Den heutigen Morgen begehen wir mit einem reichhaltigen Frühstück. Es gibt nochmal Kaiserschmarrn und dazu Baguette. Daran könnten wir uns sehr gewöhnen.
Dann müssen wir uns aber auch schon auf die Socken machen. Unsere Mitfahrgelegenheit wollen wir schließlich nicht warten lassen. Zusammen mit Freddy gehen wir in idyllischer Morgenruhe entlang der Aude. Pünktlich 09:45 Uhr sind wir am von der App ausgegeben Standort – leider. Denn ein letzter Kontrollblick in die Kommunikation mit Simone offenbart einen anderen Treffpunkt. Naja, der deutschen Pünktlichkeit wegen heißt es von da an für einen Teil von uns: auf zur Morgenlaufrunde. Damit trennen sich auch erstmal die Wege.
Arthurs Tag:
Mit Rucksack und gut eingepackt mit Pulli und Jacke wird einem beim Laufen ganz schön warm. 1,6 Kilometer sagt das Navi bis zum eigentlichen Treffpunkt. Ich schiebe es jetzt mal auf das Training der letzten Tage, dass ich es dann doch einigermaßen pünktlich geschafft habe. Ganz untypisch – im Sinne der Klischees – ist Simone aus Italien natürlich 10 Minuten früher da und erwartet mich mit offen Türen an seinem Fiat 500.
Aber immerhin können wir so direkt in unser Abenteuer starten. Simone ist Student und war für vier Monate in Spanien für seine Masterarbeit. Nun ist er auf der Rückreise in Richtung Turin und freut sich sehr über meine Begleitung. Er mag es nicht, so lange alleine Autofahren zu müssen.
Aus Kostengründen vermeidet er die Autobahn mit Maut, sodass wir die nächsten sechs Stunden zum großen Teil die Strecke zurücklegen, welche wir die Tage zuvor mit dem Rad gefahren sind. Hier kann ich Simone überall erzählen, wo wir waren: Canal du Midi, an den Stränden von Montpellier, bei den Flamingos, in Arles bis in die Berge. Ich erfahre im Gegenzug, was eine gute Pizza ausmacht, was man in Spanien essen sollte und dass das Skifahren in Italien immer teuerer wird.
Die Landschaften sind auch aus dem Fenster sehr schön anzusehen. Allerdings sieht man hier auch die Schäden der letzten starken Regenfälle. Felder, die unter Wasser stehen und ganze Straßenzüge, die kleinen Flüssen gleichen. In den Nachrichten heißt es, dass allein in Arles (wo wir auch waren) 3 Menschen ertrunken sind. Wir kommen aber ohne größere Probleme durch und mit nur einer Pause setzt mich Simone kurz nach 16 Uhr am Ausgangspunkt unserer Reise ab.
Hier erwartet man mich bereits, obwohl meine Nachricht über meine Ankunft – wohl aufgrund der weltweiten IT Probleme der letzten Tage – nicht angekommen ist. Man hat sich jedenfalls schon gefragt, wo wir bleiben. Unser Willy steht noch an Ort und Stelle und nach kaum 5 Minuten rolle ich auch schon wieder zurück in Richtung Carcassonne.
Diesmal allerdings über die Autobahn. Diese sind immer mal wieder recht voll, die Tankstellensuche etwas nervig, aber alles in allem komme ich ohne Probleme durch. Sodass ich 20:45 Uhr wieder vor der Ferienwohnung eintreffe.
Bettis Tag:
Freddy versteht überhaupt nicht, warum Arthur auf einmal davon rennt. Recht zügig gehen wir daher hinterher, doch die Superspürnase schnappt auch immer wieder andere verlockende Düfte auf, sodass wir Arthur sehr schnell nicht mehr sehen. Wieder zu Hause angekommen, ist es 10:05 Uhr und ich wage eine kurze Nachfrage, ob er denn Simone noch rechtzeitig erreicht hat. Nach weiteren langen 5 Minuten erhalte ich die erlösende Antwort.

Ab da heißt es entspannen und alles für die Rückreise vorbereiten. Ich nutze die Waschmaschine und den Trockner der Unterkunft, sortiere und packe anschließend alle unsere sieben Sachen in die zahlreichen Taschen. Anschließend drehen Freddy und ich noch eine Runde durch die Burganlage, die am Tage bedeutend besser besucht ist. Wir finden trotzdem einige schöne kleine und ruhige Gassen, treffen auf viele nette Franzosen, die uns ansprechen und genießen jede Menge weite Ausblicke bis in die Pyrenäen.
Wieder in der Unterkunft bleibt genügend Zeit den Krimi zu Ende zu lesen, ehe es noch einmal die große Abendrunde außen um die Festung herum geht. Und jedesmal ist dieses Bauwerk mit seinen 3 km langen, doppelten Mauern und den 52 Türmen sehr beeindruckend und strahlt totale Magie aus.










Wieder vereint werden die ersten Sachen schon mal ins Auto verladen und anschließend die Nudeln in unsere Bäuche. Auf einem Verdauungsspaziergang gibt’s nochmal ein paar Impressionen der Burg und dann aber ab ins Bett.
