Distanz

79,08 km

Temperatur

21 °C zum Start

Sattelzeit

05:15 h

Ausgaben

103,43 €

Heute klingelt der Wecker eine halbe Stunde früher. Das Zelt ist so oder so nass und die Etappe, die wir uns vorgenommen haben, ist diesmal etwas weiter. Das Frühstück nehmen wir wieder schnell im ausgeräumten Zelt zu uns (allein auf dem Weg zum Sanitärgebäude gab es ohne Mückenspray um die 8 neue Mückenstiche, aber irgendwie gewöhnt man sich schon fast daran..) und packen den Rest mittlerweile mit eingespielten Handgriffen ein. Gegen 10 Uhr rollen wir bereits in die Innenstadt von Saintes-Maries-de-la-Mer. Hier gibt’s noch mal Nachschub beim Mückenschutz und ein bisschen Verpflegung für die Fahrt.

Diese führt uns zunächst an einer mittelgroßen Landstraße entlang. Hier sollte es dann links mit einer kleinen Fähre über die kleine Rhone gehen. Die Fähre ist aber defekt und wir nehmen weiter die Landstraße. Und auch bei der nächsten Abbiegung von der nun etwas größeren Landstraße geht es für uns nicht weiter. Da es hier einen ganz ordentlichen Seitenstreifen gibt, entschließen wir uns also gezwungenermaßen der Bundesstraße erstmal zu folgen. Jeder auch noch so kurzer Stopp wird von einer kleinen Mücken-Invasion begleitet. Zudem kommen wir trotz Gegenwind nicht schlecht voran und können sogar andere Radfahrer – ohne Gepäck – überholen.

So sieht eine Mücken-Invasion aus.

So sind wir dann auch recht zeitnah im Zwischenziel Aigues-Mortes angekommen. Hier empfängt uns ein großer Supermarkt. Die besorgten Leckereien gibt’s dann gleich um die Ecke im Schatten an einem hübschen Kanal. Besonders erwähnenswert ist das Baguette, welches heute mit Oliven, Walnüssen und Cranberries verfeinern ist. Der dazugehörige Wallnussfrischkäse passt perfekt dazu.

Gut gestärkt, machen wir uns weiter in Richtung Le Grau-du-Roi. Dieses liegt wieder direkt am Mittelmeer. Der Weg dahin ist bestens ausgebaut und bietet auch nochmal Ausblicke auf ein paar Flamingos. Zusammen mit dem guten Wetter ist es ein herrlicher Tag zum Radeln, Schlemmen und Entdecken.

Weiter geht es jetzt ersteinmal immer an der Küste. Problem daran: hier ist sehr viel bis ran an den Strand gebaut worden. Darum fahren wir nicht immer auf der Promenade entlang, sondern schlengeln und mühselig auf kleinen Fußwegen durch Hotel- und Wohnkomplexe sowie Baustellen und Yachthäfen. Sowieso braucht man hier wohl ein Boot. Wer sich den vermutlich kostspieligen Parkplatz in einem Hafen nicht leisten kann oder mag, findet dafür Boots-Parkhäuser („Port on land“) zum verstauen des Bootes.

Nach einer Weile haben wir das Stadtgetümmel aber hinter uns gelassen und können etwas entspannter am Meer entlang düsen. Dabei nutzen wir die seltene Gelegenheit eines Hundestrandes für eine kleine Pause am Meer. Der Strand ist bestens besucht – wir möchten nicht wissen, wie es aussieht, wenn die Parkplätze an der Promenade belegt sind – und das Wasser angenehm warm. Freddy nimmt derweil ein ausgiebiges Sand-Sonnen-Bad.

Bild des Tages

Aus dem Wasser kann man allerdings bereits dunkelblaue Wolken über dem Landesinnere in Richtung Montpellier aufziehen sehen. Für uns heißt das also schnell zusammen packen und weiterfahren. Einer kleinen Dusche entkommen wir aber nicht. Freddy darf deshalb das erste Mal mit Regen-Verdeck fahren. Wir sind zwar etwas nass geworden, die großen Pfützen auf den Straßen lassen aber erahnen, dass wir das Schlimmste verpasst haben.

Mittlerweile zählte der Tageskilometerstand etwas mehr als 60 Kilometer und die Uhr zeigt 17 Uhr. Das lässt uns etwas unruhig werden. Zum Zeltplatz sind es nochmal 20 km, wir fahren so vollgepackt im Schnitt keine 20 km/h und 18 Uhr ist eine denkbare Schließzeit der Rezeption. Also treten wir nochmal ordentlich rein. Durch den Fahrtwind trocknen wir auch wieder richtig. Die Abendsonne tut ihr übriges.

5 Minuten nach 18 Uhr rollen wir ausgepowert auf den Platz. Die Rezeption ist verlassen aber der PC noch an. Zudem soll bis 18:30 laut Aushang jemand anzutreffen sein. Eine Klingel bringt Gewissheit, hier können wir bleiben. Der Platz ist etwas kleiner und einfacher als die Tage davor. Zudem kommen wir hier mit Englisch nicht mehr so gut voran. Wir schaffen aber unser Anliegen vorzutragen und bekommen einen netten Platz direkt am Eingang.

Mücken gibt es hier auch. Doch nach einer guten Ladung Spray ist es ohne Probleme auszuhalten. Heute müssen wir zudem einmal eine Runde Waschen. Wir selbst machen da den Anfang und bestücken anschließend die Wäschetrommel. Die 40 Minuten Waschzeit nutzt eine Hälfte für die Besorgung von Abendessen und die andere für eine Gassirunde.

Auch im Bürgerrestaurant gibts ohne Übersetzungsapp kein Essen für uns. Das wird vermutlich die Tage so weiter gehen – klappt aber problemlos. Aufgetischt gibt es heute Burger mit Pommes. Essen können wir ganz entspannt bei lauen Temperaturen draußen auf der Terrasse des Campingplatzes. Ebenso positiv fällt auf, dass die Wiese und das Zelt entgegen der letzten Abende noch vollständig trocken sind. Vielleicht ist es da auch morgen früh trockener als bislang. Danach wechselt die Wäsche in den Trockner und wir können morgen frisch gewaschen in den Tag starten.

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