Distanz

68,84 km

Temperatur

15 °C im Schnitt

Sattelzeit

05:37 h

Ausgaben

48,33 €

Entgegen der Vorhersage sieht das Wetter heute sehr viel besser aus als gestern. Der Weiterfahrt steht also erstmal nichts im Wege. Die Gelegenheit eines richtigen Tischs und einer Küche wollen wir aber nochmal nutzen. Darum besorgen wir wie gestern auf der Morgenrunde das Nötigste für die kommenden Tage, sowie ein paar Leckereien zum Frühstück. Und so sitzen wir wenig später mit Kaiserschmarrn, frischem Baguette und Smoothie am gedeckten Tisch und lassen es uns richtig schmecken. Die Energie werden wir auf jeden Fall brauchen.

Heute wollen wir weiter am Canal du Midi entlangradeln. Geplant ist eher eine kurze Tour und die Hoffnung ist groß, bei dem Kanal-Radweg auf wenige Steigungen zu treffen. Letzteres trifft erstmal nicht zu, da wir ja mindestens die 32 Meter der großen Schleusenanlage erklimmen müssen. Als das erledigt ist, geht es aber tatsächlich den Rest des Tages bis auf wenige kurze Abschnitte immer direkt am Kanal entlang.

Der Radweg besteht meist aus Schotterwegen, welche sich aber gut befahren lassen. An der ein oder andere Stelle wird es aber unter Brücken etwas eng und holprig. Eine Stelle ist auch mehr als Trampelpfad zu bezeichnen, was die Entscheidung für einen einspurigen Freddy-Anhänger umso wertvoller macht.

Auf dem Radweg sind nur noch wenige Leute anzutreffen. Auf dem Kanal selbst ist es eher ruhig. Ab und an zieht aber mal ein größeres Boot vorbei. Der Kanal zieht sich in vielen Kurven durch die Landschaft und bietet immer wieder schöne Ausblicke und viele Rast-Möglichkeiten. Durch jede Menge Glück konnten wir heute auch einen besonderen Bewohner des Kanals treffen und sogar vor die Linse bekommen. Immer mal wieder begleitete uns ein kleiner Eisvogel entlang des Kanals. Darum heute mal eine Galerie des Tages:

Nach circa 40 Kilometern haben wir am frühen Nachmittag das eigentliche Tagesziel erreicht. So richtig zufrieden sind wir aber nicht und würden gern noch etwas weiterfahren. Das Problem hier in der Gegend ist aber die geringe Campingplatz-Dichte. Da der Kanal von Hausbooten befahren wird, scheint der Bedarf an Campingplätzen sehr gering zu sein. Wir entschließen uns trotzdem noch für 24 weitere Kilometer.

Dabei kommen wir wie immer an endlosen Weinfeldern, aber auch an einer Kaki-Plantage vorbei. Unglücklicherweise frischt der Wind aus Westen jetzt immer mehr auf. Die Kilometer bis zum Campingplatz nehmen nur langsam ab und die Beine werden immer schwerer. So war das nicht geplant. Aber da müssen wir jetzt leider durch. Als wir im Homps den Kanal verlassen, wähnen wir uns bereits nahe am Ziel. Doch die letzten 7 Kilometer schleppen wir uns mit 10 km/h nur noch durch den heftigen Gegenwind.

Irgendwann haben wir aber auch diese Strapazen durchquert und mit erreichen des Zeltplatzes steigt auch schlagartig die Laune. Der kleine städtische Platz bietet nur wenige Stellplätze und eine einfache Ausstattung. Schlägt in der Kontoführung aber auch nur mit 14 Euro zu buche. Der Empfang war dafür umso freundlicher.

Wir bauen also im Wind schnell das Zelt auf und kümmern uns anschließend um ein paar Nudeln mit Pesto, sowie das übriggebliebene Zitronen-Dessert vom Frühstück. Je später der Abend, desto kälter wird es. Jetzt sind es sicher unter 10 Grad. Mal sehen wie es morgen weitergeht – der Wind soll jedenfalls nicht ablassen.

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