Da die super-nette Dame gestern am Empfang uns explizit auf den heutigen Markt in Sant-Remy hingewiesen hat, verschieben wir heute morgen unser Frühstück genau dahin. Bereits bei unserem letzten Frankreich Urlaub könnten wir auf einen Markt die leckersten Backwaren überhaupt ergattern.
Ganz so einfach ist das heute nicht. Aus mehreren Gründen. Sant-Remy ist ein beschauliches Städtchen mit engen Gassen. Sehr engen Gassen, durch welche sich jede Menge Menschen drücken. Dabei gibt es vor allem noble Boutiquen und kleine Cafés. Und der Markt ist kein klassischer Wochenmarkt, wie wir ihn von zu Hause kennen, mit Marktplatz und geordneten Gängen. In der gesamten Innenstadt, in eben engen Gassen sind überall verstreut Marktstände aufgebaut. Hauptsächlich mit Kleidung, Körben und Schmuck. Leider keine Boulangerie wie wir es uns wünschen würden. Nach ein paar Runden finden wir dann aber doch noch einen Stand mit süßen Frühstücks-Utensilien. Sehr lecker.
Dann wollen wir doch aber schnell dem Trubel entfliehen. Der Radweg führt weiter gut ausgebaut in Richtung Westen. Der Wind ist nicht ganz so stark, die Sonne dafür umso mehr. Heute Nacht waren es immerhin noch angenehme 16 Grad. Da wird es jetzt schnell ziemlich heiß.
Erstes und einziges Zwischenziel heut: Beaucaire. Hier überqueren wir nicht nur die Rhone, sondern wechseln auch von der Eurovelo 8 auf die Eurovelo 17. Dieser verläuft nur immer an der Rhone entlang bis zum Mittelmeer. Soweit soll es heute aber noch nicht gehen.
Erstmal haben wir nach den ersten 20 Kilometern ein bisschen Energiebedarf. In bester Solarpark-Romantik breiten wir unser Picknick unter der prallen Mittagssonne aus. Der neu angelegte Rastplatz hat leider etwas wenig Schatten zu bieten. Dafür gibt es hier schon merklich mehr Insekten.





Das sind vor allem Heuschrecken, welche sich auf dem Asphalt bruzeln lassen. Diese können hier fliegen und sind teilweise so groß wie kleine Spatzen. Dazu gibt es aber noch jede Menge Schmetterlinge und allerhand andere Kleinlebewesen. Die Route führt nun weiter Richtung Süden und immer in der Sonne. Entsprechend verschwitzt rollen wir in die Stadt Arles. Hier finden wir einen Platz auf dem City Camping. Begrüßt werden wir von allerhand Stech-Vieh. Wir bauen schnell das Zelt auf, verstecken den Freddy darin und kümmern uns unter der Dusche und im Pool um Abkühlung. Außerdem erhoffen wir uns so ein wenig unattraktiver für die Mücken zu werden.
Der Plan geht so semi auf. Nach einer kurzen Verschnaufpause im Mücken-Safespace „Zelt“, wollen wir die Stadt erkunden. Am frühen Abend starten wir. Ganz verschwunden sind hier die Moskitos nicht, aber es ist auszuhalten. Zu bestaunen gibt es eine alte Römische Innenstadt mit großer Arena und einem Amphitheater. Alles erbaut von Caesar. Die Stadt ist ausgesprochen hübsch und mit weniger Menschen auch gut zu erkunden.

Dass das erste Regal in der Apotheke eine große Auswahl an Anti-Mücken-Sprays, -Deos oder -Cremes hat, ist wohl kein Zufall. Wir wundern uns jedenfalls, wie alle hier so entspannt umher laufen können. Naja mit etwas Duft auf der Haut geht es nochmal besser.
Zum Einsetzen der Dunkelheit finden wir auch noch eine Pizza zum Mitnehmen. Eigentlich war der Plan, diese am Ufer der Rhone zu genießen. Der Plan wird allerdings – Achtung keine Hyperbel – von hunderten Mücken zerstochen. Wir fliehen zurück in die Innenstadt. Doch irgendwie haben wir jetzt die kleinen Biester an der Backe. Und auch dem Freddy müssen wir teilweise Mückenschwärme vom Fell streichen. Die To-Go-Pizza wird genau das. In Bewegung bleiben ist die beste Methode. Freddy zu liebe begeben wir uns auch zurück zu den Rädern um wieder in den Safespace zu kommen. Eine 4-Käse-Pizza mit kräftigen französischen Käse und Oliven schafft es in der Zeit in den Magen.










Zurück am Campingplatz ist die Mückenlage etwas entspannter. Freddy schlummert im Zelt, als wir noch ein Stück Pizza mit Pistazien-Pesto verdrücken. Alles in allem ein sehr schöner Tag. Morgen sind wir besser ausgerüstet und hoffen auf weniger Flugverkehr bei den Mücken. Dafür geht es morgen endlich in unser erstes großes Ziel: die Camargue.

