Da wir Carcassonne und vor allem die Burg schon ausgiebig erkundet haben und der Willy auch wieder in unserem Besitz ist, haben wir uns entschlossen, heute bereits ein Teil der Rückreise anzutreten.
Doch bevor wir uns auf die Autositze begeben, stehen wir gegen 07:30 Uhr auf. Zum einen hoffen wir auf einen besseren Parkplatz in der Nähe der Unterkunft, zum anderen erhoffen wir uns ein schönen Blick auf die Burg im Sonnenaufgang. Mit etwas Suchen finden wir einen der begehrten Plätze in den engen Gassen und machen uns anschließend auf den Weg zu einer der Brücken über die Aude. Von hier hat man einen super Blick auf die Festungsanlage. Fun Fact: die Burg hatte nicht von Anfang an soviele Türme, einige wurden bei einer Restauration im 18. Jh. hinzugebaut.
In der Stadt ist zu dieser Zeit schon jede Menge los. Vor allem zahlreiche Sportler tummeln sich um uns. Das liegt wohl am GRC (Grand Raid des Cathares) – eine Laufveranstaltung, welche hier in Carcassonne startet. Die ersten Läufer und Läuferinnen sind bereits gestern Abend 21 Uhr in die Nacht gestartet – vor ihnen liegen unfassbare 161 km Trailrun mit 7.200 Höhenmetern. Zur Einordnung: letztes Jahr absolvieren 129 Teilnehmer die Strecke, der Schnellste schaffte es in 17 Stunden und 50 Minuten, der Letzte war nach über 40 Stunden am Ziel. Und auch den Laufenden, die erst gegen 10 Uhr vor den Toren der Stadt starten, stehen immernoch beeindruckende 101 km vor der Brust. Wir würden da vielleicht eher mit der kürzesten Distanz anfangen – einer 12 km langen Nachtwanderung 😄.

Wir bewundern den Ehrgeiz, aber belassen es für uns bei einer Runde von Brücke zu Brücke. Danach nehmen wir immerhin nochmal den Weg hoch zu Brug auf uns, um uns für das Frühstück mit Blätterteiggebäck und einem kleinen Törtchen auszustatten. Bei dem Bäcker entdecken wir auch eine Besonderheit: hier gibt es ein Familie-Croissant. Dieses sieht aus wie ein normales Croissant, nur in der Größe eine Brotlaibs.
Wir belassen es bei den klassischen Hörnchen und sitzen mit diesen wenig später am gedeckten Tisch. Das Törtchen müssen wir an dieser Stelle nochmal hervorheben. Nicht nur, dass es sehr hübsch angerichtet ist, die Mischung aus Haselnuss und Zitrone-Mango schmeckt hervorragend. Da bleiben dann auch zwei Croissants für die Fahrt übrig.









Jetzt packen wir unsere letzten Sachen, holen den Willy, laden die Räder auf und verstauen alles sorgfältig. Dann rollen wir los. Für einen kurzen Abstecher geht es nochmal in die Festung. Ein paar Macarons müssen wir einfach mitnehmen. Der Laden hat leider erst ab 10 Uhr geöffnet, aber den Umweg ist es uns wert.
Und auch jetzt geht es noch nicht auf die Autobahn. In einem großen Supermarkt decken wir uns nochmals mit allen nötigen und leckeren für die Fahrt ein. Der anschließende Tankstopp dauert hingegen etwas länger. Zum einen, weil es eine Total Tankstelle mit Preisdeckel sein muss – entsprechend groß ist der Andrang. Zum andern, weil unsere Kreditkarte hier am Automaten erstmal nicht funktionieren mag. Erst im zweiten Anlauf an der Theke klappt es und wir können mit viel Verpflegung und vollem Tank starten.
Den Rest des Tages verbringen wir auf der Autobahn. Einen kurzen Stopp zum Beine vertreten und Gassi gehen legen wir an der Rohnê ein. Hier staut sich der Verkehr am französischen Blauen Wunder. (So haben wir es getauft)
Danach heißt es wieder Autofahren bis es dunkel wird. Kurz vor 20 Uhr nehmen wir uns dann ein Hotel in der Nähe von Bourg-en Bresse. Im daneben liegenden Restaurant gibt’s zum Abendbrot eine feine Pizza aus dem Holzofen. Besonders lecker ist die Kombination aus Ziegenkäse, Mandelsplitter, Honig und Thymian. Gut gesättigt liegen wir drei jetzt im Bettchen und können morgen weiter in Richtung Heimat starten.
