Los geht der Tag mit dem gewohnten Weckerklingeln. Heute ist es noch dunkel als wir aus dem Zelt krabbeln. Dafür ist es hier umso trockener, was es uns ermöglicht, das Zelt in Gänze zu verstauen. Frühstück gibt’s heute unterwegs, weshalb wir kurz vor neun bereits rollen.
Wir frühen Vögel werden mit einer tollen Morgenstimmung und spiegelglatten Seen belohnt. Doch nach den ersten 15 Kilometern wäre ein Snack nicht verkehrt. Darum gibt’s heute zum Frühstück Wallnuss-Baguette, Aufstrich- und Gemüse Reste aus der Fahrradtasche, frische süße Teilchen und leckere Vanillecreme zum Löffeln.
Weiter geht die Reise anschließend in Richtung Sète. Die Stadt ist wohl ein beliebtes Ausflugsziel und hat einen prachtvollen Hafen. Die Küste ist hier etwas steiler und wir fahren wieder ein paar Kilometer, bis wir zurück an den Sandstränden sind. Das nutzen wir direkt für einen Strandspaziergang. Dieser wird mit super schönen Muscheln belohnt. Danach geht es mit etwas nervigen Gegenwind weiter, immer direkt am Strand durchs Dünenland.

Agde ist das letzte Städtchen für uns, welches direkt am Meer liegt. Auch hier scheint man weiter an der Tradition der Stierkämpfe festzuhalten. Zumindest lässt die dazugehörige Arena darauf schließen. Schon den ganzen Urlaub kommen wir an Werbeplakaten und recht großen Arenen vorbei, stets mit Stier-Statuen davor. Für uns ist allein die Vorstellung sehr befremdlich.
Wir kämpfen unterdessen bei einer Pause mit Rosinen-Teilchen und Birne. Heute ist es im Vergleich zu den letzten Tagen frisch und nur um die 15 Grad warm. Die Sonne ist auch gut versteckt hinter den Wolken. Das ist wohl schon ein kleines Vorzeichen auf morgen. Da soll es hier laut amtlicher Unwetterwarnung den ganzen Tag Regnen und Gewittern. Eigentlich wollten wir uns aus diesem Grund auf dem angepeilten Campingplatz eine kleine Hütte mieten. Ein kleines Apartment im heutigen Ziel Béziers ist allerdings günstiger und bietet noch mehr Komfort. Mit dieser Aussicht auf ein festes Dach über dem Kopf machen wir uns auf die letzten 30 Kilometer.
Diese gehen noch ein Stück am Meer entlang. Vorbei an jeder Menge Campinganlagen, welche sich mit Attraktionen zu überbieten versuchen. Jetzt ist hier kaum eine Menschenseele, im Sommer wollen wir uns den Trubel nicht vorstellen. Irgendwann, nach dem hundertsten Campingplatz kommen wir zum Canal du Midi. Dieser wird uns den Rest des Tages und wohl auch den Rest des Urlaubs begleiten. Mit genügend Zeit könnte man entlang des Canals vom Mittelmeer bis an den Atlantik radeln. Soweit soll es nicht gehen – Béziers reicht uns erstmal.



















Wieder mit Gegenwind überwinden wir die letzten Kilometer. Wir schlängeln uns ein letztes Mal erst durch Neubauviertel, dann durch schmale Altstadtgassen. Dank einer netten Dame am Fenster finden wir auch den Eingang zum Haus. So sehen wir also ein echtes französisches altes Wohnhaus auch mal von innen. Direkt hinter der ersten Tür taucht ein hübscher Innenhof auf und bietet Platz für unsere Räder. Im zweiten Stock ist unsere Wohnung. Alles sieht etwas rustikal aus, so wie von außen. Für zwei Nächte und dem angesagten Regen aber auf jeden Fall eine besser Option als das Zelt.
Mal sehen ob wir euch morgen hier viel zu berichten haben. Ihr werdet es sehen.

