiter über Dörfer und Felder. Natürlich gegen den Wind. Naja wir melden uns sollte sich hier etwas tun.

Am Wegesrand treffen wir immer wieder auf die ersten ankommenden Zugvögel. Zwei Storchenpaare konnten wir ebenfalls in ihren Nestern entdecken. Mit dieser Begleitung und dem Wechsel aus Sonne und weniger Sonne kann es eigentlich weitergehen.

Der ungewohnte Sonnenschein lässt uns direkt nach einem Eis gelüsten – gedacht, getan. So sitzen wir zur Mittagszeit und schlecken unsere kühle Pause. Ein Anruf beim Campingplatz lässt weiter auf ein heißen Tagesabschluss hoffen, da dieser bereits geöffnet hat. Einzig sorgen bereiten mal wieder diese ganzen Kilometer… Noch nicht mal bei der Hälft sind wir. Nun aber zügig.

Zwar fällt das Treten mit jedem Meter bis zum Ziel schwerer, aber immerhin geht es voran. So blicken wir recht zuversichtlich auf den letzten Etappen-Abschnitt welcher durch malerische Weidelandschaft führt. Nach einer für Autos gesperrten Brücke, welche wir zum Glück überqueren konnten, holt uns leider die Realität ein. Die eben noch glatt geteerte Straße weicht einem Meer aus Pflastersteinen. Uns bleibt nur die Wahl zwischen groben Kopfsteinen oder weichen Feldboden am Rand – das gewohnte Spiel Regen und Traufe eben. Als wenig später das historische anmutende Kopfsteinpflaster in eine moderneren Version wechselt ahnen wir uns schon fast am Ziel. Doch falsch gedacht. Nach der nächsten Kurve holpert es munter weiter.

Auf dem kleinen rudimentären Campingplatz haben wir es dann auch irgendwann geschafft – gut geschüttelt, nicht gerührt. Zur Belohnung gibt’s leckere Gockel-Bolognese mit Nudeln, Tütensuppe und tatsächlich eine warme Dusche!!! Mal sehen wie lange uns die Wärme im Zelt erhalten bleibt. Bis morgen.

Tagesausgaben

  • Frühstück – 7€
  • Eis & Frühstück für Morgen – 6€
  • Zeltplatz – 19€
Lofoten auf zwei Rädern - 2023 Reisen

Tag 004 – unser neuer BE2TER Freund

Distanz

76 km

Temperatur

4 °C an der B2

Höhenmeter

343 hm

Sattelzeit

5:18 h

Das Wichtigste zum Start: wir haben die Nacht überlebt. Ein Wellness-Spa ist vielleicht etwas anderes und den ein oder anderen kalten Schauer mussten wir wohl oder übel hinnehmen. Für etwas Entschädigung sorgte aber zum Tagesstart die wärmende Sonne, welche sich über unser Zelt legte. Umso erstaunter waren wir über die Reifbildung an unserem Zelt … Es war also doch ziemlich kalt gewesen.

In einer Mischung aus leichter Nacht-Kältestarre und Müdigkeit packten wir unsere sieben Sachen. Hier ist sicherlich noch etwas Zeitpotenzial, welches sich mit steigenden Temperaturen herausholen lässt. So gibt es erst zum zeitigen Mittag ein üppiges Supermarkt-Frühstück und eine kleine Routen-Optimierung.

Bild des Tages

Da wir ja nun festgestellt haben, dass auch ausgewiesene Radrouten kein Garant für gute Wege sind, entschließen wir uns der planmäßigen Eurovelo-Route den Rücken zuzukehren. Der Tag ist schon zu fortgeschritten und die 15 Kilometer weniger Strecke einfach zu verlockend. So begeben wir uns auf dem nächsten Weg zur B2 – mal wieder. Man sieht sich eben immer mehrfach im Leben. Und heute können wir uns mit dieser brandenburgischen Lebensader anfreunden. Entlang läuft über die gesamte Strecke ein asphaltierter Radweg welcher uns zielsicher Richtung Potsdam bringt.

Nur den Wind konnten wir heute nicht von unserem Vorhaben überzeugen. Stetig bläst es uns von Vorn entgegen. So kommen wir wieder einmal nur mühsam vorwärts. Nach einer Stärkung in Treuenbrietzen mit Gebäck und kakaohaltiger Milch geht es weiter durch die Spargellandschaft Beelitz. Die weißen Folien erinnern uns an weite Seen und lenken ein wenig von Gegenwind ab. Nun haben wir auch die Zusage für das heutige Nachtlager bei Potsdam. Wir kommen bei Hannes und Familie unter – also im Garten – im Zelt – in der Kälte : D

Die letzten Meter fallen gewohnt schwer, doch durch Zufälle finden wir einen Geflügelautomaten mit verlockenden Frikassee im Angebot. Mit diesen Leckerbissen an Bord und der Aussicht auf ein warmes Abendbrot schaffen wir die verbleibenden 9 Kilometer im Nu. Während eine Hälfte das Zelt bestückt, besorgt die Andere schnell die restlichen Zutaten. Und so liegen wir nun hier im Zelt mit vollen Bäuchen und hoffen auf eine milde Nacht.

Tagesausgaben

  • Übernachtung bei Raik im Garten: 5€ (eigentlich kostenlos, aber ein kleines Dankeschön für die großartige Gastfreundschaft)
  • Frühstück: 7€
  • Kaffetrinken: 10€
  • Abendbrot (inkl. Nudeln und Gockel-Bolognese für den nächsten Tag): 17,50€