Distanz

43,88 km

Temperatur

16 °C im Schnitt

Sattelzeit

03:43 h

Ausgaben

186,39 €

Heute bauen wir vorraussichtlich für diesen Urlaub ein letztes Mal unser Lager ab. Bei der Planung der noch verbleibenden Tage und in anbetracht des Wetters haben wir uns nochmal für eine kleine Unterkunft entschieden. Zumal der Preisunterschied von 30€ für zwei Tage zwischen Campingplatz und Ferienwohnung auch nicht riesig ist. Dazu aber später mehr.

Erstmal rollen wir noch ein paar Meter in den Ort der heutigen Nacht hinein. Hier gibt es einen traditionellen Bäcker, welchen wir natürlich testen müssen. Leider ist die Auswahl mal wieder größer als der Magen, sodass wir uns für eine kleine Auswahl an Geb(p)äck entscheiden müssen. Eine falsche Entscheidung kann man wahrscheinlich eh nicht treffen, zumindest hat alles außerordentlich gut geschmeckt.

So gestärkt werfen wir uns wieder dem Westwind entgegen. Erstmal müssen wir wieder zum Canal du Midi gelangen. Dann geht es weiter auf bekannten Schotterwegen. Unterwegs gibt es einen munteren Wechsel aus kurzen Sonnen-Löchern und dicken Wolken. Immer Mal wieder tröpfelt es auch, doch richtig regnen tut es erst für ein paar Minuten kurz vor unserem heutigen Ziel.

Carcassonne. Kannten wir die Stadt bisher nur aus dem gleichnamigen Gesellschaftsspiel, können wir uns nun zum Abschluss unseres Urlaubs nochmal direkt vor Ort ein Bild machen. Bekannt ist die Stadt vor allem für ihre bestens erhaltene mittelalterliche Festungsanlage. Davon sind wir aber erstmal etwas enttäuscht, da man beim Einfahren in die Stadt nicht einen einzigen Blick darauf erhaschen kann. In unserer Vorstellung thronte sie bereits von weitem sichtbar auf einem Hügel über der Stadt.

Da wir erst ab 17 Uhr in die Unterkunft können, wollen wir die Zeit am Bahnhof nutzen, um das Zugticket für morgen zu klären. Denn der Plan ist: morgen das Auto vom ersten Campingplatz hierher zu holen und am Freitag nochmal die Stadt zu entdecken. Aber daraus wird im ersten Moment nichts. Die Zugverbindung die wir uns die letzten Tage herausgesucht hatten, gibt es nicht mehr – wurde gelöscht. Was auch immer das heißen mag. Am Fahrkartenautomaten gibt es eine andere, wesentlich teurere. Leider lässt sich diese an Automat Nummer eins nicht bezahlen. Am zweiten Automaten, gibt es die Verbindung auch. Aber auch hier wird unsere Reisekreditkarte nicht angenommen. Ebenso wenig wie eine EC-Karte. Barzahlung ist hier nicht vorgesehen.

Bild des Tages: am Ziel!

Also doch übers Handy buchen. Draußen regnet es gerade wieder ein wenig, als wir diesen Versuch starten. Jetzt ist die Verbindung auf einmal ausgebucht. So richtig trauen wir dem Braten nicht. Versuchen es deshalb nochmal am Schalter, bei einer Dame mit schlechten Englischkenntnissen – das ist hier nicht anders als in Deutschland. Aber auch in französisch ist ein Nein recht deutlich zu verstehen. Keine Verbindung mehr für morgen oder übermorgen. Dann müssen wir wohl hierbleiben – Chef und Schüler haben sicher Verständnis.

Über die Internetseite der französischen Bahn wird als Alternative noch eine Mitfahrgelegenheit via Blablacar angezeigt. Dann machen wir eben das. Simone (ein scheinbar netter Italiener) ist morgen auf einer ähnlichen Strecke unterwegs und hat nun einen Begleiter gewonnen. Damit haben wir die Sache zumindest so weit geklärt, dass wir uns morgen überraschen lassen können, ob alles klappt.

Wir machen uns jetzt etwas später als geplant auf den Weg zur Ferienwohnung. Diese liegt direkt am Fuße der wirklich beeindruckenden Burg, ist gemütlich eingerichtet und bietet eine super Dusche. Alles was wir brauchen also. Nach dem Frischmachen geht’s nochmal auf einen Spaziergang hoch in die mittelalterlichen Mauern. Es ist wirklich faszinierend, wie gut die Festung erhalten ist. An jeder Ecke gibt es was zu entdecken. Im Inneren gibt es viele kleine Gassen mit Restaurants, Cafés, Hotels, Souvenirshops und Süßwarenläden. In einem der letzteren können wir den Macarons aus der Auslage nicht widerstehen: Schoko-Kokos, Fleur de Sel, Citron und Himbeer landen als kleine Wegzehrung in der Tüte. Unglaublich lecker und die 6€ tatsächlich wert!

Die Energie haben wir auch nötig. Wollen wir doch fürs Abendbrot noch etwas einkaufen. Der Weg zum Supermarkt ist allerdings weiter als gedacht. So ist es auf dem Rückweg schon ziemlich spät. Zum Ausgleich gibt es dafür ein paar tolle Erinnerungen an die Burg bei Nacht. Zurück im Quartier gibt’s schnell noch bisschen Gemüse mit Couscous und dann ab ins Bett.

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