Der Morgen ist abermals grau. Die Vermutung liegt nahe, dass dies zu dieser Jahreszeit normal ist. Für uns bedeutet das allerdings wieder: viele nasse Sachen. Erstmal kümmern wir uns allerdings um Schlafsack und Isomatte im Zelt drin und nutzen den Platz direkt für ein kurzes Frühstück. Dann verstauen wir wieder alles so gut und trocken es geht, hängen die nassen Sachen von allen Seiten außen an die Räder und radeln los.
Als erstes machen wir einen kurzen Umweg in die Stadtmitte. Hier soll es einen Bäcker und eine Apotheke geben. Den Bäcker haben wir direkt gefunden und die Räder davor geparkt. Die Auswahl sieht FANTASTISCH aus. Neben dem obligatorischen Baguette entschieden wir uns für ein Sacristain, ein Zucker-Broicher, ein Tarte au Citron und ein anderes Gebäck, welches sich später als Apfel-Pannkuchen herausstellen wird.
Das Sacristain kennen wir bereits aus St. Remy. Dieses hier ist aber nochmal um Welten besser. Ohne die Rezeptur zu kennen, handelt es sich um einen Blätterteig-Strudel mit Baiser-Mandel-Topping. Es ist auf jeden Fall Lecker und so instabil das es direkt an Ort und Stelle verspeist werden muss.

Danach machen wir eine kleine Gassirunde zur Apotheke, wo es leider nicht das gewĂĽnschte Anti-MĂĽcken-Spray gibt. DafĂĽr finden noch eine dicke Möhre und zwei Birnen vom Markt den Weg in unser Gepäck. Jetzt geht’s aber los.
Ersteinmal ein ganzes Stück des Weges den wir gestern hier her angereist sind. Dann biegen wir aber links in Richtung Küste ab. Diese erreichen wir dann auch bald, was durch eine Schotterstraße und die ersten Flamingos des Tages deutlich wird. Hier sind schon deutlich mehr der rosa Vögel unterwegs und lassen sich auch sehr schön fotografieren. Im Laufe des Tages werden wir aber noch einige sehen und immer näher heran kommen. Denn auf eine Art Deich geht es immer zwischen Meer und Sumpflandschaft entlang. Die Sonne hat mittlerweile auch wieder den Nebel aufgelöst und lässt uns ordentlich schwitzen.















Ungefähr bei der Hälfte kommen wir an einem Leuchtturm vorbei. Dieser wird allerdings gerade gebaut, weshalb er nur aus der Ferne zum Fotomotiv taugt. Den Rest der Strecke holpern wir gemütlich im Schlagloch-Slalom und mit Flamingo-Stopps nach Saintes-Maries-de-la-Mer. Der Ort scheint etwas nobler zu sein und im Sommer ein echter Ferienhotspot. Der Campingplatz weißt zumindest bescheidene 800+ Stellplätze und nicht weniger Mobilheime auf.
Wir bekommen einen Platz und bauen das Lager schnell auf. Die Mücken-Lage scheint zunächst etwas besser als die Tage davor. Dann müssen wir uns ja noch um die Leckereien vom Bäcker heute morgen kümmern. Der mit Apfelmus gefüllte Pfannkuchen ist lecker, schmeckt aber auch nicht viel anders als bei uns. Das Zucker-Broicher ist mit Lavendel-Zucker bestreut, was nur 50% der Reisegruppe schmeckt und der anderen Hälfte zu nah an Badezusatz ist. Die Tarte au Citron ist hingegen etwas gebeutelt von der Tour, schmeckt aber trotzdem sehr lecker. Und auch das Obst findet bei uns dreien zufriedene Abnehmer.




















Da Freddy lieber im Zelt bleiben möchte anstatt zum Strand zu spazieren, fahren wir ohne ihn. Da der Pool im Campingplatz geschlossen hat, müssen wir eben mit dem angenehm kühlen Mittelmeer vorlieb nehmen.
Dann geht allerdings auch die Sonne schon langsam unter. Wir kochen uns noch schnell ein paar Nudeln – bei gleichzeitig steigender MĂĽckendichte. Das hat zur Folge, dass wir nach dem Essen schnell den Abwasch machen, Duschen gehen und uns anschlieĂźend ins Zelt zum Freddy kuscheln.
Auch nach einer Woche ist der Mix aus sommerlicher Radtour am Tage, aber sehr schnell einsetzender Dunkelheit (18:45 Uhr beginnt es zu dämmern, 19:15 Uhr ist es richtig dunkel) für uns noch irritierend.

