Distanz

41,60 km

Temperatur

22 ° im Schnitt

Sattelzeit

02:42 h

Ausgaben

49,11 €

Entgegen jeder Vorhersage und zu unserer Überraschung hat es heute Nacht angefangen zu regnen. Also naja … fairerweise muss man sagen, wirklich geregnet hat es nicht. Es war eher eine Art Nebel, welcher die gesamte Region in einen feuchten Nieselregen gelegt hat. Das Ergebnis ist das Gleiche: alles nass.

Freddy, sonst der erste aus dem Zelt, dreht bei diesem Anblick gleich nochmal eine Runde zurück in den Schlafsack. Wir wissen auch nicht so recht damit umzugehen. Zumal das Mücken Thema dadurch nicht weniger ist. Also machen wir das beste draus: Freddy bleibt so lange es geht im trockenen und wir sammeln unsere Sachen zusammen. Dann geht es erstmal ab zum Frühstück. Wir haben wieder das übliche vorbestellt und dürfen es samt kalter Pizza von gestern im Restaurant des Campingplatzes verspeisen. Vorteil Nummer eins: trocken. Vorteil Nummer zwei: merklich weniger Stechflug.

Mit vollen Bäuchen packen wir noch das nasse Zelt ans Fahrrad und starten einfach los. Kurz war die Überlegung da, zurück zu mückenärmeren Regionen zu fahren, aber nein – wir wollen Flamingos sehen. Da es jetzt in der Camargue etwas dünner besiedelt ist, decken wir uns in Arles nochmal mit etwas Proviant ein. Danach rollen wir ein letztes Mal durch die engen, vielbefahrenen Straßen und über die Rhone.

Nun geht es erstmal eine ganze Weile über kleine Nebenstraßen durch Acker-Land, welches mit meterhohen Schilfgras umwuchert ist. Die kleinen Wassergräben drumherum sind natürlich ideale Brutbedingungen für Mücken – das Problem wird sich also so schnell nicht lösen. Ab und zu kommen wir an einer Koppel vorbei, auf denen die für die Region bekannten weißen Pferde stehen. Diese sollen auch in Teilen wild leben, haben sich aber uns noch nicht gezeigt.

Bild des Tages

Ungefähr bei der Hälfte der Strecke erreichen wir den großen See der Carmague. Hier halten wir gespannt Ausschau nach Rose-Vögeln. Leider vergebens. Wir machen Rast an einem kleinen Natur-Rundweg zur Vogelbeobachtung. Leider darf Freddy nicht mit hinein, weshalb wir auf eigene Faust ein paar Meter am Wasser drehen. Immer noch keine Flamingos, dafür sehr viele andere Vögel, Insekten und Mücken. Mit der richtigen Dosierung an Spray klappt es jetzt aber ganz gut. Und auch die Sonne strahlt mittlerweile in gewohnter Sommer-Manier.

Gerade als wir zurück kommen und das dicke Objektiv samt Kamera verstaut haben, kreist noch ein großer Storch über unseren Köpfen hinweg. Wir nehmen jetzt noch ein Schluck aus der Flasche, sprühen nochmal etwas Mückenspray auf und verfrachten Freddy in seinen mückensicheren Anhänger. So kann die Fahrt weitergehen. Aber nicht allzuweit.

In etwas Entfernung erspähen wir doch tatsächlich drei rosa Flamingos beim gründeln in freier Wildbahn. Immer noch sehr weit weg und noch mit viel Zuschneiden am Bild zu erkennen. Aber da waren sie. Kurz darauf sind es Hunderte die in einer Entfernung zusammen im Wasser stehen. Dieses Bild behalten wir erst als nur für uns im Sinn, mit der Hoffnung, morgen noch ein paar mehr Aufnahmen zu ergattern.

Auf den weiteren Weg zum Campingplatz begegnen uns noch einige Nutrias im Wassergraben neben der Straße. Ansonsten geht es mit gutem Tempo Richtung Schlafplatz. Dieser ist wieder einmal sehr schön angelegt, mit modernen Sanitäranlagen und wundbaren Pool.

Die Mücken sind mal mehr mal weniger nervig. Wir versuchen stets die Ecke mit wenig Verkehr fürs Essen zu erhaschen. Freddy ist aber fast immer in Belagerung, wenn wir nicht in Bewegung sind. Er hat sich aber auch schon sehr gut an seine neue Sofa-Alternative (Isomatte mit Schlafsack) gewöhnt.

Morgen geht es dann richtig ans Meer und weniger über Landstraßen. Da hoffen wir auf mehr Auslauf für Freddy, weniger Mücken – weil am Meer gibt’s ja sowas nicht und nicht ganz so holprige Straßen. Ihr werdet davon lesen.

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