Distanz

49,64 km

Temperatur

29 °C in der Spitze

Sattelzeit

03:39 h

Ausgaben

27,22 €

Heute geht es also los. Wir starten seit 2023 mal wieder mit dem Rad in den Urlaub. Und für Freddy ist es die erste Reise dieser Art überhaupt. Das dürfte also spannend werden. Der Tag beginnt ähnlich wie die Nacht, mit ziemlich frischen Temperaturen unter 10 Grad. Gut, dass wir uns für den Premium-Schlafsack entschieden haben. Hier passen wir zu dritt rein und können uns so gegenseitig Wärme spenden.

Der wolkenfreie blaue Himmel, lässt aber schon erahnen, dass es heute warm werden könnte. Nach einer kurzen Morgenrunde, gibt’s es noch dick eingemummelt Frühstück. Danach darf sich Freddy nochmal ins warme Bettchen kuscheln. Wir zwei nehmen nämlich den Abwasch in Angriff und nutzen die Gelegenheit für ein kurzes Bad im Swimmingpool. So kann der Tag starten.

Dann heißt es nur noch die tausend Sachen zusammensuchen und auf den begrenzten Platz an die Räder bringen. Das klappt auch ganz gut, macht unsere Gefährte aber ziemlich schwer. Naja, jetzt rollen wir damit los. Zunächst geht es sanft bergab und wir können die mediterrane Landschaft genießen.

Doch wenig später hält die Eurovelo 8 ein paar echte Anstiege für uns drei bereit. Das wollten wir eigentlich mit einer Küstenroute vermeiden. Jetzt müssen wir durch. Eine holprige Asphaltstraße führt uns durch ein kleines Tal mit unzähligen Eichen. Das Navi sagt zwar, es ist nicht mehr weit bis zur Spitze, aber die Beine brennen bereits. Freddy musste zur Entlastung  aussteigen und zeigt uns, wie einfach man hier mit vier Beinen hoch sausen kann.

Oben sind wir fix und fertig und brauchen erstmal eine Apfel-Pause. So hatten wir uns das nicht ganz vorgestellt. Aber jetzt sind wir ja oben und es liegen nur noch Abfahrten vor uns … Also nach dem einen Berg der da noch gekommen ist, ging es tatsächlich erstmal wunderbar hinab in ein kleines Dorf. Von da aus weiter runter durch zahlreiche Felder. Doch immer wieder gibt’s kleine Anstiege die uns ausbremsen. Selbst 1% Hangneigung lässt uns direkt in den kleinsten Gang schalten. Dazu kommen sicher auch nicht die fittesten Beine.

Im nächsten Städtchen dann der nächste längere Berg. Passanten und andere Radfahrer haben Mitleid und feuern uns bereits an. Aber zumindest eine Sache ist uns sicher: nach den Qualen nach oben folgt meist ein wenig Entspannung nach unten.

Bild des Tages

Die Mittagshitze treibt das Thermometer mittlerweile auf bis zu 29°C. Gut, dass wir ausreichend zu Trinken und Sonnencreme dabei haben. Um uns herum ist es wirklich traumhaft. Es geht im Tal vorbei an malerischen Dörfern, Felsformationen und alten Burgruinen. Und natürlich an Weinplantagen und Lavendelfeldern. Letztere sind bereits radikal gestutzt, duften aber weiterhin sehr intensiv. Und auch der ein oder andere Olivenbaum säumt den Radweg. Dieser, das muss man an der Stelle mal erwähnen, ist exzellent beschildert.

Nach dem nun gefühlt 100. Berg tanken wir nochmal Kraft bei einem kleinen Friedhof. Zum Campingplatz bei Apt sollen es noch 17 km sein. Das Höhenprofil sagt allerdings zum Ende – wenn es nicht mehr auf der Route entlang geht – nochmal einen steilen Anstieg vorher. Mangels Alternativen setzen wir uns erstmal wieder in Bewegung in Richtung Apt. Jetzt geht es wirklich nur bergab und wir kommen auf einem gut ausgebauten Radweg schnell voran. Bis wir nach ca. einer Stunde Apt erreichen.

Die Auswahl an Campingplätzen hat sich nicht verändert, weshalb wir uns doch noch schweren Herzens der Herausforderung von 100+ Höhenmetern stellen. Im Wiegetritt und mit mehreren Verschnaufpausen kämpfen wir uns im Schneckentempo hinauf. Aber es hat sich gelohnt. Wir werden freundlich empfangen,  können Baguette zum Frühstück bestellen und bekommen einen gemütlichen Platz mit Tisch und zwei Stühlen.

Nun schnell das Zelt aufbauen und das Nachtlager herrichten. Freddy testet das für uns direkt aus und wir waschen und den unzähligen Schweiß vom Leib. Erst mit einem Bad im beheizten Pool, dann unter der warmen Dusche. Zum Abendbrot gibt’s dann noch schnellen Couscous mit Garten Gemüse und Tomatensauce – so lecker!

Jetzt sind wir aber auch wirklich geschafft. Nur noch eine letzte Gassirunde und schon kuscheln wir und ins Bettchen. Das war ein anstrengender, aber auch wieder überaus erlebnisreicher Tag. Wir freuen uns auf Morgen. Da soll es keine Bergetappen geben. (Hatten wir heute auch nicht geplant)

1 Kommentar

  1. Hut ab, ihr Lieben.👍 Wir hatten auch Mitleid mit euch beim Lesen, freuen uns aber über die fantastischen Bilder und sind gespannt, wie es weitergeht. Radelt ihr den gleichen Weg zum Willy zurück? 😬🥺
    Wir haben uns heute übrigens bei 5 Grad dazu entschieden, die Heizung anzustellen. 🥶
    Erholt euch trotz der sportlichen Strapazen und genießt die tollen Eindrücke. Und hoffentlich sind die mitgebrachten Garten-Reserven bald aufgebraucht und ihr könnt den am Wege liegenden Patisserien und Brasserien einen Besuch abstatten. Seid lieb umärmelt!

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